Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Skjulte Skatter 1912-12 - Der Siegespreis und die Engelverehrung

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Der Siegespreis und die Engelverehrung

„Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.“ Kol. 2, 18-19.

Man kann einen Siegespreis verlieren – nicht weil man kämpft, sondern weil man das Kämpfen unterlässt. Man wird seines Siegespreises beraubt, weil man sich betören lässt durch falsche Demut und Verehrung der Engel, eine der Kampfstrategien, die Satan unter den Gläubigen am häufigsten anwendet.

Wenn jemand kommt, sich demütig stellt und einen bewundert und einem schmeichelt, dann sind eine besondere Gnade von Gott, Licht und Wachsamkeit nötig, um das Schwert gegen diese Person ergreifen zu können. Das Üblichste und Leichteste ist, auf den Schmeichler zu hören und sich betören zu lassen. Man lässt sich als Engel des Herrn verehren, als denjenigen, der etwas von Gott zu verwalten bekommen hat, und findet Gefallen daran, wenn jemand demütig auftritt. Dies schmeichelt und spricht die natürlichen Gefühle des Menschen an.

Sind wir Gott gegenüber treu und geben ihm die Ehre, dann werden wir jegliche Verehrung der Engel abweisen und alle Demut, die darauf ausgerichtet ist, uns selbst zu gefallen. Wir werden gegen die betreffende Person den Kampf aufnehmen und ihr direkt sagen, was wir meinen. Auf diese Weise behält man den Siegespreis und Gott bekommt die Ehre.

Die Verehrung der Engel gedeiht ausgezeichnet in der heutigen Zeit, wo man sich eine große Zahl von Lehrern (Engeln) auflädt, die das predigen, wonach einem die Ohren jucken, ohne dass man danach fragt, ob der Betreffende von Gott eingesetzt ist. Man bewundert Personen um eigener Vorteile willen. Die Frauen bewundern den jungen Prediger und scharen sich dicht um seine Kanzel, um ihn zu hören, ihn zu sehen und um gute Ratschläge für Schwächen und um Trost zu bekommen. Die Religion ist das Mittel, aber das Ziel besteht – meistens unbewusst – darin, den Prediger zu gewinnen. Darum sieht man auch, dass, wenn der Prediger weg ist, auch seine Bewunderer den Versammlungen fernbleiben. Das Ganze war nur Verehrung der Engel. Dem natürlichen Verlangen, das die Frau zum Mann hat, 1. Mos. 3, 16, und das man früher zügelte, lässt man, sobald man unter religiösen Einfluss kommt, freien Lauf, weil man sich dort vor Satans Macht wohl bewahrt wähnt. Aber diese Gleichgültigkeit und diese mangelnde Wachsamkeit benützt der Teufel, der in Kriegsführung geübter ist als die Jugendlichen, die viele Lüste zu pflegen und viele Interessen wahrzunehmen haben.

Wenn sich der junge Prediger besiegen lässt, wird er als Verkündiger des Wortes unbrauchbar. Ergreift er aber das Schwert und schlägt unbarmherzig auf all dieses religiöse Fleisch los, dann wird der Aufrichtige sich freuen und Gott wird ihm Sieg geben.

Satan, der Fürst der Finsternis, versteht es, seine Macht und seine Mittel dort einzusetzen, wo es den Menschen an Erkenntnis Gottes fehlt. Er geht den Menschen in der Finsternis nach und greift dort an, wo man kein Licht hat. Und nur durch große Wachsamkeit und Gebet können wir die Verehrung der Engel besiegen und den Siegespreis behalten.