Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Theodor Ellefsen, 31.12.1915

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Haugsholmen, den 31. Dezember 1915
Lieber Bruder Th. Ellefsen,
Gottes Friede.

Danke für deinen lieben Brief, den ich neulich bekommen habe. Nun hast du wieder einen langen Einsatz in Nordnorwegen gehabt. Br. Haagensen hat wahrscheinlich jetzt deine Aufgabe übernommen. Erstaunlich, wie Gott alles lenkt.

Br. Thorleif Hansen war ca. acht Tage in Moldøen und jetzt ist er in Aalesund, wo er über Weihnachten gewesen ist. An Heiligabend und an beiden Weihnachtsfeiertagen waren wir in Moldøen, wo es jetzt eine kleine Versammlung gibt; wenn auch schwach, lieben sie doch die Wahrheit. Es war deutlich zu spüren, dass Br. Hansen sie im Glauben gestärkt und fester miteinander verbunden hatte. Am vierten und fünften Weihnachtstag waren wir in Aalesund, wo ich zusammen mit Bruder Hansen in zwei Versammlungen war. Es gibt beständige, geradlinige Leute in Aalesund und wir hatten es gesegnet in den Versammlungen. Wir sprachen darüber, dass es durchaus möglich ist, sich eine Zeitlang im Licht zu freuen, ohne Früchte des Lichts hervorzubringen, aber dass wir jetzt im Licht arbeiten müssen, damit andere die Güte kennenlernen können, die in uns durch Jesus Christus, unseren Herrn, gewirkt ist. Wenn das Licht die verschiedenen Wahrheiten beleuchtet, dann freut man sich, doch wenn die Forderung gestellt wird, dem Licht zu folgen, dann wird es eng. Sie nahmen zwar auch in diesem Punkt das Wort an, doch spürten wir, dass es hart war. Barratt ist in Aalesund gewesen und hat in der Umgebung geredet. Er war auch bei den Gegnern und sprach von der Sünde im Fleisch. Nun soll ein junger Mann, Nils Sørensen, dorthin – ausgesandt von Barratt. Ich höre, dass es jetzt in Vardø eine kleine Geschwisterschar gibt. Möge Gott sie segnen. Der Herr ist überall mit uns in der Arbeit.

Wir waren in Haugesund und ich habe oft mit Br. Risnes gesprochen, der viel daran gedacht hat, nach Aalesund zu ziehen. Möge Gott alles nach seinem guten und wohlgefälligen Willen lenken. Ich habe einen Brief von Br. Lohne bekommen. Grüße sie beide von mir. Du bist wahrscheinlich jetzt in Grimstad. Ich höre, dass die „Viking“ teilweise in Haugesund und teilweise in Bergen stationiert werden soll. In Bergen habe ich niemanden gefunden, mit dem ich reden konnte, aber zweimal haben betrunkene Männer von sich aus angefangen, mit mir über ihre Anliegen zu sprechen. Vielleicht ist das ein Fingerzeig vom Herrn, was diese Stadt betrifft, dass wir mit den am tiefsten Gefallenen anfangen sollen. Könntest du dies vor Augen haben, wenn du zu gegebener Zeit nach Bergen kommst? Heute Abend ist der letzte Abend im Jahr. Es war ein grauenvolles Jahr für die kriegführenden Länder, aber ein gesegnetes Jahr für uns. Gott hat in diesem Jahr große Dinge getan, dafür wollen wir ihn preisen. In Aalesund hatten sie für Br. Hansen ein Zimmer gemietet. Ich war an einem Nachmittag bei ihm oben und wir sprachen viel miteinander. Ich hatte nie richtig Gelegenheit dazu, mit ihm zu sprechen. Er ist ein sehr eifriger und geradliniger junger Mann, der eine solide Arbeit tut. Es gilt, ausdauernd mit denjenigen zu sein, mit denen man zu tun hat, und sie nicht sich selbst zu überlassen, ehe Gott sie gefestigt hat und Christus in ihnen Gestalt gewonnen hat.

Lebe wohl. Ich freue mich, etwas von dir zu hören.

Ich wünsche dir ein gesegnetes neues Jahr und danke dir für das vergangene.

Liebe Grüße,

dein Bruder

Johan

Adr.: Ålesund ab dem 10. 1. 1916.

Fadum grüßt.