Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-10 - Die Sünde im Fleisch

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Die Sünde im Fleisch

„Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ 1. Joh. 1, 3-4. Es ist Treue nötig, um nur das zu verkündigen, was man im Geist gesehen und gehört hat. Alle, die dies tun, haben Gemeinschaft miteinander und mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Lüge wird ausgeschlossen und die Freude wird vollkommen.

All diese Untreue und Lüge beim Sehen und Hören lassen vielerlei Lehren entstehen, die weder Gemeinschaft noch Freude bringen. Wer aber ein Jünger Jesu ist und den Willen Gottes tut, wird von dem lernen, was er hört, sieht und versteht. Treue in der Verkündigung dessen führt zu Gemeinschaft und Freude.

Nicht alles, was man hört und sieht, bringt Gemeinschaft; sondern das, was man im Umgang mit dem Geist Christi hört und sieht.

Was hat Johannes nun gesehen, dass wir mit ihm Gemeinschaft haben können? Er sah, dass er Sünde in seinem Fleisch hatte, und wenn er gesagt hätte, er habe keine Sünde, würde er sich selbst betrügen und die Wahrheit wäre nicht in ihm.

Wir sind auf dem besten Weg, wenn wir so wie Johannes die Sünde in unserem Fleisch sehen.

Auch Paulus sah im Licht des Geistes Sünde in seinem Fleisch, denn er bittet, dass sie in unserem sterblichen Leib nicht herrschen möge. Röm. 6, 12. Hierin hatten Johannes und Paulus Gemeinschaft.

Wenn nun die Sünde im Leib existiert, auch wenn sie nicht herrscht, wie sollen wir sie dann loswerden?

Paulus gibt eine Anweisung, indem er uns daran erinnert, dass der alte Mensch mit Christus gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde zunichte werde, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen. Röm. 6, 6.

Die Sünde oder der Leib der Sünde sollen nicht herrschen. Der alte Mensch ist gekreuzigt; und die Sünde im Leib oder der Leib der Sünde geht zugrunde.

Während dieser Zunichtemachung bzw. dieser Gleichgestaltung mit Christus in seinem Tod, Phil. 3, 10, sehen und hören wir viel von den Geheimnissen des Reiches Gottes; denn dies ist ein Zerteilen des Vorhangs zum Allerheiligsten. Wenn man anderen sagen soll, was man hört und sieht, dann geschieht dies in Form des Wortes vom Kreuz, der Kraft Gottes, dessen Mission es ist, durch das Fleisch zu diesen ewigen und herrlichen Schätzen hindurchzubrechen. Dass man in diesen Dingen das Gleiche sieht, bringt Gemeinschaft und vollkommene Freude.

Christus ist nun am Ende der Zeiten offenbart worden, um durch sein Opfer die Sünde wegzunehmen. Durch sein Opfer nahm er die Sünde im Fleisch weg, Hebr. 9, 26; er ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. „Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“

Durch Gottesfurcht darf man in die Geheimnisse Christi hineinsehen und bekommt dadurch Dinge wie Gemeinschaft und vollkommene Freude zu hören und zu sehen.

Johannes sagt: Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der ganzen Welt trägt. Es ist nun offenkundig, dass alle Sünde, die in der Welt ist, nicht nur außerhalb des Leibes ist, sondern auch im Leib wohnt. Jakobus fragt: „Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt es nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten?“ Jak. 4, 1. „So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.“ Wir sehen, dass die Sünde im Leib wohnt. Wenn nun Jesus die Sünde der ganzen Welt getragen hat, trug er dann die Sünde, die wir im Leib haben, außen auf seinem Leib? Oder ist es so, dass Gott die Sünde außen auf dem Fleisch verdammte? In Röm. 8, 3 heißt es, dass Gott die Sünde im Fleisch verdammte.

Wir schließen hieraus, dass Jesus, das Lamm Gottes, unsere Sünde sowohl in seinem Leib als auch außerhalb seines Leibes getragen hat; denn er wurde sogar unter die Übeltäter gerechnet, und als solcher kann er Gesetzesübertreter erlösen. Unsere bewussten oder getanen Sünden, die eine Frucht davon sind, dass die Sünde im Leib geherrscht hat, wurden auf ihn gelegt; während die vererbte Sünde im Fleisch in sein Fleisch aufgenommen wurde, um im Fleisch gerichtet zu werden.

Gott sei gelobt durch Jesus Christus, der uns sowohl von der Sünde im Leib als auch von der Sünde außerhalb des Leibes erlöst. Er ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Der Geist, das Wasser und das Blut bezeugen diese Dinge. Wenn also die Sünde der ganzen Welt nur äußerlich auf den Leib Jesu gelegt worden wäre, wie man lehrt, wie kann dann das Blut reinigen? Wie kann dann das Blut Zeugnis geben? Wenn das Blut sowohl reinigt als auch bezeugt, dann beweist dies, dass die Sünde zusammen mit dem Blut in den Gliedern gewesen ist. „Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Christi Glieder sind?“ Wenn nun die Sünde im Leib wohnt und mein Leib ein Glied am Leib Christi ist, so zeigt dies ja, dass er die Sünde in seinem Fleisch hatte. Wir sollen nicht nur in der Herrlichkeit mit ihm vereint werden; wir sollen zuerst mit ihm in der Erniedrigung vereint werden und zusammen mit ihm leiden, damit wir danach mit ihm verherrlicht werden. Jesus, der Sohn Gottes, entäußerte sich seiner Würde und kam in das Geschlecht Abrahams hinein und wurde seinen Brüdern in allen Dingen gleich. Danach erniedrigte er sich erneut, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. In dieser Erniedrigung müssen wir ihm folgen, um seiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden.

„Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht.“ Kol. 1, 21-22.

Wenn er uns nun im Leib seines Fleisches durch den Tod versöhnt hat und wir weiterhin beständig in diesen Tod im Leib seines Fleisches gegeben werden, dann beweist das ja zur Genüge, dass die Sünde im Fleisch ihr Urteil bekommt und ihren Tod erfährt – zusammen mit dem Urteil und dem Tod über die Sünde im Fleisch Christi.

Könnte man diese Wahrheiten mit dem Kopf erfassen, dann hätte man es schon vor langer Zeit verstanden. Man muss es jedoch im Geist verstehen, und gerade da hapert es, eben weil man fleischlich und harthörig ist.