Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-04 - Dem Gesetz getötet – Gehorsam des Glaubens

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

„Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, sodass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist, damit wir Gott Frucht bringen.“ Röm. 7, 4.

Nachdem wir dem Gesetz getötet sind, sollen wir einem anderen angehören. Wem gehörten wir dann vor dieser Zeit an? Wir gehörten uns selbst an; denn wir waren im Fleisch, und die sündigen Lüste, die durchs Gesetz erregt wurden, wirkten so in unseren Gliedern, dass wir dem Tode Frucht brachten. V. 5. Aber nun gehören wir nicht mehr uns selbst an; wir sind in den Leib Christi hineingekommen und gehören ihm an, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wenn wir nun durch den Leib dem Gesetz getötet sind, so sind wir doch nicht tot im Leib Christi. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde zunichtegemacht werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Röm. 6, 6. Der Leib der Sünde geht zugrunde, nachdem wir in den Leib Christi gekommen sind, nachdem wir vom Gesetz los sind und nachdem der alte Mensch mit ihm gekreuzigt ist. Wir folgen den Gesetzen des lebendigmachenden Geistes innerhalb des Leibes und wachsen darin das Wachstum des Leibes. Als wir im Fleisch waren, wirkte das mosaische Gesetz, das äußere Gesetz, aber im Leib Christi wirkt das Gesetz des Geistes. Das mosaische Gesetz verdammte den alten Menschen, aber das Gesetz des Geistes verdammt die Sünde im Fleisch.

Wir sollten mit dem Heiligen Geist getauft werden, aber es ist nicht genug, im Geist getauft zu werden; in demselben Geist werden Forderungen an uns gestellt. Diese Forderungen sind das Gesetz des Geistes und die lebendigmachende Kraft des Geistes. Die Geistestaufe ist eine Taufe der Gnade, aber wenn die Forderungen erfüllt werden, wird es eine Taufe der Gerechtigkeit. Zwischen dieser Gnade und dieser Gerechtigkeit herrscht das Feuer – das Feuer, mit dem Christus getauft wurde. Die Forderung liegt also in dem Feuer, das die Sünde im Fleisch verzehrt. Wir werden durch Wasser und Geist von neuem geboren; aber nachdem wir von neuem geboren worden sind, verbindet sich der Geist mit dem dritten Zeugen, dem Blut, 1. Joh. 5, 7-8, das für den Geist ein Zeugnis vom Opfer ist; denn Jesus opferte sich in der Kraft des ewigen Geistes und wurde durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten heraufgeführt. Hebr. 13, 20.

Wenn wir nun aus Wasser und Geist geboren sind, aber gleichzeitig von oben geboren sind aus unvergänglichem Samen durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt, dann zeigt dies, dass das Wort schon in der Wiedergeburt Fleisch war; denn das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Da nun die Sünde auch nach der Wiedergeburt im Fleisch wohnt und wir auch danach das Wort im Heiligen Geist annehmen, so zeigt dies, dass das Wort, das in ihm Fleisch ist, durch Selbsterkenntnis im Geist in uns Fleisch werden soll. Denn ein Wort ist, bevor es erfüllt wird, ein Wort; aber wenn es erfüllt ist, dann ist es vollbracht. Doch war das Wort, bevor es vollbracht wurde, als Wort zu betrachten und einzuordnen, weil ja die Vorsehung Gottes im Geist der Wahrheit in den heiligen Propheten vom Leiden und Sterben Christi und von der darauffolgenden Herrlichkeit zeugen ließ, indem er mit Dingen, die nicht sind, rechnet, als wären sie.

So ist auch unser Fleisch in der Wiedergeburt vom Gesetz der Sünde durchdrungen. Aber Gott hat das Wort ausgesprochen, dass der Nachkomme der Frau der Schlange den Kopf zertreten wird; daher ist dieses Wort als Fleisch gewordenes Wort anzusehen, ehe es geschehen ist, weil es in Christus vollbracht ist und weil die Treue Christi so vollkommen war, dass Gott im Voraus Worte aussprechen und im Geist der Wahrheit Zeugnis geben konnte, als ob das Werk schon vollbracht wäre. Unsere Treue im Geist gibt uns Anteil an den herrlichen Eigenschaften Christi. Aber wenn jemand untreu ist, so ist doch Christus treu; und durch diese Treue ist der Leib der Sünde schon in ihm zunichte gemacht. Die Untreue des Menschen schadet am meisten ihm selbst, wenn der Leib der Sünde bei ihm nicht durch das Werk Christi zunichte gemacht wird.

Paulus war als Apostel erwählt, um den Gehorsam des Glaubens aufzurichten, Röm. 1, 5. Durch diesen Gehorsam des Glaubens nimmt man das Wort im Heiligen Geist an, 1. Thess. 1, 6, und kommt in den vollkommensten Dienst im Geist hinein. Denn wenn wir dahin kommen, dass Gott uns seinen Willen offenbaren kann und wir diesen durch den Glauben fassen können, dann sind wir in ein sehr bewegliches und vollkommenes Verhältnis zu ihm gekommen. Gott kann dann auf der Straße, in der Werkstatt, in der Versammlung usw. zu uns reden; und er kann seinen Willen durch ein freiwilliges Werkzeug im Fleisch ausgeführt bekommen – etwas, wozu das mosaische Gesetz einen Menschen nicht führen konnte. Ein Mensch in diesem Glauben – und Zustand des Gehorsams – kann auch damit rechnen, dass seine Gebete erhört werden; denn er tut den Willen Gottes und ist ihm wohlgefällig. Wer aber nicht den Willen Gottes tut, der stellt sich außerhalb des Reiches, in dem Gott herrscht und in dem sein Wille geschieht. Heiligung ist deshalb eine Umgestaltung nach dem Willen Gottes, wodurch die Gesetze des Herrn in die Tiefe unseres Geisteslebens hineindringen und unseren Zustand nach dem Bild des Sohnes umgestalten. Wenn die Leiden Christi auch dem Fleisch Schmerzen bereiten, sind sie doch überaus nützlich als Vorläufer für den Tod, der Raum für das Leben schafft – das ewige. Die Wege des Herrn sind verwunderlich und wer kann sie erfassen, ohne dass es dem Herrn gefällt, sie zu offenbaren? Wer aber seine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Jesus Christus liebt; wer ihn aber liebt, wird auch vom Vater geliebt werden, und Christus wird sich ihm offenbaren. Joh. 14, 21. Diese Offenbarung geschieht im Geist der Wahrheit, in dem Geist, der von dem Seinen nimmt und es uns verkündigt.

Hat daher jemand den Geist Gottes bekommen, der höre auf den Geist und sei ihm gehorsam; so wird er dir die Geheimnisse Christi offenbaren; denn der Geist erforscht alle Dinge – auch die Tiefen der Gottheit.