Dem Gesetz getötet und im Leib Christi gestorben
Man muss unterscheiden zwischen dem, „dem Gesetz getötet“ zu sein und „im Leib Christi gestorben“ zu sein. Das Gesetz ist für die Übertreter, aber durch den Leib Christi sind wir dem Gesetz getötet. Röm. 7, 4.
Wenn du Vergebung für deine Sünden bekommen hast und das Leben leben willst, wirst du erkennen, dass du zu kurz kommst. Und wenn du auch dein Bestes gibst, reicht es nicht. Du musst dich immer wieder an das Lamm Gottes wenden, das die Sünde der ganzen Welt trug, um Vergebung für deine Sünden zu bekommen. Es ist mit dir wie mit dem Volk im Alten Bund; sie bekamen Vergebung durch Opferungen, indem man durch das Blut von Böcken und Stieren und die Asche der jungen Kuh äußerlich gereinigt wurde. Auf diese Weise bekommst du Vergebung durch das Blut Jesu, indem du zum geopferten Lamm Gottes aufsiehst.
In diesem Zustand hast du deine eigene Untauglichkeit, deine verdorbene Natur noch nicht kennengelernt. Du versprichst Mal für Mal Besserung und weißt nicht, dass du nicht besser werden kannst. Wenn du aber aufrichtig bist, wirst du, indem du darüber nachdenkst, herausfinden, dass es kein vollkommenes Leben ist, wenn man täglich sündigt. Durch das Gesetz wirst du dann zu dem Schluss kommen, dass du dem Gesetz getötet werden musst. Bist du dann durch den Leib Christi dem Gesetz getötet, dann bist du auch durch denselben Leib mit ihm gekreuzigt.
Du warst früher nicht gekreuzigt, deshalb sündigtest du täglich und brauchtest täglich Vergebung der Sünden. Nun aber bist du vom Gesetz freigemacht, sodass du im neuen Wesen des Geistes dienst und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Röm. 7, 6. Die Nägel des Kreuzes werden dich davon abhalten zu sündigen, du bist in den Leib hineingekommen, denn wir sind durch einen Geist zu einem Leib getauft.
Wenn du nun dem Gesetz getötet bist, so bist du dennoch nicht im Leib gestorben. Im Leib findet eine ständige Hingabe in das Sterben Jesu statt. Der Tod ist wirksam in uns; du wirst seinem Tod gleichgestaltet. Phil. 3, 10. Während dieser Ausbildung gelangt man zu der Schwachheit, in der sich die Kraft Gottes offenbart.
Wer unter dem Gesetz lebt, der hat nichts mit dem Glauben zu tun. Darum heißt es: „Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.“ Gal. 3, 23-25.
Der Glaube hat das Gesetz abgelöst. Die Nägel des Kreuzes haben die Zucht des Gesetzes abgelöst. Wir sind durch den Leib Christi dem Gesetz getötet und sollen nun – durch Glauben – im Leib in den Tod gegeben werden.
