Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-09 - Weiteres über den Militärdienst

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Weiteres über den Militärdienst

Die Zeugnisse über das Verhältnis der Heiligen zum Militärdienst in der Ausgabe Nr. 6 von Skj. Sk. scheinen überall beträchtliche Bestürzung geweckt zu haben; aber kein einziger ist mit einer wirklich sachlichen Darlegung zu dieser Frage gekommen. Und das liegt wohl daran, dass sie nichts von wirklichem Wert dagegenzusetzen haben. Selbst „Die gute Botschaft“, von der man etwas mehr erwarten sollte, hat unter der Überschrift „Tag für Tag“ ihre Unwissenheit in dieser Frage zu erkennen gegeben.

Aber die Sache ist, dass man in den freien Gemeinschaften mit der Gesetzlosigkeit Hand in Hand arbeitet; denn die Freiheit hat sich über ihre Grenzen sogar bis zum Fleisch hin ausgestreckt. Man steht in Werkstätten und an anderen Arbeitsplätzen und saugt Sozialismus ein; geht von dort in die Versammlungen und durchsäuert die religiösen Versammlungen mit demselben Geist. Polizei und Militär sind den Gesetzlosen hinderlich, deshalb möchten sie diese Gewalten aus dem Weg räumen, damit sich der Antichrist leichter offenbaren kann. Und so glaubt man in den freien Gemeinschaften, dass man für Gott arbeitet, indem man mit dem antichristlichen Geist am gleichen Joch zieht. Aber sie hassen das Kreuz, deshalb gibt Gott sie dahin in den verkehrten Sinn. In unseren Tagen brauchen wir Wahrheit. Lange genug hat man sich von religiösen Komikern betören lassen, die mit dem Gelächter und dem Beifall der Leute ihr eigenes Fleisch pflegen. Ihre Anekdoten sind vergammelt, man hat sie viel zu oft gehört. Wir brauchen gesalzene Kost; wir brauchen etwas, von dem man leben kann. Aber stattdessen wird Salz aufgetischt, das seine Kraft verloren hat und weder für den Acker noch für den Mist zu gebrauchen ist. Deshalb treibt man auch als religiöses Wrack umher, das in seinem Glauben ziellos ist. Sie sind alle in Röm. 8 hinüber gehüpft und sowohl vom Gesetz als auch vom Kreuz freigemacht. Sie schweben als umherirrende Sterne im Weltraum und nennen die Gesetze des Geistes Knechtschaft. Es wäre schrecklich für ihre Freiheit, wenn sie ihre einfache Pflicht tun sollten – tun, was die Gesetze des Landes über die Wehrpflicht vorschreiben. Man küsst die Bibel vor den Augen der Volksmassen, um zu zeigen, wie man die Bibel liebt; und im direkten Widerspruch zur Lehre der Bibel predigt man Ungehorsam gegenüber den Gesetzen des Landes. Soweit ich lesen kann, heißt es in Röm. 13:

„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu.“ „Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.“

Derselbe Gott, der sagt, dass, wer das Schwert nimmt, durchs Schwert umkommen soll, sagt auch, dass die Obrigkeit das Schwert nicht umsonst trägt. Und es ist auch gut, dass sie das Schwert nicht umsonst trägt, sonst würden wir bald von allen diesen habsüchtigen Menschen, die auf Freiheit für das Fleisch aus sind, ausgeplündert und von Haus und Hof verjagt werden. Das Einzige, was sie von gesetzlosen Handlungen abhält, sind Polizei und Militär. Sie haben einen Schrecken vor dem Schwert; kein Wunder, dass sie dagegen rasen. Wir haben deshalb keinen einzigen Augenblick Bedenken, als Diener Gottes aufzutreten, wann und wo es sich in Gesetzestreue gegenüber der Obrigkeit als notwendig erweisen sollte.

Die Polizei trägt Schwerter und Knüppel – sollte man diese nicht auch abschaffen? Mich wundert, dass Leute, die anderen predigen, so blind und kurzsichtig sind. Aber dies liegt wohl daran, dass diese Personen schon längst die Reinigung von ihren früheren Sünden vergessen haben. 2. Petr. 1, 9.

Seinen Bruder zu hassen und zu richten – darüber sieht man hinweg; obwohl die, die solches tun, ebenso große Totschläger sind. Sich selbst mit allem möglichen Luxus und aller möglichen Herrlichkeit dieser Welt zu umgeben, darüber sieht man hinweg; aber auf Dinge, die man nicht verstanden hat und scheinbar auch nicht verstehen kann, zeigt man mit Fingern und redet schlecht darüber.

In Alten Testament hieß es: „Du sollst nicht töten.“ Mt. 5, 21; 2. Mos. 20, 13. Und dennoch sagt der Herr zu Saul: „So ziehe nun hin und schlage Amalek, und vollstrecke den Bann an allem, was er hat, und schone ihn nicht; sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“

Manche werden sagen: Ja, im Alten Testament war es erlaubt zu töten. Nein! es war nicht erlaubt; denn das Gebot lautete ja: „Du sollst nicht töten!“ Und doch befahl derselbe Gott: „So ziehe nun hin und schlage Amalek!“ Vielleicht kann mir jemand von denen, die großen Glauben an ihre eigene Autorität haben und die Bibel vor den Augen aller küssen, dies genauer auslegen.

Aber ich glaube, dass die freien Gemeinschaften in Norwegen schon längst nach Babel abgereist sind, denn alles dreht sich vor ihren Augen. Verwirrung ist eingetreten. Sie predigen Tod und leben in Luxus; sie predigen abschätzig über weltliche Gelehrtheit und mühen sich ab, ihre Söhne in der Welt nach vorne zu bringen.

Packe diese Art Theorien ein, denn sie ertragen kein Licht. Schieße weiterhin Pfeile in die Finsternis hinaus, aber wende dich mit deinen Pfeilen nie gegen das Licht; denn das wird nicht von Nutzen für dich sein.

Wenn jemand uns persönlich Unrecht tut nach dem Fleisch, dann sollen wir auch die andere Backe darbieten und uns nicht rächen; aber was hat das mit Krieg zu tun? Im Krieg hat man ja keinen persönlichen Hass auf jemand, gegen den man kämpft. Und ist mein Leib nicht genauso in Gefahr wie der Leib eines Gegners? Oder meint jemand, dass der Verfall, der in Friedenszeiten vor sich geht, zu größerem Segen ist als der Krieg? Der Herr hat viele Mittel, um die Völker zu strafen; sei deshalb nicht so töricht, ihm diese Mittel aus seiner Hand nehmen zu wollen.

Zucht bringt Weisheit und Trübsal Geduld, aber gesetzlose Freiheit macht den Menschen zügellos. Und gerade solche zügellosen Menschen könnten eine solide Zwangsjacke nötig haben.

Die Wahrheit macht uns gesund im Glauben, und das Kreuz lehrt uns Gehorsam gegenüber den Gesetzen. Selbst Christus hat im Gehorsam gegenüber der Obrigkeit sein eigenes Kreuz aufgenommen und getragen, um gekreuzigt zu werden. Alles, was Fleisch heißt, hat der Obrigkeit zu gehorchen; und wenn jemand besudelt von der sozialistischen Geistesrichtung gegen Zwang für das Fleisch rast, so setzt das die Gebote Gottes dennoch nicht außer Kraft.

Wenn die Obrigkeit uns verbieten will, Christus zu predigen, ist das eine ganz andere Sache. In solchen Fällen soll man Gott mehr gehorchen als den Menschen. Ein Bruder hatte aus religiösen Gründen den Militärdienst verweigert, bekam aber später ein schlechtes Gewissen und meldete sich zum Dienst. Manche kommen nach ein paar Tagen Arrest aus der Einberufungskaserne in die Versammlungen zurück und treten dort als Märtyrer und Helden für ihre Taten als Wehrdienstverweigerer auf. Man braucht nicht viel Licht, um zu verstehen, dass eine ganze Reihe von ihnen nur ihr eigenes Fleisch und ihre Ehrsucht gepflegt haben.

Ja, ich muss sagen, dass diese Prediger mit ihrer Arbeit Erfolg haben; und sie haben schon viele Früchte von ihrer Arbeit geerntet; denn es zeigt sich, dass es in den freien Gemeinschaften modern geworden ist, den Militärdienst zu verweigern – genau zur gleichen Zeit, wie es im Sozialismus modern wurde. Wir verstehen, wo die Quellen ihres Glaubens und ihrer Werke sind.

Geht aus von ihnen, mein Volk, und rührt nichts Unreines an! Babel will nicht geheilt werden. Jer. 51, 9. „Die Helden Babels haben es aufgegeben zu kämpfen. Sie sitzen in ihren Festungen; ihre Kraft ist versiegt, sie sind zu Weibern geworden.“ Jer. 51, 30.

So geht es den Helden Babels. Sie landen schließlich in einer Burg oder Villa, verlieren ihre Kraft und werden zu Weibern.

Paulus wurde zweimal von Soldaten gerettet. Die Volksmenge wollte ihn töten, aber die Soldaten trugen ihn. Apg. 21, 35. Und später retteten zweihundert Soldaten, siebzig Reiter und zweihundert Schützen Paulus vor vierzig Männern, die sich verschworen hatten, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten. Apg. 23, 23.

Die Soldaten handelten hier als Diener Gottes, und man sollte Gott für die Werke dieser Soldaten danken; denn wären sie alle Kriegsdienstverweigerer gewesen, hätte man wahrscheinlich heute nicht mehrere Briefe von Paulus.

Ich will den Krieg nicht verherrlichen, will aber auch nicht die Männer verdammen, die Kriegsdienst leisten. Denn ich glaube, dass ich unter den gefallenen Kriegern viele treffen werde, deren Glanz in der Ewigkeit bei weitem den Glanz derer übertreffen wird, die Gesetzlosigkeit und falsche Freiheit predigen.