Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Elias Aslaksen, 25.11.1912

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Horten, 25. 11.1912
Lieber Bruder Aslaksen,
Gottes Gnade und Friede in Christus Jesus.

Herzlichen Dank für die Karte vor längerer Zeit sowie für den Brief jetzt. Ich habe die Briefe gelesen und ich freue mich, das Verständnis zu sehen, das sie schon bekommen haben, und die Gemeinschaft und die Liebe, die dadurch zum Vorschein kommen.

Aksel war gestern hier. Wir sprachen miteinander über Gnade und Gerechtigkeit, dass die Gnade nicht das Abschließende ist, sondern dass sie nur mit dem Ziel vor Augen wirkt, uns zur Gerechtigkeit zu führen. Aksel hat vor, zwischen Weihnachten und Neujahr einen Besuch in Sarpsborg zu machen. Es wird sich dann zeigen, ob sie ihn annehmen oder ob sie ihn verwerfen wollen. Br. Emanuel Pettersen meinte, es wäre von Vorteil, wenn du im Januar nach Sarpsborg kommen würdest. Dies sagte er Anfang Herbst. Wir werden nun sehen, wie Gott das Ganze lenkt. Wenn sie die Wahrheit nicht erkennen wollen, dann glaube ich, dass es absolut erforderlich ist, diejenigen abzusondern, die etwas wollen, und sie genauer über „den Leib“, die wahre Gemeinde, zu unterweisen. Es zeigt sich wieder und wieder, dass alle Anstrengung außerhalb des Leibes verlorene Zeit und Mühe ist. Ja, es ist sogar Sünde, denn alle Sünde, die ein Mensch begeht, ist außerhalb des Leibes – welcher Art sie auch sei. Es ist Mangel an Glauben und alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.

Wenn Gott deinen Weg nach Sarpsborg lenkt, dann weiß ich, dass du in Treue gegenüber dem Licht, das Gott dir gegeben hat, durch die Gnade Gottes alles in die rechte Ordnung bringen und das Edle vom Unedlen absondern wirst. Die Zeit ist gekommen, dass nun in Sarpsborg gehandelt werden muss. Sie haben gehört, erörtert und Gelegenheit gehabt, sich zu entscheiden. Wenn sie nun nicht wollen, dann glaube ich, dass die Zeit da ist, dass Gott den Leuchter von ihrer Stätte wegstoßen wird und eine Gemeinde im Licht bilden wird. Lieber Bruder, du hast eine wunderbare Aufgabe und eine herrliche Berufung bekommen. Mach keine Abstriche, sondern rede das Wort in seiner Schärfe und lasse es selbst wirken, was es will. Neues Land und neue Leute können nur durch eine zielbewusste Arbeit und mit energischem Einsatz, gepaart mit aller Weisheit und allem Verstand, erobert werden.

Ich kann Gott nicht genug für seine große Gnade über uns danken, dass er uns Entwicklung und Sieg gibt und diejenigen zur Gemeinde hinzufügt, die in Wahrheit errettet werden. Br. Andresen in Sarpsborg hat sich in der Lage (Klemme), in der er gewesen ist, vielleicht als etwas störrisch und unzufrieden erwiesen. Doch ich glaube, dass er als befreiter Mann ein tüchtiger Arbeiter in der Gemeinde werden wird, in der er zufrieden sein wird und etwas bekommt, für das er sich einsetzen kann. Es gibt dort auch einige Frauen mit einem nicht geringen Verständnis. Gott legt alles so erstaunlich planmäßig zurecht, genau zu seiner Zeit, sodass wir in völliger Ruhe die Werke ausführen können, die Gott zuvor für uns bereitet hat.

Ich freue mich schon im Geist auf die Frucht, die du durch deine Arbeit auch unter den lieben Geschwistern in Sarpsborg schaffen wirst. Br. Andresen sagte, du wärst genau der richtige Mann. Wenn Em. Pettersen dich nicht annimmt, dann werden die anderen Geschwister das tun. Ich habe von Gjertrud Wehmes Liebe und Dienst gehört – ein in Wahrheit schöner Dienst.

Möge Gott dich und deine Familie und deine Arbeit segnen. Dein in der Liebe des Geistes mitarbeitender Bruder

Johan

Ich kann dich damit erfreuen, dass Vater um viele Grade umgeschwenkt ist. Er kommt, wenn auch nicht so plötzlich. Er schrieb neulich einen Brief an Aksel, wie ich noch keinen von ihm gesehen habe. Das ständige Bombardement bringt das Feuer des Feindes zum Schweigen.