gerade als ich heute im Begriff war, ins Büro zu gehen, bekam ich deinen Brief. Gespannt öffnete ich ihn. Doch indem ich ihn las, begann mein Herz vor Freude zu jubeln und ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Ich danke Gott und preise seinen heiligen Namen, weil er in seiner Gnade auch dir diese herrliche Gabe geschenkt hat, die mächtig ist, zu bewahren und alle unsere Bedürfnisse in Ruhe zufriedenzustellen. Groß ist dieses Geheimnis der Gottesfurcht: Gott geoffenbart im Fleisch. So Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber es sind Esaus Hände. Der inwendige Mensch soll wachsen und der äußerliche soll zugrundegehen. Hld. 1, 5: Schwarz bin ich, aber lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte Kedars, wie die Vorhänge Salomos. Das irdene Gefäß ist schwarz, aber der Schatz im Gefäß ist lieblich. 1. Kön. 8, 12: Damals sprach Salomo: Der Herr hat gesagt, er wolle im Dunkeln wohnen. (Früher wohnte er im Zelt). Man sagt, dass die Zelte Kedars aus schwarzen Fellen bestanden.
Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen ein Diener der Beschneidung geworden. Er beschneidet das Herz und schneidet alle Brückenverbindungen ab, damit wir verstehen lernen, dass in Christus nur eine neue Kreatur gilt. Das Alte ist vergangen und alles ist neu geworden.
Ich weiß beinahe nicht, was ich jetzt schreiben soll, denn du hast ja selbst die Salbung von Gott. Und die Salbung wird uns alles lehren und uns an alles erinnern, was Jesus gesagt hat. Er wird von dem Meinen nehmen, sagt Jesus, und euch verkündigen. Es ist nicht gerade ein schlechter Vorrat, aus dem er nimmt, wenn er von Christus nimmt, denn er heiligte sich selbst, damit auch wir in Wahrheit heilig werden sollten. Wie wundersam sind die Wege des Herrn mit uns. Er führt uns hinab, tief hinab, und er hebt uns empor. Er lässt uns unsere Stärke an den heiligen Geboten des Gesetzes messen, damit wir uns selbst als untüchtig zu allem Guten kennenlernen. Aber das tut er, damit die Sünde offenbar wird (die Sünde im Leib, unsere verdorbene Natur). Wo sie aber offenbar wurde, ist die Gnade noch mehr offenbar geworden. Als wir im Fleisch waren, trugen wir Frucht für den Tod, aber nun sind wir vom Tod ins Leben gekommen, um für ein ewiges Leben Frucht zu bringen. Das Trachten des Geistes ist Leben und Frieden, das Trachten des Fleisches ist der Tod. Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Aber der Geist treibt uns im Geist des Gesetzes, deshalb wird die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Röm. 8, 4. Wie nun Christus in uns zur Rechtfertigung geworden ist, so wird er uns auch, wenn wir im Geist wandeln, zur Heiligung und schließlich zur Erlösung werden.
Ist nun Ermahnung in Christus, so möchte ich dich an 1. Joh. 2, 24 erinnern. Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch!
Ich grüße dich in Christus mit Spr. 4, 10 ff. Nimm dir diese Worte gründlich zu Herzen. Jetzt hast du Frieden, ja, den Frieden, der allen Verstand übersteigt. Aber wenn du diesen behalten willst, dann halte dich zum Krieg bereit. Setze den Helm des Heils auf deinen Kopf, umgürte dich mit Wahrheit, nimm das Schwert des Geistes, sei an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium und ergreife vor allem den Schild des Glaubens, durch den die feurigen Pfeile Satans ausgelöscht werden. So gerüstet kannst du Feinden jeder Art entgegentreten. Selbst der große Haufe, von dem du gesagt hast, dass er wider dich auszog, muss vor einer solchen Ausrüstung weichen. Denn wie in Spr. 25, 26 geschrieben steht: Ein getrübter Quell und ein verdorbener Brunnen: so ist ein Gerechter, der vor einem Gottlosen wankt. Du darfst nicht wanken. Man kann zwar seinem Widersacher bald geneigt sein, wie geschrieben steht, aber darf niemals wanken. Ich habe überwunden und ihr sollt überwinden, heißt es.
Grüße deine Freunde und Freundinnen, die denselben teuren Glauben haben. Möge Gott euch Gnade und Fortschritt in der Freiheit geben; dass ihr weiterhin in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinschauen und darin beharren könnt. Denn dann wird man nicht lediglich ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter. Er ist mächtig, euch unsträflich bis auf seinen Tag zu bewahren.
Johannes sagt an mehreren Stellen, dass er nicht mehr mit Feder und Tinte schreiben wollte, sondern dass er hoffte, bald zu ihnen zu kommen, um mündlich mit ihnen zu reden. Vielleicht kann Gott es auch bei mir so machen; ja, ich weiß, dass er es kann; sein Wille geschehe auch hierin.
Spr. 20, 6: Die meisten Menschen rühmen ihre eigene Güte; wer findet aber einen treuen Mann?
So will ich für dieses Mal schließen und bitte dich, zuhause zu grüßen. Ich muss dir nochmals sagen, dass ich mich unsagbar darüber freue, dass du durch Gottes Gnade zur Ruhe in Gott gekommen bist. Wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe ein.
Dein in der Ruhe arbeitender und in der Freiheit seiner Pflicht nachkommender Bruder
JohanSpr. 29, 25. Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt.
