Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1921-09 - Armut im Geist

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Armut im Geist

„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ Mt. 5, 3.

Die Menschen unserer Zeit zeichnen sich durch alles andere als durch Armut im Geist aus. Deshalb gibt es so ungeheuer wenige, die geschickt sind zum Reich Gottes.

„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten Feind, Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide!“ 2. Tim. 3, 1-6.

Kennst du diese Menschen? Meidest du sie? Oder bist du einer von ihnen, sodass du den Schein der Gottesfurcht für die einzig wahre Gottesfurcht hältst? Lot ängstigte sich in seiner gerechten Seele ob all der Gottlosigkeit, die er sah und hörte. Man kann auch heute Grund haben sich zu ängstigen. Die Gesetzlosigkeit grinst uns überall entgegen. Nichts ist heilig und rein. Selbst diejenigen, die es besser wissen sollten, bezeichnen den Weg des Kreuzes und der Selbstverleugnung als „Knechtschaft“ und „unbiblische Lehre“. Was kann man dann von all den anderen erwarten?

Bist du geistlich arm, dann bewahre diese Armut; dränge dich in sie hinein. Denn die Stimme des Oberhirten kann nur in der Armut des Geistes vernommen werden.

Meide diejenigen, die den Schein der Gottesfurcht haben, ihre Kraft aber verleugnen. Suche Gerechtigkeit, hungere und dürste nach ihr, so wirst du sie finden. Nicht alle, die von Gerechtigkeit daherreden, sind aus Gott geboren, sondern alle, die Gerechtigkeit tun. Tust du Gerechtigkeit? Lasst uns gründlich darüber nachdenken, ob wir Gerechtigkeit tun. Ist es für dich eine Freude, Gerechtigkeit zu tun, oder bedeutet es Leid und Knechtschaft für dich? Wir haben nicht Versammlungen um der Versammlung willen. Vielmehr soll das, was gesagt wird, das tägliche Leben verbessern. Wir schreiben auch nicht Artikel für diese Zeitschrift, nur um sie mit Stoff zu füllen. Sondern man soll dadurch etwas lernen – und das tägliche Leben soll verbessert und geheiligt werden.

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens und du wirst deine Widersacher finden – nicht zuletzt unter den Religiösen. Dort fand Jesus seine Widersacher, Luther ebenso. Hast du Angst vor Kampf, dann bist du nicht tauglich für das Reich Gottes; denn alle, die nicht wagen, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, werden von den Werkzeugen Satans gefangen genommen. Wir werden dazu ermahnt, das Schwert des Geistes zu ergreifen. Der Feige hingegen rät dazu, das Schwert des Geistes in die Scheide zu stecken. Dieser Kampf ziemt sich mitten in geistlicher Armut; denn das Himmelreich besteht nicht in Worten, sondern in Kraft.