Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1921-04 - Was das Gesetz des lebendig machenden Geistes bewirkt

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Was das Gesetz des lebendig machenden Geistes bewirkt

„Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Röm. 8, 2.

Hier gibt es drei Gesetze:

1.) Das Gesetz des lebendig machenden Geistes,

2.) das Gesetz der Sünde und

3.) das Gesetz des Todes.

Das Gesetz des lebendig machenden Geistes ist das stärkste; denn es ist in der Lage, mich vom Gesetz der Sünde und des Todes frei zu machen.

Das Gesetz der Sünde zwingt den Gottlosen dazu zu sündigen. Die Lüste im Körper stellen ihre Forderungen und der Sinn gehorcht der Lust. Die Begierde empfängt und gebiert Sünde. Sobald ein Mensch gesündigt hat, meldet sich das Gericht. Wenn man sich dann nicht nach dem Gericht Gottes richtet, sondern es abweist, wird man für diese Sünde ein totes Gewissen bekommen. Die Sünde wird vollendet, und man wird vom Gesetz des Todes erfasst. Man ist tot in Übertretungen und Sünden.

Wir sehen, dass der Gottlose seine Sünden tut, als ob es eine alltägliche Sache wäre – ohne Skrupel im Gewissen. Nur wenn er einen Schritt weiter hinaus in die Sünde geht, meldet sich das Gewissen. Nimmt er auch für diese Sünde keine Zucht an, wird er tiefer in den Tod eindringen. Er geht immer weiter in der Gottlosigkeit. Hier ist zu beachten, dass die Gesinnung (der Wille) immer beteiligt ist und die Gottlosigkeit gutheißt, und eben deshalb kommt die Verdammnis.

Der Leib, der durch das Gesetz der Sünde und des Todes gesündigt hat, wird „der Leib des Fleisches“ genannt. Kol. 2, 11.

Dieser wird durch die Beschneidung Christi abgetrennt und wird mit ihm in der Taufe begraben. Dieser Leib des Fleisches wird auch Vorhaut genannt. Das Entfernen der Vorhaut war die Beschneidung des alten Israels, während die Beschneidung des Herzens für das Israel des Neuen Bundes gilt.

Das Gesetz des lebendig machenden Geistes wirkt überzeugend auf die Gesinnung. Wenn man es hört und ihm gehorcht, wird man zu Christus geführt werden, dem Diener der Beschneidung. Er wird das Herz beschneiden und uns vom Leib des Fleisches befreien (von dem Leib, der sich der Sünde als Werkzeug hingab). Das Gesetz der Sünde wird aufhören zu wirken; weil man dem Gesetz Gottes mit der Gesinnung dient. Röm. 7, 25. Als Folge dessen wird die auf die Gesinnung wirkende Verdammnis verschwinden, denn die Gesinnung ist in Christus Jesus. Es wird wahr, was geschrieben steht: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Röm. 8, 1.

Nun irrt man sich jedoch gründlich, wenn man hieraus schließt, dass das Gesetz der Sünde in den Gliedern weggenommen sei, wovon ich weiß, dass viele dies lehren. Die Sünde lauert weiterhin vor der Tür (in den Gliedern); aber ich habe Kraft bekommen, über sie zu herrschen. Eben deshalb gibt es keine Verdammnis. In dem Augenblick, in dem wir der Sünde freien Lauf lassen, wird die Verdammnis zurückkommen. Darum heißt es: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, usw.“ Hebr. 10, 26.

Durch das Gesetz des lebendig machenden Geistes sollen wir das Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden gekreuzigt halten. In gleicher Weise wie wir durch dieses Gesetz das erste Mal über das Gesetz der Sünde und des Todes gesiegt haben, sollen wir weiterhin durch dasselbe Gesetz über die Lüste im Fleisch herrschen. Das heißt, dass man dem Verderben entflieht, das durch die Begierde in der Welt herrscht. 2. Petr. 1, 4.

Das Gesetz des lebendig machenden Geistes dringt ein – und verdrängt die Lüste in den Gliedern immer mehr. In unserem Leben wird wahr, was für Israel wahr wurde, als sie in das Land hineinkamen: Sie wurden zu ihren Feinden geführt. Das Gesetz des lebendig machenden Geistes führt uns zu der Verdorbenheit in unserem eigenen Fleisch; wir verurteilen sie und vereinen uns immer mehr mit dem Gesetz des lebendig machenden Geistes. Auf diese Weise wird das in uns wahr, was in Jesus Christus wahr wurde: Die Sünde wurde im Fleisch verdammt, bevor sie zur Ausführung kam. Siehe Röm. 8, 3. So gibt es nun keine Verdammnis während dieses Vorgangs; vielmehr ist es aller Ehre wert, dass man lieber wählt, im Fleisch zu leiden als zu sündigen. Auf diese Weise dringt das Gesetz des lebendig machenden Geistes tiefer und tiefer in den Leib ein. Man geht von Licht zu Licht, von Kraft zu Kraft, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Aber in all diesem Licht und in all diesem Gericht ist Treue erforderlich. Auf diese Weise wird der Weg durch den Vorhang, sein Fleisch, gebahnt, und die ganze Fülle der Gottheit nimmt mehr und mehr Wohnung in unserem Leib. Wie schön, wie herrlich, wie gesegnet, dass wir armen Menschenkinder Gegenstand einer so gründlichen Arbeit und einer so tiefgreifenden Liebe sind! Mögen wir im Gegenzug eine demütige Gesinnung erweisen und gegenüber diesem Gesetz des lebendig machenden Geistes treu sein, damit wir an jenem Tag Christus zur Ehre sein können.