Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1920-02 - Ein guter Baum trägt gute Früchte

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Ein guter Baum trägt gute Früchte

Manche meinen, sie müssten, sobald sie sich bekehrt haben, als Prediger hinausziehen. Ich weiß nicht, ob sie von Unlust zu körperlicher Arbeit oder von Eifer ohne Erkenntnis hinausgetrieben werden. Vielleicht von beidem.

Man sollte von jemand, der von der Verkündigung des Wortes Gottes lebt, verlangen können, dass er den Gläubigen an den Orten, an die er kommt, zur Hilfe kommen kann. Kann er dies, dann ist er ein Arbeiter, der seines Lohnes wert ist. Darüber hinaus sollte er Sündern Gottes Wort verkündigen können.

Einmal traf ich in Vardø einen 17-jährigen Jungen, der sich aus Südnorwegen wegbegeben hatte, um in der Finnmark zu wirken. Er war völlig unwissend über die Wege Gottes – doch errettet war er. Er suchte die Gläubigen auf, die ihm dann aus lauter Mitleid zukommen ließen, was er brauchte, um nicht zu erfrieren und zu verhungern.

Solche Prediger haben ja nicht tiefe Wurzeln nach unten geschlagen, sodass sie aus diesem Grund die Voraussetzung hätten, nach oben Früchte zu tragen. Wird die eine oder andere Seele durch sie errettet, so fällt sie in der Regel ebenso schnell aus Mangel an Muttermilch wieder ab. Diese Prediger hätten selbst Bedarf für jemand, der ihnen Milch gibt; und sie wollen nun Kinder in die Welt des Geistes setzen, ohne selbst so weit herangewachsen zu sein, dass sie Brüste haben – geschweige denn Milch. Aber die Gläubigen, die sie treffen, sind im Allgemeinen von der gleichen Sorte, daher geht es, wie es geht, und hat viele entsprechende Folgen.

Ein Gärtner sagte einmal, dass ein guter Baum nie in den ersten Jahren Frucht trägt. Der Baum muss Zeit bekommen, um Wurzeln nach unten zu schlagen.

Manche Prediger sind so geschäftig, dass sie beinahe kopflos umherreisen, um überall zu wirken. Sie haben keine Zeit dazu, Tag und Nacht über Gottes Wort nachzusinnen. Sie wollen nur pausenlos Frucht tragen und nach Frucht schauen. Nach den inneren Wegen zu fragen und eingewurzelt und gegründet zu werden, betrachten sie als reine Zeitverschwendung.

So darf es nicht mit uns sein. Nimm dir reichlich Zeit. Grabe tief, werde eingewurzelt. Danach kannst du mit anderen arbeiten und ein- und ausgehen und Weide finden.

Viele Jahre lang waren wir nun damit beschäftigt, in die Tiefe zu graben, und das ist richtig. Versuche nun, den Sünder zu erreichen, sodass in der Gemeinde geistliche Kinder geboren werden können, die wiederum gelehrt werden können.

Vergeude nicht Zeit und Kräfte mit den Wüstenwanderern, die im heißen Wüstensand Runde um Runde drehen. Die meisten von ihnen sind mit Widerspenstigkeit besudelt, die ihnen zu einer regelrechten Zaubereisünde geworden ist. Lass sie ihre verordneten vierzig Jahre bekommen; vorher geben sie nicht nach.

Du aber geh ins Land der Verheißung hinein und nimm die Jugendlichen mit. Schlage Wurzeln nach unten, nimm dir reichlich Zeit und mache dir Mühe, dann werden zu seiner Zeit die Früchte nach oben überaus reichlich hervorsprießen wie in einem Garten des Herrn – zum großen Entsetzen unserer Widersacher. Sie werden sagen: Merkwürdig, dass diese Irrlehrer und Verführer so eine Entwicklung bekommen, diese Leute, denen wir in ihrer frühen Kindheit Tod und Untergang prophezeit haben.

Ja, so wird es gehen. Der Herr hat selbst gesagt, dass wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Ein seltsames Verständnis davon, Gott zu dienen. Ob solche Bäume ohne Wurzeln gute Früchte nach oben tragen können? Ich glaube es nicht.