Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 27.08.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Viking“, Vardø, 27. 8. 1917
Lieber Bruder Aksel,

danke für deinen lieben Brief, den ich neulich erhalten habe. Wie du vielleicht aus Kvalheims Brief gesehen hast, sind die Verhältnisse in Moldøen nun in Ordnung. Br. Kvalheim, den ich etwas zu kennen glaube – hat einen feinen und stillen Charakter, der in einem Gespräch unter vier Augen zum Vorschein kommt, der aber in einer Versammlung, wo viel gesprochen wird, unsichtbar blieb. Er kann im Äußeren leicht weggefegt werden; aber im Inneren lässt er sich nicht leicht wegfegen. Er liebt das innere Leben mit einer großen Liebe, und darin besteht seine Kraft. Die ihn kennengelernt haben, werden dasselbe sagen. Daher ging es nun in Moldøen, wie es ging – es zeigte sich, dass sein Stab grünt. Br. Nils Strand ist schon eine Kraft; er hat ihn kräftig verteidigt. Als ich in Moldøen war, waren nur D. Kvalheim und seine Frau, Nils Strand, Frau Kjærstad und die Lehrerin Torjussen da. Seit dieser Zeit sind dort durch die Arbeit von Kvalheim eine ganze Reihe dazugekommen. Wir sehen daher, dass er kein untauglicher Arbeiter ist. Oldeide ist fast in seine Arbeit gekommen.

Gestern hatten wir hier an Land eine besonders gute Versammlung. Sie jubelten vor Freude. Wir sprachen miteinander über Eph. 2, 11-22 sowie über Kol. 1, 22. Br. Strømme macht täglich Fortschritte. Er vernimmt bereits, dass Gottes Geist während der täglichen Arbeit zu ihm redet. Ebenso geht es Schw. Norum, die alle zusammen anspornt. Es kommen jetzt andere Leute als gewöhnlich in die Versammlungen. Ich verstehe, dass Gott sie so ergriffen hat, dass man in Vardø schon von einer Gemeinde sprechen muss. Br. Strømme ist still und hat ein freundliches Wesen; aber ich glaube, dass er einige von Kvalheims Eigenschaften hat. Was er sagt, ist glaubwürdig und bestimmt. Seine Frau ist ihm eine solide Stütze, ebenso wird sie eine Stütze in der Gemeinde sein, da sie einen guten Sinn dafür hat, jedem seinen Platz zuzuweisen. Sie ist gleichzeitig in vielem geprüft und ist demütig, weshalb sie zurückgezogen lebt. In Mehavn – weiter nördlich – lebt ein Kaufmann Ditlefsen, mit dem Br. Ellefsen gesprochen hat und der Strømmes nahesteht. Ich habe ihn noch nicht gesehen. Gestern waren Br. Strømme und ich bei den Offizieren der Heilsarmee in deren Quartier. Der 51-jährige Adjutant war ein umgänglicher Mann, ebenso der Leutnant. Wir waren zwei Stunden lang zusammen und sprachen über das Leben in Gott, über Kämpfe, über die Leitung von Versammlungen im Geist, über geistliche Kriege usw. Sie wurden beide so ergriffen, dass sie richtig jubelten. Als wir gingen, baten sie uns, wiederzukommen und auch zu den Versammlungen zu kommen. Sie haben auch für uns Kaffee gekocht, daher nehme ich an, dass sie unseren Besuch schätzten. Der Leutnant betete darum, mit dem Geist getauft zu werden. Der Adjutant heißt Lindvik. Mitunter sieht es so schwarz aus – beinahe, als ob alles zerbrechen würde und alle Arbeit vergeblich wäre; aber dann kommen, ehe man sich‘s versieht, herrliche Resultate. An den Sonntagen macht Strømme ab und zu einen Besuch an Bord. Mit Andresen geht es langsam; er verlässt sich zu sehr auf sein tadelloses Leben. Br. Ellefsen und ich haben oft eingehende Gespräche über den Dienst und über die Verhältnisse an den verschiedenen Orten. Er hat ja nun einige praktische Erfahrung; und er ist mit seiner ganzen Seele dabei. Letztes Jahr ist er durch eine gewaltige Feuerprüfung gegangen, die nichts anderes sein konnte als die Prüfung, die Gott den Menschen angedeihen lässt, die seine Diener sein sollen. Wir haben über Porsgrund und Drammen gesprochen; aber lies im Brief von L. Risnes, was Gott wirkt.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan