Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Theodor Ellefsen, 1920-02-25

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
P/S Norge, Lervik, 25. 2. 1920
Lieber Bruder Th. Ellefsen,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe, sowie für den Brief von Br. Strømme.

Seit dem letzten Mal sind wir einigem ausgesetzt gewesen. In Haugesund waren Br. Berg, Br. Birkeland und ich in einer Versammlung in einem Friseursalon. Anwesend waren auch Sagstad und seine Frau und zwei neubekehrte Söhne, Aase Bjørndalen sowie Brunvold und seine Frau. Sie hatten erfahren, dass wir da waren und gaben keine Freiheit in der Versammlung. Einer der Ältesten stand auf und sagte, dass Jesus nur von außen versucht worden sei – nicht von innen. Nach dem Ende der Versammlung stand Berg auf und wollte dies, von innen und außen versucht zu werden, genauer erklären. Aber er hatte noch nicht viel gesagt, als der Friseur rief und mit den Händen abwinkte, dass sie diesen Geist kannten und mit diesem nichts zu tun haben wollten. Berg setzte sich. Ich stand dann auf und sagte, dass der Geist gut sei, und wenn sie jemanden wegen dieser Lehre, die sie als gefährlich ansahen, angreifen wollten, dann müssten sie mich angreifen, da ich der Begründer sei und mein Name sei Johan Oscar Smith. Wenn Br. Barratt, Erik Andersen oder ihr hier in Haugesund etwas anzumerken habt, dann bringt die Bibel mit und setzt euch auf eine ruhige und besonnene Weise hin, dann werden wir die Dinge zusammen erörtern.

Der Friseur stand erneut auf und sagte, dass die Versammlung privat sei und sie unsere Anwesenheit nicht wünschten. Er warnte gleichzeitig die ganze Versammlung davor, von dem, was wir servierten, zu essen und zu trinken.

Danach gingen wir hinaus, froh darüber, dass wir einer solchen Behandlungsweise in Anwesenheit vieler Menschen würdig gewesen waren.

Aber dies bekommt noch ein Nachspiel; denn Aase Bjørndalen sollte ein paar Tage später für ihre Lehre über die Sünde im Fleisch Rechenschaft ablegen. Wir hatten inzwischen Zeit gehabt, ihr die Worte in den Mund zu legen. Sie antwortete auch so tapfer, dass diese Worte felsenfest saßen. Unverrichteter Dinge mussten sie von ihr weggehen und sie war so froh wie nie zuvor.

Brunvold wurde vor ca. einem Monat ausgewiesen. Sagstad ist Gemeindediener; doch sind nun seine Söhne zu Eifer erwacht, sodass dieser Rauswurf ein Nachspiel bekommt. Ich schrieb dem Friseur einen Brief auf drei Blättern und ließ ihn allerhand wissen.

Ich hätte nicht gedacht, so viel Frucht von der Arbeit in Haugesund zu sehen, wo es so erbärmlich aussah. Nun sitzen diese Geschwister wie ein Sauerteig mitten unter denen, die uns hinauswarfen. Ich bat sie, zielbewusst zu arbeiten – immer nur einen nach dem anderen zu gewinnen – und weiterhin in den Friseursalon zu gehen.

J. O. Smith