Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Skjulte Skatter 1912-03 - Wer soll die Speise von Gott darreichen?

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Wer soll die Speise von Gott darreichen?

Der Herr unterweist Mose in 3. Mos. 21 darin, wer herzutreten darf, um die Speise seines Gottes darzubringen. Es sollte ein Mann sein, der keinerlei Fehler hatte. Denn es durfte kein Mann herzutreten, der ein Gebrechen hatte – ob er nun blind oder lahm war oder ein entstelltes Gesicht oder irgendeine Missbildung oder einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hatte oder bucklig oder verkümmert war oder wer einen weißen Fleck im Auge oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hatte.

„Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des Herrn; denn er hat einen Fehler. Darum soll er sich nicht nahen, um die Speise seines Gottes zu opfern.“

Wir wissen, dass alles im Alten Bund uns zur Unterweisung geschrieben ist; denn dort finden wir die Schatten der zukünftigen Güter. Nun sind indessen die Schatten weg und wir sind in die Person hineinversetzt, die den Schatten geworfen hatte, nämlich Christus selbst. Wenn also die Priester des Alten Bundes, d. h. die Priester des Schattens, ohne Gebrechen sein mussten, um die Speise ihres Gottes darreichen zu können, so schließen wir hieraus, dass die Diener des Neuen Bundes, d. h. die Diener des Geistes, in noch viel größerem Maß frei sein müssen von jeglichem Makel und Gebrechen, wenn sie vor das Angesicht des Herrn herzutreten und von seinem Tisch geistliche Speisen empfangen wollen, um diese zum Volk hinauszutragen.

Er darf nicht blind sein. Er muss erleuchtete Augen des Herzens haben. Eph. 1, 18. Er muss klar sehen können, um das Reine vom Unreinen und das Heilige vom Unheiligen unterscheiden zu können. Über das Aussehen und den Zustand seiner Schafe muss er genau Bescheid wissen. Seine Augen müssen ständig nach den besten Weideplätzen Ausschau halten. Er muss dafür sorgen, dass niemand leidet und Schaden nimmt.

Er darf nicht lahm sein. Er darf nicht auf der einen oder anderen Seite hinken. Er muss in dem Kampf laufen können, der ihm verordnet ist, und sich immer an vorderster Front befinden. Er muss jederzeit wie Paulus sagen können. „Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi!“ Die Schafe müssen jederzeit das Gefühl haben, dass sie auch durch Flucht nicht aus der Obhut ihres Hirten entkommen können, um den Genuss einer unerlaubten Freiheit zu haben. Er muss schnell sein können und umbunden sein mit der Bereitschaft zu kämpfen, die das Evangelium des Friedens gibt. Er muss jeden Feind, der in die Schafherde einzudringen versucht, einholen und vertreiben können.

Er darf kein entstelltes Gesicht haben. Sein geistliches Angesicht muss makellos sein. Ein entstelltes Gesicht würde ihm die Freimütigkeit rauben. Er darf nicht einen gewissen Hang in sich verspüren, sein Angesicht zu verbergen. Er darf kein entstelltes Gesicht haben, wenn er in der Lage sein soll, die Speise seines Gottes darzureichen.

Er darf keine Missbildung haben. Er darf in seinem Gottesdienst nicht einseitig sein, sodass ein Glied groß und stark wird und die übrigen verkümmern. Für alle muss er etwas sein, um allen Speise von seinem Gott darreichen zu können. Er darf keine Missbildung haben.

Er darf keinen gebrochenen Fuß und keine gebrochene Hand haben. Ein gebrochener Fuß oder eine gebrochene Hand würde seinen Dienst zögerlich machen. Somit kann er nicht Speise zur rechten Zeit darreichen. Auch wenn der Bruch geheilt wäre, würde er trotzdem immer noch ein Schwächegefühl verspüren. In einer ernsten Situation, wo es darauf ankäme, könnte er nicht so durchgreifen, wie er es gerne tun würde. Er hat eine gebrochene Hand oder einen gebrochenen Fuß und darf die Speise seines Gottes nicht darreichen.

Er darf nicht bucklig oder verkümmert sein. Sollte jemand durch seinen Fall bucklig geworden sein, so darf er keine Speise von Gott darreichen; denn er hat durch seinen Fall einen bleibenden Schaden erlitten. Wer verkümmert ist, soll nicht zum Tisch des Herrn herzutreten, um Speise von Gott darzureichen, weil er in seinem geistlichen Wachstum stehengeblieben und somit nicht fähig ist, andere zu lehren.

Er darf keinen weißen Fleck auf seinem Auge haben. Sein Auge muss ohne Flecken sein. Ein Fleck auf dem Auge hätte zur Folge, dass er Dinge schräg von der Seite betrachtet. Er würde manches nicht richtig erkennen können und in seinem Urteil unsicher werden. In seinen Augen müssen Treue und Vertrauen zu lesen sein. Kein Fleck darf dieses kostbare Kleinod verbergen. Er muss offen in Gottes Angesicht schauen können und darf keinen Fleck haben, hinter dem er den Zustand seiner Seele vor den Augen des Herrn der Heerscharen verbergen kann.

Er darf keine Krätze und keine Flechten haben. Es darf ihm nicht ein schlechter Ruf anhangen; und es darf auch nicht das Fleisch wirksam sein, sodass die Ausschläge der Sünde an seinem Leib offenbar werden. Sein Leib muss allezeit mit reinem Wasser gewaschen sein und sein Fleisch muss gesund sein wie das eines Jugendlichen. Krätze und Flechten wirken entehrend und deshalb darf er die Speise seines Gottes nicht darreichen.

Er darf keine beschädigten Hoden haben. Er darf nicht von Menschen zur Ehe unfähig gemacht worden sein. Er muss Lebensmut besitzen und darf nicht träge oder geistlich niedergeschlagen sein. Wenn er in der Lage sein soll, die Speise seines Gottes darzureichen, muss er eine Person sein, vor der man Respekt haben kann.

„Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des Herrn.“ V. 21.

Wenn Gott eine Seele auf dem Brandopferaltar dargebracht haben will, dann kann er als Mitarbeiter niemand gebrauchen, der selbst einen Makel oder Gebrechen hat. Er wird immer eine Seele gebrauchen, die selbst mit dem Feuer vertraut ist.

„Doch essen darf er die Speise seines Gottes, vom Heiligen und vom Hochheiligen.“ V. 22.

In seiner unendlichen Liebe will Gott niemandem seine geistliche Speise vorenthalten. Er will, dass alle essen – sowohl vom Heiligen als auch vom Hochheiligen. Blinde, lahme, entstellte und bucklige Personen und solche mit weißem Fleck im Auge oder gebrochener Hand oder gebrochenem Fuß oder solche mit Krätze oder Flechten – sie alle dürfen von der Speise ihres Gottes essen, und zwar sowohl vom Hochheiligen als auch vom Heiligen.

„Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil ein Fehler an ihm ist, damit er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich bin der Herr, der sie heiligt.“ V. 23.

Wir lernen hieraus, dass Gott zum Darreichen geistlicher Speise niemanden gebrauchen kann, der mit einem Makel oder Gebrechen behaftet ist. Sie dürfen sich zwar sattessen an der hochheiligen wie an der heiligen Speise; aber sie dürfen nicht das Heiligtum entweihen, indem sie sich dem Vorhang nahen.

Der Vorhang zerreißt durch den Geist des Gerichtes und des verzehrenden Feuers. Jemand mit einem Makel oder Gebrechen wird hier nicht bestehen können und darf sich nicht nahen. Hinter dem Vorhang wird die Herrlichkeit Gottes geoffenbart und von dorther soll die Speise Gottes dargereicht werden. Will jemand dort hinein, um geistliche Speise zu holen, so muss er sich erst selbst auf dem Brandopferaltar geopfert haben, auf dem alle Makel und Gebrechen verzehrt werden.

Bittet den Herrn der Ernte, dass er viele solche Diener in seine Ernte hinaustreibe.

(Fortsetzung folgt.)