Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Elias Aslaksen, 1.09.1912

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Horten, 1. 9. 1912
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Ps. 19, 9-12

Es ist immer eine Freude, deine Briefe zu bekommen, in denen und aus denen die Liebe Gottes und die Treue im Geist hervorsprudeln, die die Gemeinschaft und die innere Vertrautheit in Christus Jesus zu stärken vermögen. Ich denke an dich in deiner Arbeit in Kristiansand mit einem Leiden in meinem Geist. Doch weil der Trotz und der Widerstand, die dir begegnen, in hohem Maß als Prüfung wirken und dich umso mehr in der Wahrheit festigen werden, gibt es darin auch einen Trost und einen Gewinn. Doch – ohne sichtbare Frucht wird deine Anwesenheit in Kristiansand nicht sein. Du siehst, dass Gott deinen Dienst in Hønefoss reich gesegnet hat, und das wird er auch in Kristiansand tun.

Aksel ist nun zwei Tage hier gewesen. Er fuhr gestern nach Drammen, um Schw. Palme und andere zu besuchen und will am Montag seine Arbeit in Kristiania anfangen. Ein Br. Andresen aus Sarpsborg war letzten Sonntag hier. Er erzählte, dass die Gemeinde in Sarpsborg zur Zeit auf der Stelle tritt, weil sie in zwei Teile gespalten ist, wobei der eine Teil Aksels Zeugnis angenommen hat. Br. Ellefsen hat in Haugesund eine gute Arbeit getan, was du aus dem beiliegenden Brief erfahren wirst. Die ganze Küste hoch ist ein einziges großes Arbeitsgebiet. Wenn die Zeit dafür da ist, dann können wir – wenn du willst – einen kleinen Artikel darüber in Skj. Sk. setzen, dass du im Dienst des Herrn unterwegs bist – falls jemand speziell den Wunsch hätte, dass du kommen solltest, um den Weg Gottes noch genauer auszulegen. Apg. 18, 26.

Was mich selbst betrifft, hat der kommandierende Admiral auf meinen Antrag auf eine längere Beurlaubung geantwortet, dass er ein Jahr Sonderurlaub befürworten würde, er wolle aber die Sache dem Verteidigungsministerium vorlegen. Die Arbeit (die geistliche) nimmt Jahr für Jahr zu und sie erfordert bald einen ganzen und ungeteilten Einsatz. Du kannst daher selbst verstehen, was für ein Kampf in meinem Inneren ist, doch Gott wird meinen Weg lenken und das Ganze regeln. Du schriebst aus Hønefoss: Ich glaube nicht, dass Gott sich Werkzeuge ausbildet und sie dann zur Seite legt. Diese Worte sind wahr und waren mir zum Trost und ich habe viel darüber nachgedacht – in die Richtung, mit einem ewigen Opfer das zu opfern, das die Arbeit hindern will, und Gott alle Türen hinter mir zuschließen zu lassen.

Der Herr hat dich mit einer schönen Berufung berufen, lieber Bruder, und es freut mich unsagbar im Geist, dass du nun im Dienst des Herrn unterwegs bist mit dem Wort vom Kreuz – dem Wort, das für jeden, der glaubt, eine Gotteskraft zur Erlösung ist.

Zu deiner Frage zu den Monatsblättern: wir haben vermutlich genug von allen Ausgaben hier. Doch wäre es vorteilhaft, wenn du gut haushalten würdest, was das Verteilen von Nr. 1 betrifft, denn wir wollen am Ende des Jahres alle Nummern binden lassen, sodass wir ein paar Sammelbände haben. Du musst dann gegebenenfalls die schönsten Exemplare einbehalten. Ich verstehe es so, dass du von Aksel 14,60 Kr. + von mir 15,00 Kr. aus der Kasse von Skj. Sk. für die Fahrt von Hønefoss nach Kristiansand und zurück bekommen hast. Danke für die Quittungen. Tobiassen war jetzt gerade hier und erzählte, dass er in einer deiner Versammlungen in Kristiansand gewesen ist. Ich habe vor, Vater einen Brief darüber zu schreiben, nicht zu widerstehen, sondern zuzuhören, sodass er das Herrliche unter der Decke finden kann.

Deine Hinweise auf Spr. 21, 22 und 1. Sam. 18, 15 waren sehr wertvoll. Grüße die Treuen.

Liebe Grüße in der Gemeinschaft des Geistes.

Dein Johan