Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Elias Aslaksen, 16.03.1915

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

(Original fehlt)

„Valkyrjen“, Ålesund, 16. März 1915
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gottes Friede.

Vater entschlief in Christus in der Nacht vom 1. auf den 2. März. Seine letzten Worte waren: „Ich wünsche, mehr erfüllt zu werden von ihm, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“ Gott segne seinen Geist und sein Werk. Vaters Heimgang hat Trauer in mein Herz gebracht. Doch durch Gottes Gnade werden wir uns in einer besseren Heimat wiederbegegnen – in den ewigen Wohnungen. Vater liebte seinen Herrn und Meister und er war es, der uns lehrte, dass die Welt ohne Gott nur Leere ist. Er freute sich darüber, in Christus Jesus in das Himmlische gesetzt zu sein, und nun ist er daheim beim Herrn, wo wir uns wieder begegnen werden. Mögen wir alle uns mehr denn je bereitmachen, unserem Gott zu begegnen.

Das Erdenleben ist kurz. Mögen wir es gut benutzen, sodass wir seine Stimme hören und den Willen Gottes tun. „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“ Gal. 5, 25. Dieser Vers ist mir ein großer Trost gewesen; denn es ist gerade der Wandel im Geist, den wir alle in diesen Jahren verkündigt haben - oft unter heftigem Widerspruch. Und wenn die Rede davon ist, im Geist zu wandeln, dann muss das auf einem Weg sein. Da aber der Geist nur einen Weg anerkennt, den neuen und lebendigen, Jesus Christus, muss dies der Weg des Todes für alles Fleisch sein, damit das Christusleben an unserem sterblichen Fleisch offenbart werden kann.

Wir können nur vorwärtsgehen, allezeit vorwärts, ohne Unterbrechung, um nur im Geist zu leben – um immer im Geist zu wandeln. Geist, Wasser und Blut, Geist, Wasser und Blut, solange wir in dieser Hütte zuhause sind. Hier auf dem Schlachtfeld gibt es keine Ruhestätte, obwohl wir ständig in eine tiefere Ruhe eingehen. Solange wir im Leib sind, gibt es etwas, das „Wachstum des Leibes“ heißt, und wir sollten Jesu Rat, mit Macht in das Reich Gottes einzudringen, befolgen. Ich weiß keinen anderen Weg und will keinen anderen Weg. Um dieser Sache willen war Paulus zum Apostel erwählt, um unter allen Heiden den Gehorsam des Glaubens zu verkündigen, zur Ehre Seines Namens. Röm. 1, 5.

Es war und ist weiterhin das Verlangen meines Herzens, den Gehorsam des Glaubens zu verkündigen, denn ich weiß, dass dies das Geheimnis und der Ursprung all dessen ist, was geistlicher Fortschritt und geistlicher Segen heißt. Ich kann nicht nur im Geist leben und über alle Herrlichkeiten jubeln; das wäre Untreue. Möge Gott mir und uns allen, denen der Herr Licht darüber gegeben hat, Gnade geben, allezeit im Geist vorwärtszugehen, allezeit vorwärts –unaufhaltsam, solange wir im Leib sind und uns etwas offenbar werden kann. Wenn dann der Leib niedergebrochen wird, können wir nicht mehr im Geist wandeln, sondern dann werden wir im Geist leben dürfen und uns freuen über das, was wir gewonnen haben, während wir im Leib zuhause waren. Dies ist mein Licht über das Leben hier unten und ich glaube, dass jeder, der Gottes Geist hat, dasselbe Zeugnis hat, sofern er hören will, was der Geist der Gemeinde sagt. Durch Gottes Gnade kann ich nur mich selbst und diejenigen, die hören wollen und können, ermahnen: vorwärts, vorwärts, immer vorwärts. Wir haben keine Zeit zu verlieren, die Zeit eilt rastlos und schnell. Gottesfurcht in allen Dingen, Reinigung von der Befleckung des Fleisches und auch des Geistes. Bald ist der Kampf zu Ende und dann werden wir das empfangen, was wir durch den Leib gewirkt haben.

Ich freue mich, deine Beständigkeit im Eifer und in der Liebe zur Wahrheit und zu allen Heiligen zu sehen und zu erfahren. An jenem Tag wird Gott jeden nach seinen Werken belohnen. In der Welt haben wir Trübsal – und sollen wir Trübsal haben. Doch in ihm haben wir Frieden, kostbaren Frieden, einen Frieden, den uns die Welt nicht rauben kann. Wir hingegen können der Welt ihren Frieden rauben durch das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Vor ein paar Tagen bekam ich einen Brief von Th. Hansen aus Kristiania. Er ist nun verlobt. Er ist ein äußerst wahrheitsliebender Mann. Möge Gott ihm große Gnade in seinem Kampf gegen die Sünde geben. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod, der Sünde bis aufs Blut zu widerstehen; aber mit Gottes Kraft wird es gelingen.

In Måløy hatte ich einige Versammlungen mit vollem Saal. Aber als ich verstand, dass sie mich nur als Prediger haben wollten, bat ich die Gläubigen zu einem eingehenderen Gespräch zusammen. Es zeigte sich bald, dass sie nichts von alledem verstanden, und die Schar wurde sofort kleiner. Wir können anleiten und unterweisen, doch sie müssen selbst das Leben leben.

Lebe nun von Herzen wohl. Es war eine Freude für mich, mit Br. Th. Ellefsen bei Br. Risnes in Haugesund zusammenzutreffen. Wir waren dreimal zusammen. Er strahlte vor Freude darüber, dass Gott in seiner Arbeit in der Finnmark so mächtig mit ihm war. In Horten fand er immer, dass so wenig gab, was ausgerichtet werden konnte. Doch nun hatte er arbeiten dürfen und darüber freute er sich. Br. Ellefsen ist übrigens sehr klar und verständlich in seiner Unterweisung.

Grüße die Geschwister.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan