Richte „drinnen“
„Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind? Gott aber wird, die draußen sind, richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!“ 1. Kor. 5, 12-13.
Wenn das wahre Licht scheint, bewirkt es Gericht. Sogar Gläubige bitten oft darum, von diesem Gericht verschont zu bleiben und stellen sich damit außerhalb eines größeren Lichtes. Dies ist für sie selbst am schlimmsten; aber wenn das Gericht des Lichts Bereiche trifft, wo man wider besseres Wissen handelt, dann hat man keine Entschuldigung; und entzieht man sich diesem Gericht führt dies dazu, dass man abfällt.
Die Gemeinde ist Gottes Richterstuhl unter den Gläubigen auf Erden; und man hat nicht nur ein Recht, „innerhalb der Gemeinde“ zu richten, sondern auch eine Pflicht, das zu tun. „Euch zur Schande muss ich das sagen. Ist denn gar kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der zwischen Bruder und Bruder richten könnte?“ 1. Kor. 6, 5.
Oft wird gesagt, dass Gott richten soll; ich nehme kein Gericht von einem Menschen an. Schon allein, dass man sich gerichtet fühlt und erkennt, dass man gerichtet wird, ist ein deutlicher Beweis dafür, dass das Licht in Bereichen gewirkt hat, wo man am liebsten wünschte, dass Dunkel und Finsternis herrschen sollten.
Der Zauberer Simon versuchte, in Gottes Volk hineinzukommen, und bot den Aposteln Geld an, damit er die Macht bekäme, dass diejenigen, denen er die Hand auflegte, den Heiligen Geist empfängen. Aber was antwortete Petrus ihm?
„Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.“ Apg. 8, 20-21.
Petrus hätte diese Worte niemals über Simon ausgesprochen, wenn dieser nicht versucht hätte, „nach drinnen“ in die Gemeinde einzudringen. „Draußen“ hätte er seine Zauberkünste gerne treiben können. Petrus hätte ihn niemals dafür verdammt; aber nun, da er seine Unreinheit in das Heiligtum hineintragen wollte, sprach Petrus die scharfen und verdammenden Worte aus.
In der Gemeinde (drinnen) soll alles rein sein, da werden die Lügen von Ananias und Saphira nicht geduldet. Aber draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und tun. Diese hat Gott nach „draußen“ gesetzt; und wenn welche von ihnen nach „drinnen“ kommen, haben wir das Recht und die Pflicht, diese sofort hinauszutun. Dies ist nicht ihr Gericht, denn sie werden von Gott draußen gerichtet werden, aber als Gottlose werden sie in der Gemeinde der Gerechten nicht bestehen.
