Gottes guter Friede.
Herzlichen Dank für deinen lieben Brief. Wir sind nun in Bergen und bleiben zehn bis vierzehn Tage hier. Am Donnerstagabend war ich an Land und sprach mit Br. Johan Olsen, der sofort ohne Aufforderung erzählte, dass er im Geist abgewichen war. Er erzählte, dass er zusammen mit K. M. Kleppe in Aalesund bei unseren Gegnern war. Was soll man nur zu so einem Elend sagen? Nun wollte er an Kleppe von seiner Untreue schreiben, sagte er. Er soll nun machen, was er will. Das Erste, was wir lernen müssen, ist Treue im Geist. Die finanziellen Verhältnisse haben ihn dazu getrieben, so zu handeln, wie er es tat, sagte er. Wir kommen immer wieder zu dem Wort der Wahrheit zurück, dass sie alle das Ihre suchen, dass sie für das Evangelium nicht leiden wollen. Durch Gottes Gnade habe ich das Wort in dem Licht verkündigt, das Gott gegeben hat. Und dann müssen diejenigen, die dieses Wort, diese Wahrheiten, angenommen haben, es selbst verantworten, wenn sie als Übertreter erfunden werden. Olsen sagte selbst, dass er nun einen Knacks in seinem geistlichen Leben bekommen habe. Ich befürchte, dass mehrere in Ostnorwegen bereits diesen „Knacks“ erfahren haben. Das ist traurig. Möge Gott uns durch seine Gnade bewahren, lieber Bruder. Es ist ein Ernst in dieser Sache; das wird derjenige zu spüren bekommen, der abweicht.
Ich hörte, dass Olsen das Verständnis von Sara und Hagar vertrat, das du in deinem Brief erwähntest. – Ich sprach mit ihm nicht darüber, da wir erst, kurz bevor wir uns verabschiedeten, darauf kamen.
Es war ja richtig, wie du es erklärtest; nur hättest du es mit größerer Bestimmtheit tun sollen. Doch ist es ja nicht leicht, dieses Thema bis ins letzte Detail zu verstehen; deswegen wundert es mich nicht, dass du es nicht gewagt hast, etwas zu behaupten. Doch hast du in dem Brief erklärt, dass diejenige den Mann hat, die Braut ist. Die Einsame bleibt damit Hagar, das ist Sinai. Sinai ist für Übertreter; aber durch Christi Leib sind wir frei vom Gesetz. Die Kinder der einsamen Frau sind Hagars Kinder. Sie wurde aus dem Haus gejagt.
Gal. 4, 27. „Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst!“ usw., verstehe ich dahingehend, dass diejenige (Frauen im Allgemeinen), die nicht gebiert, fröhlich sein kann; weil es am wahrscheinlichsten ist, dass diejenigen, die in die Welt geboren werden, dem Geist nach zu Hagars Kindern gehören. Sieh es dir näher an, dann wirst du sehen, dass in diesem Vers von drei verschiedenen Frauen die Rede ist. Die erste ist die Frau im Allgemeinen, die Kinder gebiert; die anderen beiden sind Frauen, bei denen es um die geistliche Bedeutung geht, das sind Sinai und das himmlische Jerusalem. Wir können ja deutlich sehen, dass es von den Kindern Hagars, das ist die einsame Frau, am meisten gibt. Nicht viele sind in den Leib Christi hineingekommen.
Eine feste, unerschütterliche Regel für die Erkenntnis Gottes ist diese, dass alle Weisheit und Erkenntnis im Leib vorhanden ist. Da du in deinem Brief ausgehend vom Leib Schlussfolgerungen ziehst, schreibst du ja ganz klar über diese Dinge. Lass dich nie von jemandem abbringen von diesem gesegneten Leib, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen liegen.
Liebe Grüße dein Bruder
Johan