(Maschinengeschrieben, Original fehlt)
Gottes Friede.
Durch Gottes große Gnade bin ich nun hier gewesen und habe bis jetzt jeden Abend das Wort des Herrn verkündigt. Der Widerstand prasselte herab und die Feindschaft wider das Kreuz war wirksam. Aber Gott hat mir im Gegenzug Gnade dazu gegeben, den Kampf aufzunehmen und er hat Sieg gegeben. Am Gesichtsausdruck der Jugendlichen kann man deutlich ablesen, dass sie sich in Wahrheit freuen. – Einige Religiöse wetteiferten darin, zu erzählen, dass sie vom Fluch des Gesetzes freigekauft wären. Wenn ich etwas davon erwähnte, mit Christus in Seinem Leib zu leiden, so konnten sie dies nicht davon unterscheiden, zu sündigen und das Gesetz zu übertreten und um dieser Sache willen zu leiden. Die Werke des Fleisches und die Werke des Leibes haben sie durcheinandergebracht. Und trotz dieses Mangels an Erkenntnis haben mehrere versucht, in all ihrer Unwissenheit mit Vollmacht aufzutreten. Gott hat es in seiner großen Gnade oft so geführt, dass sie sich in ihrem eigenen Garn verwickelt haben. Ihre Torheit wurde mitten in der Versammlung offenbar; doch im nächsten Augenblick sind sie genauso dreist und rechthaberisch wie vorher.
Ich habe versucht, Gespräche in Gang zu bringen; aber sie können keine Unterhaltung führen. Ich musste die ganze Zeit das eine nach dem anderen hervorholen. Unter dem Widerstand hatten sie Mühe, eine Handreichung zu geben, doch hat Br. Wold sein Bestes gegeben und wiederholt zum Schwert gegriffen.
Heute Abend – so Gott will – habe ich vor, an Bord der „Eidanger“ zu gehen und nach Arendal zu fahren, wo ich wahrscheinlich den Sonntag über bleibe. Die Unterweisung über die Erkenntnis, die in Christi Leib verborgen ist, ist und bleibt ein großes Geheimnis. Auch wenn man selbst meint, dass es mit Händen zu greifen sei, kann man es nicht begreifen. Aber diejenigen, die diese Erkenntnisse von Gott erfassen, schmelzen zusammen zu einem Herz und einer Seele.
Mehrere haben mich gebeten, dich zu grüßen. Man kann unter Verhältnissen wie diesen hier nur leiden. Ich habe ihnen mit dem scharfen Schwert der Wahrheit über den Rücken geschlagen und ich habe sie mit Macht in die Wahrheit hineingeschoben. Sie haben gelächelt und verstanden, dass da etwas war, aber sich umgedreht und das Ganze vergessen. Ob man ihnen Klagelieder singt oder ihnen zum Tanz aufspielt – sie verstehen nichts. Ob man schlägt oder mit den Seilen der Liebe zieht –sie bleiben dennoch blind. Was ist dann zu tun? Ich glaube, man kann nichts Besseres tun, als die Jünger abzusondern und sie in der Schule des Tyrannus zu unterrichten.
Doch ist es eine Freude, dass ein paar das Wort angenommen haben und sich auf die Erkenntnis Gottes verstehen und sich von dieser zur Gottesfurcht hinführen lassen.
Grüße die lieben Geschwister. Grüße Judith und deine Mutter. Sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem an dem Leiden und der Herrlichkeit teilhabenden Bruder
Johan