Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-05 - Ist Gottseligkeit ein Gewerbe?

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Ist Gottseligkeit ein Gewerbe?

Ich höre, dass sich welche eingeschlichen haben, die Forderungen erheben, dem Fleisch nach zufriedengestellt zu werden. Wenn sie die Form der Lehre angenommen haben, glauben sie, dass sie damit das Recht haben, Forderungen zu stellen.

Die Lehre Christi hat so etwas nicht zum Inhalt; irret euch nicht! Wir haben nichts von anderen zu fordern. Wenn man dies tut, ist das nur der alte Mensch, der aktiv ist. Wir sind in keinster Weise Schuldner dem Fleisch. Das Leben und die Lehre Christi laufen darauf hinaus zu geben und zu opfern, lasst uns ihm hierin folgen. Wenn es dir an Geld fehlt, um hierhin oder dorthin zu reisen, dann bleibe zuhause. Wirkt Gott in einem Bruder oder einer Schwester, dir eine Hilfe anzubieten, dann sei Gott dankbar, stelle aber niemals Forderungen, dass man dir helfen soll, weil du die Gestalt der Lehre hast, wenn du dieser nicht gehorsam bist. Röm. 6, 17. Gott prüft sein Volk auf vielerlei Weisen, um uns in mannigfacher Weisheit auszubilden; und leidest du nach dem Willen Gottes, dann sei geduldig und überlasse alles seiner Hand, denn bei dem Herrn gibt es Ausgänge von allem, ja, sogar vom Tod.

Lädt dich jemand zum Essen ein, dann sei dankbar dafür. Wirst du aber nicht eingeladen, dann offenbare die Gesinnung Christi und sei Gott für alles dankbar - wie wenn du eingeladen worden wärst. Den alten Menschen können wir nicht gebrauchen, ans Kreuz mit ihm. Röm. 6, 6. Bist du Diener bei jemandem, dann mache dich nicht selbst zum Herrn; denn dies tust du nicht aus Weisheit. Hat jemand einen Diener, dann erweise er eine gottesfürchtige Gesinnung und verlasse nicht die geziemende Ordnung, die Gott und den Menschen angenehm ist. Im Verhalten und im Umgang wird es sich auf lange Sicht zeigen, ob es die Lehre Christi ist, die wir praktizieren, oder ob es das Fleisch ist, das auf dem Ackerland Gottes etwas abernten will. Wenn daher jemand fleischliche Forderungen stellt, dann stellt er sich selbst bloß und verlässt den Gehorsam gegenüber der Gestalt der Lehre, die wir durch die Gnade Gottes in dieser Zeitschrift und auf andere Weise schriftlich und mündlich verkündigt haben.

Durch den Gehorsam des Glaubens wird allem Mangel untereinander abgeholfen werden. Deshalb muss jeder von uns aufmerksam hinhören, was der Geist der Gemeinde zu sagen hat; und wirkt Gott, dass man einem Bruder oder einer Schwester helfen soll, so haben wir dem Befehl des Herrn sogleich zu gehorchen. Auf diese Weise wird die Ehre Gottes wachsen und zunehmen.

Unser Bestreben liegt nicht darin, die Massen zu gewinnen, sondern den einzelnen zur Gottesfurcht anzuleiten; und wenn wir auf diese Weise die großen Massen gewinnen können, dann sei Gott die Ehre dafür.