Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-12 - Die Entstehung des Menschen der Bosheit und des Gottesmenschen

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Die Entstehung des Menschen der Bosheit und des Gottesmenschen

„Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.“ 1. Kor. 2, 14.

Was dem Geist Gottes angehört, wird jederzeit gegen die Sünde im Fleisch streiten und wird deshalb dem natürlichen Menschen nicht schmecken. Dagegen wird das, was der Sünde angehört, immer dem natürlichen Menschen schmecken. Die Sünde bietet Genuss an, während der Geist Gottes für das Fleisch Leiden anbietet. Jedoch wird die Sünde nach jedem Genuss für das Fleisch Gericht anhäufen, wohingegen der Geist Gottes nach jedem Leiden Kraft und Hoffnung auf Herrlichkeit anhäuft. Kein Wunder, dass der natürliche Mensch nichts vom Geist Gottes vernimmt.

Gottes Geist fordert Spaltung zwischen Seele und Geist; die Sünde bietet deren festere Verbindung an. Wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Die Begierde ist die Forderung, die die Sünde im Fleisch an den natürlichen Menschen stellt. Wenn der Sinn in diese Forderung einwilligt, dann hat die Begierde empfangen und gebiert Sünde. Über dieser neugeborenen Sünde ruht Gottes Gericht im Gewissen. Der gleiche Sinn, der der Begierde nachgegeben hat, spürt nun das Gericht. Aber das Gericht im Gewissen wird, wenn es nicht sofort ernst genommen wird und der Mensch sich nicht zur Bekehrung züchtigen lässt, scheinbar verschwinden. Man stirbt in Übertretungen und Sünden. Die Sünde ist vollendet, wenn das Gericht im Gewissen nicht angenommen wird; und dann tritt ein Tod ein. Der natürliche Mensch folgt dem Gesetz der Sünde und des Todes. Dieselbe Sünde tut der Mensch erneut ohne Gottes Gericht im Gewissen. Das Gewissen ist für diese Sünde gelähmt und für Gericht unempfänglich. Beim nächsten Mal geht der Mensch einen Schritt weiter in Sünde und Gottlosigkeit. Das Gewissen ist wach für diese neue Sünde, und man fühlt sich verdammt. Wenn man nun wieder keine Rücksicht auf das Gericht im Gewissen nimmt, wird man wiederum auch für diese Sünde abstumpfen, und kann sie später ohne Gericht im Gewissen begehen. Die Sünde ist vollendet und hat den Tod geboren.

Manche werden fragen: Wann ist die Sünde vollendet? Die Sünde ist vollendet, wenn sie, nachdem sie begangen und im Gewissen gezüchtigt worden ist, den Menschen nicht dazu geführt hat, sich von seiner Sünde zu bekehren. Versucht der Mensch, auch von der Züchtigung im Gewissen wegzukommen, dann wird ein Tod geboren. In diesem Tod ist man gefühllos und es tritt eine Art Frieden ein - ein Todesfrieden von Gewissensqualen. Aber wenn man nun in diesem Zustand Frieden für das Gewissen bekommen hat, so hat man doch keinen Frieden mit Gott bekommen. Wenn auch das Gericht im Gewissen weg ist, so ist doch das Gericht Gottes nicht weg. Damit das Gewissen in Funktion bleibt, müssen wir, die wir nicht tot in Sünde sind, etwas dafür tun. Aber das Gericht Gottes wird an einem Menschen mit einem toten Gewissen wirken, wenn er an jenem Tag Rechenschaft ablegen muss vor Ihm, der bereit ist, die Lebenden und die Toten zu richten.

In dem Maß, wie nun die Sünde zunehmend herrschen kann, wird der Mensch in das Gesetz der Sünde und des Todes übergehen. Im Gewissen tritt der Todesfriede ein und man häuft sich Zorn auf den Tag der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes an. Auf diese Weise führt die Begierde den Menschen immer weiter hinaus in Sünde und Tod, und das Bild Satans kommt zunehmend zum Vorschein.

Der natürliche Mensch, der nicht annahm, was dem Geist Gottes angehörte, geht von dem, ein natürlicher Mensch zu sein, dazu über, ein Mensch der Sünde zu werden. Dies wird beim Antichristen zur Vollkommenheit geschehen, der deshalb auch der einzige ist, der als Mensch der Sünde bezeichnet wird. 2. Thess. 2, 3. Der natürliche Mensch, teilweise gepaart mit dem Mensch der Sünde, wird der alte Mensch genannt; dieser alte Mensch verdirbt sich durch die lockenden Lüste. Daher ist alle Sünde wegen der Begierde in der Welt.

Im Gegensatz zu diesen elenden Zuständen wird derjenige, der aus Wasser und Geist geboren ist, den genau entgegengesetzten Weg gehen. Die Begierde wird auch ihn versuchen; aber er erwählt, lieber zu leiden als zu sündigen. Die Folge daraus wird, dass die Sünde im Fleisch einen Knacks bekommt. Die Sünde im Fleisch verliert die Macht an diesem Punkt und kommt das nächste Mal auf eine andere Weise zum Vorschein. Auch nun wählt man zu leiden; die Sünde im Fleisch bekommt wieder einen Knacks und Christi Tod dringt tiefer und tiefer in das geistliche Leben ein. Man wird nicht mehr versucht, wo man vorher versucht wurde. Die Sünde ist tot auf den Gebieten, wo die Begierde Mal für Mal nicht zufriedengestellt worden ist. Der natürliche Mensch geht zugrunde und der Mensch Gottes kommt nach und nach in dem Maß hervor, wie die Begierde verleugnet wird und man im Fleisch leidet; denn wer im Fleisch gelitten hat, der ist fertig mit der Sünde. 1. Petr. 4, 1.

Lasst uns deshalb wählen, im Fleisch zu leiden, um mit der Sünde fertig zu werden.