Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob
„O du Schwert des Herrn, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still!“ Jer. 47, 6. So redet man zum Schwert des Herrn. Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still! Lass uns Frieden haben, lass uns noch ein wenig schlafen. Lass uns von Liebe reden. Schick Boten nach einem Kalktüncher, der uns Frieden verkündigen kann; denn wir sind ja alle ein heiliges Volk, ein Volk, das in Leben und Wandel eine Zierde der Lehre Christi ist. Ein Volk, das geduldig das Kreuz trägt und dessen Herz hingegeben ist, die Gesetze des Herrn zu erforschen. Gib Ruhe, du Schwert, schweige und sei still! Lass uns Frieden haben; denn wir sind ein Volk, ein ordentliches Volk, das sich lieber locken als drohen lässt.
„Aber wie kann es (das Schwert) aufhören, da doch der Herr ihm Befehl gegeben hat wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?“ Jer. 47, 7.
Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob! Das Schwert wird dich nicht treffen, sondern dich verteidigen. Lass es blitzen und seinen Dienst verrichten. Zu dir wird es nicht nahen, sondern du wirst sicher ruhen in deinem Weinberg, innerhalb deiner Einzäunung. Aber draußen blitzt das Schwert des Herrn drohend von Aschkelon bis zum Meeresstrand. Wehe dir, der du deine feste Stadt verlassen hast, der du nach Aschkelon gegangen bist, um das Volk zahlreich zu machen. Das blitzende Schwert wird sein Ziel ganz gewiss treffen. Wirf du nur deine Steine dagegen. Es lacht über deine Verteidigung, es verrichtet seinen Dienst und fährt nicht eher in seine Scheide, als der Herr es befiehlt.
„Verflucht sei, wer des Herrn Werk lässig tut; verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, dass es nicht Blut vergießt!“ Jer. 48, 10.
Hast du Angst vor dem Krieg, liebe Seele, dann bleibe daheim; denn der Herr will nicht, dass man mit einem Ochsen und einem Esel zugleich pflügt. 5. Mos. 22, 10. Tue nichts, was deine Kräfte übersteigt; sondern habe volle Ruhe in all deinem Tun.
Aber dir wird es zum Nutzen sein, dein Friede wird durch das Schwert vertieft und das Gebiet deines Landes erweitert werden. Du wirst sicher in deinem Lustgarten sitzen dürfen, wenn das Schwert des Herrn von Aschkelon bis zum Meeresstrand über das Land fährt.
„Denn welcher Mensch erkennt den Ratschluss Gottes? Oder wer kann ergründen, was der Herr will? Denn die Gedanken der Sterblichen sind ängstlich.“ Weish. 9, 13-14 (norw. Übers.).
