Die Waffenrüstung Gottes
„Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Eph. 6, 11-12.
Der Teufel gebraucht List und hat die menschliche Natur – das Fleisch – zur Verfügung, wenn es nicht durch Gottes Kraft am Kreuz festgenagelt gehalten wird. Lebt man über seine Verhältnisse, was Essen, Trinken und Kleidung betrifft, so gerät man in Schulden und wird dadurch ein Sklave der Ungerechtigkeit vor Gott und Menschen. Wenn man dieser Knechtschaft entgehen will, muss man den Verbrauch nach den Einnahmen einrichten, um sich durch Enthaltsamkeit und Selbstverleugnung aus den Klauen Satans und der Gläubiger und von Gottes Gericht freizukaufen. Lebt man über seine Verhältnisse, so folgen unmittelbar darauf Lüge und ungerechter Gewinn; und hat man sich erst einmal so tief in den Dreck manövriert, nimmt man es auch nicht mehr so genau damit, sich noch tiefer in die Sünde hineinzuwerfen.
Gott hat uns jedoch eine Rüstung als Gegenmittel gegeben – eine geistliche Rüstung – die uns befähigt zu überwinden, ja weit zu überwinden.
1. Umgürtet mit Wahrheit
Die Wahrheit wird, auch wenn sie nur stückweise verstanden und ausgesprochen wird, immer so beschaffen sein, dass das eine Stück in das andere greift, sodass etwas zusammenhängendes Ganzes entsteht. Es kann zwischen jedem einzelnen Stück gut Jahr und Tag vergehen; sie werden dennoch, wenn man sie zusammengefügt, alle zueinander passen. Dies heißt, mit Wahrheit umgürtet zu sein. Wer Lüge redet, erinnert sich nach einem Monat kaum daran, was er heute gesagt hat. Wenn er nun etwas anderes sagt als damals, versteht man, dass er nicht umgürtet ist – er kann dort angegriffen und verurteilt werden, wo das eine mit dem anderen nicht übereinstimmt.
2. Angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit
Praktizierte Gerechtigkeit im Kleinen wie im Großen schützt uns wie ein Panzer vor den Pfeilen unserer Feinde. Aber kleine Ungerechtigkeiten sind wie Löcher, durch die die Füchse hineinschlüpfen können und den Weinberg verderben.
Nehemia baute eine Mauer, einen Panzer, um eine ganze Stadt, um Jerusalem. Neh. 6, 15-16: „Und die Mauer wurde am 25. Tage des Monats Elul fertig. Und als alle unsere Feinde das hörten, fürchteten sich alle Völker, die um uns her wohnten, und sie sanken sehr in ihren eigenen Augen; und sie erkannten, dass dies ein Werk von Gott war.“
Der Panzer der Gerechtigkeit wird bei unseren Gegnern den Mut sinken lassen - und dies ist schon der halbe Sieg für uns.
3. An den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens
Man will gerne das Evangelium des Friedens verkündigen, sich aber am liebsten dem Kampf entziehen, den das Evangelium mit sich bringt. Daher ist ein solches Evangelium auch nur ein halbes Evangelium. Jesus war gesalbt, um das Evangelium den Armen zu verkündigen. Lk. 4, 18. Dies brachte mit sich, dass er mit den Armen teilte; und dies wiederum führte zum Kampf gegen das Fleisch, das es sich gerne gut gehen lassen will. In diesen Kampf lädt er uns ein, ihm nachzufolgen. Paulus predigte das Evangelium dort, wo man Christus vorher nicht kannte, und setzte sich dadurch dem Hohn und Spott der Heiden aus, die seine Worte für lauter Torheit hielten.
Der Statthalter Sergius Paulus, ein verständiger Mann, rief Barnabas und Saulus zu sich und begehrte, das Wort Gottes zu hören. Apg. 13, 7. So kamen sie; aber der Zauberer Elymas widerstand ihnen und versuchte, den Statthalter vom Glauben abzubringen. Paulus war jedoch in Bereitschaft, für das Evangelium einzutreten und schlug den Zauberer mit Blindheit, sodass dieser umherirrte und nach jemandem suchte, der ihn an der Hand führen konnte.
Wo immer auch das Evangelium des Friedens verkündigt wird, wird stets ein Zauberer oder eine Zauberin zur Stelle sein, um die suchende Seele vom Glauben abzubringen. Es ist ein Statthalter zu gewinnen und ein Zauberer zum Schweigen zu bringen.
4. Den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt
Davids Frau – Sauls Tochter Michal – verspottete David, weil er mit aller Macht vor dem Herrn tanzte, umgürtet mit einem leinenen Leibrock. 2. Sam. 6, 14. Als David dann heimkam und sein Haus segnen wollte, ging Sauls Tochter Michal ihm entgegen und schleuderte ihm einen der feurigen Pfeile Satans entgegen mit den Worten: „Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, als er sich vor den Mägden seiner Männer entblößt hat, wie sich die losen Leute entblößen!“ David aber wehrt diese Bemerkung mit dem Schild des Glaubens ab und sagt:
„Ich will vor dem Herrn tanzen, der mich erwählt hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich zum Fürsten zu bestellen über das Volk des Herrn, über Israel, und will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in meinen Augen; aber bei den Mägden, von denen du geredet hast, will ich zu Ehren kommen.“
David kam und wollte sein Haus segnen; aber Sauls Tochter schloss sich selbst von diesem Segen aus und wurde auf ihr Vaterhaus hingewiesen, das zum Untergang verurteilt war. Sie blieb bis an ihr Lebensende kinderlos und wurde so vollständig dem Haus zugeordnet, aus dem sie hervorging.
5. Den Helm des Heils
Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. 1. Thess. 5, 8.
Die Hoffnung stärkt und befähigt uns, Strapazen durchzustehen. Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Röm. 8, 18. Die Hoffnung macht unerschrocken im Kampf, achtet Schande für nichts und sieht auf die Belohnung.
6. Das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes
Die Schrift ist Gottes Wort für die Personen, die geredet haben und die es deshalb geredet haben, weil sie es geglaubt haben. Gottes Wort muss seine Arbeit des Zerbruchs getan und im Innersten des Herzens als innewohnende Kraft Raum bekommen haben, wenn man es wirkungsvoll als Schwert gebrauchen will. Auch Satan konnte Schriftstellen zitieren. Die Menschen können eine ganze Reihe von Schriftstellen auswendig hersagen; aber zum Schwert werden sie nicht, bevor das Wort nicht mit dem Glauben in unseren Herzen vereint ist.
Sie wurden von dem alten Simeon gesegnet und er sprach zu Maria, Jesu Mutter: „Siehe, dieser (Jesus) ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.“ Lk. 2, 34-35.
Das Schwert des Geistes entblößt und offenbart die menschlichen Gedanken, die dann unter den Gehorsam Christi gefangen genommen werden. Sind die Gedanken dann in andere Spuren gelenkt, so vermag der Widersacher nichts mehr auszurichten, weil es ja gerade seine Gedanken waren, die ihm hätten helfen sollen. Gesegnete Worte, die so eine Macht haben!
Angetan mit dieser Rüstung werden wir weit überwinden durch ihn, der uns liebt.
Wenn wir darüber hinaus allezeit mit Bitten und Flehen im Geist beten und dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen wachen, so wird unsere Glaubensstellung umso mehr gestärkt und gefestigt werden – zur Ehre des Namens Gottes.
