Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Theodor Ellefsen, 17.09.1916

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Haugesund, den 17. September 1916
Lieber Bruder Th. Ellefsen,
Gottes Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief. Ich sehe hieraus, dass du geistliche Kämpfe hattest; aber wieder zum Sieg durchgedrungen bist. Du fragst, ob du näher erklären sollst, worum es in diesem Kampf ging. Lieber Bruder, wir haben alle viel, mit dem wir zu kämpfen haben. Wir müssen selbst den Kampf austragen und selbst den Sieg einfahren. Ich glaube nicht, dass alle solchen Dinge offenbart werden sollen – es sei denn, dass man glaubt, jemandem damit zu nutzen, und Gott es so will.

In Aalesund hatten wir diesmal besonders gute Versammlungen. In zwei Versammlungen sprachen wir miteinander darüber, Christi Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken. Gott ließ uns viel Nutzen daraus bekommen. Wenn wir im Licht wandeln, wird das Licht (das Gericht) immer auf die Wand, die dazwischen ist (die Sünde im Fleisch) scheinen; die Seele (das Blut) wird ausgeschüttet und das Fleisch wird frei von Sünde. Das Blut wird rein und das Fleisch wird rein. Die Feindschaft, die Wand, die dazwischen ist, ist die die Sünde im Fleisch und wird niedergerissen. Das Blut des ewigen Bundes kommt zum Vorschein. Gott begehrt mit Eifer den Geist, den er in uns wohnen ließ. Dieser Geist wird lebendiggemacht in Reinheit, nachdem das Zeugnis des Blutes vorliegt. Das reine Fleisch, das hervorgekommen ist, nachdem das Blut geflossen ist, ist Christi Auferstehungsfleisch. Eine vollkommene Auferstehung in dieser Richtung hatte Paulus in Phil. 3 vor Augen. Der Geist ist lebendiggemacht und das Blut ist Christi Blut. Die Worte, die er zu uns redet, sind Geist und sind Leben. Im Geist haben wir dann Christi Fleisch, Geist und Blut, d. h. Leib, Seele und Geist. Daher heißt es: Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. Sofern ihr sein Fleisch esset. Beachte dieses „ihr“. Das sind wir selbst, die nach der Gesinnung des Geistes, die Friede und Freude ist, dieses Fleisch des Friedens essen und dieses Blut des Friedens und des Bundes trinken. Je mehr wir uns in diesen Frieden vorwärts essen (wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe ein), desto mehr werden wir im Geist lebendiggemacht. Der neue Mensch, der hervorkommt, wird erneuert zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Der neue Mensch, der hervorgekommen ist, nachdem ein vollständiger Tod über die Sünde im Fleisch stattgefunden hat, hat völlige Erkenntnis über Gut und Böse; diese hat er durch die Zunichtemachung der Sünde bekommen.

Gestern traf ich Br. Lohne und las ihm zwei deiner Briefe vor. Br. P. Skram aus Moldøen wurde an einem Sonntag in Aalesund getauft. Die Geschwister waren versammelt. Hier hat es viele Schwierigkeiten gegeben. Das zeigt, dass sie ständig Betreuung brauchen; sie schaffen es nicht, alles auf den richtigen Platz zu setzen. Es fehlt an wahrer Einsicht und umfassender Weisheit, vielerlei Weisheit.

Leb wohl, lieber Bruder. Ich habe einen Brief von Quartiermeister 114 bekommen, Tjørve? Er schreibt richtig klar und gut.

Liebe Grüße dein Br.

Johan