Gottes Friede.
Meinen Brief hast du, hoffe ich, erhalten, ebenso hoffe ich, dass es dir gut geht im Herrn. Du bist nun so weit im Norden, dass du mit Recht ab und zu hören möchtest, wie es geht.
Letzten Sonntag in Aalesund hatte ich den ganzen Tag Landgang. Es war wie eine richtige kleine Konferenz, denn Br. Peter Skram aus Moldøen kam, um sich taufen zu lassen. Er ist wirklich umgänglich und eifrig geworden. Dann kam Br. Fugleseth aus der Stadt Molde und Schw. Stene aus Ørskog. Außerdem waren alle Geschwister da. Ich sprach zu 21 Menschen. Gott segnete so reichlich, dass wir den ganzen Tag nicht auseinandergehen konnten. Am Vormittag waren wir bei Br. Brune und am Nachmittag bei Schw. Tippen. Bruder P. Skram sprach sehr klar und richtete Grüße von Br. Kvalheim aus, der ein treuer Streiter Jesu Christi ist, sagte er. Er hatte Tränen in den Augen, als er das erwähnte; denn er war ja selbst sein lebendiger Empfehlungsbrief. Um 15.00 Uhr waren wir an dem Platz, an dem Br. Skram getauft werden sollte, und so geschah es. Die Geschwister sangen, es waren so gut wie alle dabei; anschließend beteten wir zu Gott für Br. Skram. Danach gingen wir zu Schw. Tippen, wo wir über Röm. 7 sprachen, Zeugnisse ablegten und sangen. Wir aßen Mittagund Abendessen gemeinsam; die letzte Mahlzeit war bei Tippen, und dann legte jeder ein paar Münzen in die Büchse.
Gott ist gut, sein Name sei gelobt, der uns in all dem Widerspruch so gesegnete Versammlungen haben lässt.
Ich weiß nicht mehr, ob ich dir letztes Mal geschrieben habe, dass Br. Risnes und Br. Haagensen nun in Sarpsborg sind. Risnes sagt, dass er nun an den rechten Ort gekommen ist. Schw. Eltvik in Aalesund hat einen Brief von Jørgine Pettersen bekommen, die bei G. Willersrud ist. Diesem Brief nach wollten sie sich nun beide auf eine Reise nach Kristiania, Drøbak, Horten, Sarpsborg, Kristiansand S. und Aalesund begeben. Aksel schrieb ihnen und bat sie, nach Kristiansand S. zu reisen. Diejenigen, die sich im „Fremtiden“ in Sarpsborg versammelt hatten, haben damit aufgehört, bevor Risnes dorthin kam. Hierin sehen wir nun Gottes Führung, dass es nichts nützt, sich auf treulose Menschen zu verlassen. Br. Risnes ist jung und nicht so sehr geprüft, aber er hat ein Herz, das recht ist vor Gott, weshalb ich Hoffnung habe, dass es nun gutgehen wird. Br. Haagensen ist dabei und hilft mit. Dem letzteren Bruder hat seine Zeit in Nordnorwegen gut getan. Er hat sich im Geistlichen sehr gut entwickelt. Wir liegen nun in Haugsholmen und sollen – so Gott will – am 8. dieses Monats nach Aalesund. Dort müsste ich dann am Sonntag Landgang haben. Am 15. September sollen wir bis zum 1. November nach Haugesund, habe ich gehört.
Wir sprachen in Aalesund davon, mit einem Auge und einem Arm ins Himmelreich einzugehen. Sollte es Lüste im Leib geben, zu deren Überwindung ein Mensch sich nicht imstande sieht, dann müsste ein solches Glied – geistlich gesprochen – abgehauen werden. Ein Trinker muss z. B. auch zu Dingen nein sagen, die unter gewöhnlichen Umständen seinen Leib stärken würden. Er kann nicht das tun, was Paulus Timotheus rät: ein wenig Wein zu trinken um seines Magens willen usw. Er muss dieses Glied abhauen. Aber ist das Glied abgehauen, dann ist es weg. Gott wollte am liebsten, dass er die Sünde aus dem Glied hinausgetrieben hätte; doch nun folgt das Glied mit der Sünde mit und er geht einarmig in Gottes Reich ein. Ein solcher Mann hat ein Gebrechen und soll nicht die Speise seines Gottes darreichen. Grüße die Geschwister im Norden.
Herzliche Grüße dein Bruder
JohanSchreibe bald!
