Das Zeugnis Gottes
„Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist.“ Joh. 3, 33.
Wenn ein Mensch ein Zeugnis gibt, dann ist dies nicht immer das Zeugnis Gottes; denn oft wird von Dingen gesprochen, die man nicht versteht, und meistens redet man nicht recht von Gott. Hi. 42, 3 und 7. Doch Jesus sagt zu Nikodemus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an.“ Joh. 3, 11.
Wer in der Gemeinde redet, der rede als Gottes Wort. Er soll reden, was er weiß, und das bezeugen, was er gesehen hat; dann wird es eine Rede als Gottes Wort. Niemand vermag es zu widerlegen, denn es ist die Wahrheit selbst.
Der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, will zusammen mit dem Wasser und dem Blut dieses Zeugnis in uns bilden. Wer glaubt, hat dieses Zeugnis in sich selbst. Wer Gottes Wort redet, der spricht aus diesem Zeugnis heraus im Heiligen Geist.
Ein Mensch kann auch reden, nachdem der Geist ihm die Augen aufgetan hat über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht. Die Worte, die fallen, nachdem einem auf diese Weise die Augen aufgetan worden sind, sind nicht wie Worte Gottes, weil der Mensch nicht das Zeugnis des Wassers und des Blutes in sich selbst hat. Doch ist solche Rede die häufigste in unseren Tagen. Deshalb ist sie auch schwach und kraftlos. Hinter den vielen Worten, die geredet werden, ist nichts zu sehen. Hinter den Worten findet man sehr oft keinen Mann, in dem der Geist, das Wasser und das Blut zeugen. Anstatt des Zeugnisses Gottes verkündigt man sein eigenes Zeugnis über Gott. Aus diesem Grund kommen die Worte leer zurück; Gottes Wort dagegen kommt niemals leer zurück.
Es hat so wenig zu sagen, was ein Mensch in seinem eigenen menschlichen Geist von Gott glaubt oder bezeugt. Wir brauchen das Zeugnis Gottes und das Wort Gottes.
Johannes bezeugte das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus. Offb. 1, 2. Um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen waren sie enthauptet worden. Offb. 20, 4.
Er (Christus) ist derjenige, der mit Wasser und Blut kam, und der Geist gibt Zeugnis, denn der Geist ist die Wahrheit.
Dies ist das Zeugnis Christi. Wer in der Gemeinde redet, der soll ein solches Zeugnis führen. Dann wird hinter den Worten ein Mann sein, der das Sterben Jesu an seinem sterblichen Leib trägt. Die Kraft des Reiches Gottes wird zum Vorschein kommen und die Worte werden ihre Wirkung tun.
Der Geist kann jedem Menschen Zeugnis geben. Aus diesem heraus kann man eine Predigt halten. Aber wer das Zeugnis annimmt, nur er alleine hat bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist. Wir brauchen Männer, die bestätigt haben, dass Gott wahrhaftig ist. Lasst solche zu Wort kommen, denn menschliche Meinungen über Gott hat die Welt längst satt.
