Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Skjulte Skatter 1912-10 - Der Geist, das Wasser und das Blut

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Der Geist, das Wasser und das Blut

Wer ist aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?

Dieser ist’s, der da gekommen ist mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut; und der Geist ist’s, der da Zeugnis gibt, denn der Geist ist die Wahrheit.

Denn drei sind, die da Zeugnis geben:

Der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein. 1. Joh. 5, 5-8.

Die Welt überwinden – wer wünscht sich das nicht? Und genau das ist uns durch den Glauben an den Sohn Gottes verheißen. Dies geschieht durch den Geist, das Wasser und das Blut; denn diese drei zeugen von Gottes Sohn. Soll Gottes Sohn, der sich als Sieger erwiesen hat, in uns offenbart werden, dann müssen wir sein Zeugnis zu seinem Recht kommen lassen; denn ohne dies kann von Sieg keine Rede sein.

1. Der Geist. Ohne ihn sind wir Waisen – unverständig und ohne Kraft und können als solche überhaupt nicht siegen. Aber getauft mit dem Heiligen Geist Gottes kommen wir in den Besitz des Geistes, der uns in alle Wahrheit leiten wird. Dieser Geist erforscht selbst die Tiefen der Gottheit und vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen, wenn wir nicht einmal wissen, worum wir beten sollen.

Er ist die Person in der Gottheit, die nicht aus sich selber redet, sondern was er hören wird, das wird er reden; denn er wird von dem nehmen, was Christi ist, und uns verkündigen, und was zukünftig ist, wird er uns verkündigen. Joh. 16, 13-14.

Er redet nicht von sich selbst, sondern nimmt von dem, was Christi ist, und verkündigt es uns. Aber womit ist Jesus gekommen? Nun, mit dem Wasser und dem Blut.

2. Das Wasser. Nicht mit Wasser allein. Das Wasser dient zur äußeren Reinigung, zum Waschen, zur Vergebung der Sünden. Denn alle Sünde, die der Mensch tut, ist außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. 1. Kor. 6, 18. Das Wasser reinigt die Sünder. So lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser. Hebr. 10, 22. Die meisten Menschen begnügen sich mit dem Wasser allein; aber Christus ist nicht nur mit dem Wasser gekommen, sondern mit Wasser und Blut.

3. Das Blut. Man wird zwar dadurch, dass man Christus annimmt, des Geistes, des Wassers und des Blutes teilhaftig und wird errettet. Aber nicht alle lassen diese Zeugen in ihrem eigenen Leben hervorkommen.

Wir wissen, dass das Blut bei Christus hervorgekommen ist und dass er sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer dargebracht hat. Die Frage ist jedoch, ob derselbe ewige Geist uns hat dazu treiben können, bis zum Blut zu opfern. Es ist gut und schön, dass Gott gegenüber seinem eigenen geliebten Sohn streng gewesen ist. Dies war er aber nicht deshalb, damit wir frei ausgehen, wie man fälschlicherweise lehrt. Gottes Geist vereinigt sich nicht mit dem alten Sauerteig des Menschen, mit alten Lehrsätzen, Phantasien über die Wiederkunft Christi, über das tausendjährige Reich und vielem anderen, das nur die fleischlichen Sinne und die Wissbegierde zufriedenstellen kann. Er vereinigt sich nur mit dem Wasser (Vergebung der Sünden oder Reinheit am Leibe) und mit dem Blut (dem Tod des alten Adams). Gottes Geist vereinigt sich niemals mit der „Lehre“ des alten Adams über dieses und jenes. Er hat davon mehr als genug gesehen. Deshalb verkündigen auch solche Menschen ihren alten Sauerteig in ihrem eigenen Geist.

Gottes Geist vereinigt sich nur mit dem Wasser und dem Blut, d. h. dem Sterben Christi. Alles andere meidet er. Nun können wir uns zwar das Blut Christi nicht auf einmal voll und ganz zunutze machen; aber wir machen dadurch davon Gebrauch, dass wir uns allezeit dem Sterben hingeben. Auf diese Weise kommt das Blut bei uns hervor; und dies ist nötig, weil Gott uns nur kraft dieses Blutes von den Toten auferwecken kann. Vergleiche dies mit Hebr. 13, 20-21: „Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Wir sehen hier, dass Gott Christus durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten auferwecken konnte. Nun ist es so, dass er uns durch dasselbe Blut – in dem Maß, wie wir dem Sterben hingegeben sind – auch auferwecken wird. Die Kraft der Auferstehung bekommen wir schon hier. Phil. 3, 10. Aber die Auferstehung – die Auferstehung des Leibes – wird erst am Morgen der Auferstehung geschehen. Dann wird der eine wie die Sonne leuchten, ein anderer wie der Mond, und ein Stern wird den anderen an Glanz übertreffen. Gottes Gerechtigkeit wird dann an uns offenbart werden; und wir werden sehen, was jetzt verborgen ist, nämlich den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten. Es ist deshalb nötig, dass wir, wenn wir einen reichen Eingang in die ewigen Wohnungen bekommen wollen, uns schon hier darin üben, das Zeugnis Jesu anzunehmen: den Geist, das Wasser und das Blut. Es entstehen zwar Leiden im Fleisch, wenn der Wille Gottes uns durch den Geist in die Richtung des Wassers und des Blutes treibt; aber dies alles dient dazu, göttliche Natur in uns zu offenbaren und uns eine gewichtigere und herrlichere Auferstehung von den Toten zu geben.

Es gibt Menschen, die in den vergangenen Jahren mit dem Heiligen Geist getauft worden sind; die aber alle ihre alten Theorien, ihren alten Sauerteig und ihre falsche Liebe in ihren neuen Zustand mit hinübergenommen haben und nun die erdenklichsten Bemühungen anstellen, dass der Geist sich mit all diesem Irrsinn vereinigen soll. Im direkten Gegensatz zu Gottes Wort arbeitet man unermüdlich mit Bildern und anderem Anschauungsmaterial, um seine Mitmenschen für all das zu gewinnen, was doch nur auf seinen Untergang wartet; denn der Geist vereinigt sich nur mit dem Wasser und dem Blut.

Wie rasch würde man doch in der Erkenntnis unseres Herrn Jesu Christi wachsen, wenn man dies nur loslassen wollte. Gott liebt die Seele und will ihr gerne den Geist der Weisheit und der Offenbarung geben, ihn zu erkennen. Aber er kann es nicht, weil sie ihre große Last an Theorien mit sich herumschleppt, die ihr dazu dienen sollen, Nahrung und Ansehen nach dem Fleisch zu finden. Gott aber macht von dem Seinen keine Abstriche. Sein Geist vereinigt sich nur mit dem Wasser und dem Blut. Und nur derjenige wird die Welt überwinden, der es in Leben und Tod bei diesem Zeugnis bewenden lässt.