wie du siehst, befinde ich mich jetzt in Kristiansund N. Wir kamen am Samstag hierher und bleiben hier bis Donnerstagabend; weil die Reisebestimmungen geändert wurden. Wir sind zusammen zwei Oberkanoniere und später kommt noch ein Unterkanonier aus Aalesund und stößt zu dem Transport hinzu, der aus 50 bis 60 Mann besteht, die mit der Bahn über Trondhjem nach Horten sollen. Vorläufig wohnen wir ganze fünf Tage lang hier im Missionshotel und tun nichts anderes, als kreuz und quer die Stadt zu besichtigen. Am Sonntag war ich in drei Versammlungen im „Missionshaus“ (Das Haus von den Geschwistern der Freien Mission). Dort war volles Haus. In zwei von den Versammlungen stand ich auf und sprach zu den Menschen, die ziemlich träge im Geist waren. Dort war auch ein Prediger namens Williams, der in Amerika gewesen war. Er sprach kräftig davon, sein Kreuz auf sich zu nehmen; aber da er selbst nicht dafür sorgt, außerhalb des Lagers zu kommen und Anteil an der Schmach zu bekommen, wird seine Verkündigung kaum von größerem Wert sein. Er wollte nun nach Aalesund. Heute ist Dienstag, vielleicht gibt es heute Abend irgendwelche Versammlungen. Hier soll es einige Baptisten, aber ansonsten keine freie Versammlung geben. Als ich heute in der Stadt umhergegangen bin, haben mehrere gegrüßt; sie sind vermutlich am Sonntag im Missionshaus gewesen.
Es war geplant, dass wir der Küste entlang Richtung Süden fahren sollten, dann kamen jedoch die Änderungen und wir blieben hier. Dies ist ja eine Veränderung gegenüber dem Leben an Bord. So Gott will, werden wir am Karfreitag abends von Trondhjem abfahren und kommen dann am Samstagmittag nach Kristiania, von wo uns ein Torpedoboot „Falk“ nach Horten mitnimmt. Ich werde bei der Einkleidung dieser Leute behilflich sein, vermutlich auch am Ostersonntag. Nach dieser Zeit habe ich sieben Tage frei. Vielleicht kannst du an einem der Tage, wie es dir reinpasst, einen Besuch in Horten machen. Wir sollen im Frühling auf den Zerstörern abgelöst werden, heißt es; aber ich weiß nicht, wo es dann hingeht. Die „Valkyrjen“ war gestern in Moldøen, um Kohle nachzufüllen; sie hält sich zurzeit in Haugsholmen auf. Br. Haagensen hatte vor der Abfahrt von Aalesund vom Chef die Zusage erhalten, dass er am Montag in Moldøen an Land gehen und am kommenden Samstag in Aalesund zum Schiff dazustoßen dürfe. Damit bekommt er vier bis fünf Tage unter den Geschwistern dort unten, Gründonnerstag und Karfreitag inklusive. Gott steuert alles sehr gut. Br. Haagensen wird wohl im Mai abgemustert, da er vorhat, nach Kristiania zu ziehen. Er ist glücklich und froh wie nie zuvor; er hat den hängenden Kopf und die wankenden Knie aufgerichtet und war mir an Bord zum Nutzen und zur Freude. Den Geschwistern in Aalesund geht es besonders gut; es ist eine wahre Freude gewesen, unter ihnen zu sein und ihren Eifer zu sehen. Die Zeit ist kurz hier; aber ich sehne mich danach, suchende Seelen zu treffen; doch weiß ich nicht, wo ich sie finden soll. Gott muss sie mir jetzt wie auch sonst in den Weg schicken.
Grüße dein Haus.
Sei herzlich gegrüßt, dein Bruder
Johan