danke für deinen sehr lieben Brief und für die 9 Kr., die ich heute erhalten habe. Du sagst, dass unsere geistlichen Waffen alle in diesem Einen zusammengefasst werden können: einfältige Treue gegenüber Christus. Ja, das ist wahr. Eben hierin liegt die tiefe Ruhe, vor der Schwierigkeiten und böse Mächte fliehen müssen. Und hierin werden Einfalt und Weisheit vereint, die die Welt nicht miteinander in Einklang bringen kann, was jedoch für Gott möglich ist. Was groß und unüberwindbar scheint, wird mit Leichtigkeit besiegt, wenn man immer demütig vor dem Angesicht des Herrn steht.
Wir leben hier in Stille. Br. Karl und ich haben jetzt ab und zu ein tiefergehendes Gespräch. Im Übrigen finde ich, dass wir von dem Ganzen mehr und mehr isoliert werden. Wir sind auch ganz zufrieden damit, wenn wir uns nur ihm hingeben können, der unser Herz erquicken und uns in seinem Gesetz unterweisen kann.
Es freut mich, dass du bewahrst, was du von Anfang an erkannt hast: das glaubwürdige Wort, das uns weise machen kann zur Seligkeit und uns durch das Licht des Geistes zu den großen Reichtümern in Christus zu führen vermag. Doch wir wissen, dass über allem Herrlichen eine Decke liegt. Daher wird das Herrliche nicht als herrlich angesehen, bevor wir mit Ihm in der Herrlichkeit offenbar werden.
Gott legt großen Wert auf „Treue in der Wüste“. Eine Seele, die mit Gnade überschüttet wird, kann nicht anders als treu sein. Doch Treue in Versuchung und Widerwärtigkeiten aller Art ist sehr wertvoll für Gott.
Im Übrigen müssen wir es uns zu Herzen nehmen, dass wir, wenn wir den Menschen gefallen wollen, nicht Christi Diener sein können. Durch Treue wird der Leib ein Opfer und muss mit Christus leiden. Dadurch bekommt er aber auch Anteil an der Verheißung, mit ihm verherrlicht zu werden – ja, nicht allein der Leib, sondern der ganze Mensch mit Leib, Seele und Geist.
Die Geistestaufe, die man Gnadentaufe nennen kann, soll uns durch die Feuertaufe mit der Taufe der Gerechtigkeit durchdringen. Denn was mit Gnade getauft ist, wird für das Feuer aufbewahrt. Das Feuer gibt Gott das Wohlwollen gegenüber dem Menschen zurück, das er ihm zugedacht hatte. Der Begnadete ist in der Gnade zur weiteren Behandlung durch das Feuer gefangen. Die Gnade ist nicht das Endgültige, sondern die Gerechtigkeit und die Wahrheit. Die Geistestaufe ist das Siegel, das der betreffende Mensch bekommen hat, um von demselben Gott weiterbearbeitet zu werden, der uns von nun an ein verzehrendes Feuer sein wird.
Gott kann mit dem Geist taufen, weil er seinen Eifer an Christus zufriedenstellen konnte. Aber sein Eifer an uns in dem Geliebten muss noch durch das Feuer vollendet werden – durch die Leidensgemeinschaft Christi.
Lebe wohl, lieber Bruder, und sei von uns allen hier aufs Herzlichste gegrüßt. Ich hoffe, du hast die Exemplare der Nr. 3 bekommen.
Herzliche Grüße von deinem
JohanWenn du das nächste Mal neue Abonnenten hast, dann behalte 0,50 Kr. selbst. Du sollst natürlich dasselbe wie die anderen bekommen.
