Gnade und Friede von Gott durch Jesus Christus.
Danke für deinen lieben Brief. Innerhalb einer Stunde sind hier Veränderungen geschehen. Br. Aslaksen reichte heute um 13 Uhr sein Abschiedsgesuch ein, das ein einziges Zeugnis von Jesus Christus war, dem er in Zukunft ganz und ungeteilt dienen will – eventuell als Missionar. Um 14 Uhr wurde er gerufen und ihm wurde empfohlen, ein paar Tage Urlaub zu nehmen, um die Sache mit seinen Eltern zu besprechen, bevor er Weiteres mit diesem an den König gerichteten Gesuch unternehmen würde. Er nahm bis Sonntagabend Beurlaubung an und wir haben ihn eben zum Bahnhof begleitet.
Um 14 Uhr, gerade als Aslaksen drinnen beim Chef der Marineoffiziersschule war und über seinen Abschied sprach, der ab 1. Januar in Kraft treten sollte, rief unser Korpschef, Kommandeur Kielland, in der Marineoffiziersschule an und bat mich, sofort in das Korpsbüro zu kommen. Als ich dort hinaufkam, berichtete er, dass er durch den kommandierenden Admiral ersucht worden sei, für General Seiersted einen zuverlässigen Unteroffizier für das Rekrutierungswesen zu besorgen. Er hätte an Oberkanonier Winge gedacht, sagte er. Aber da dieser mit der Fischereiaufsicht im Idefjord befasst sei, kam er darauf, dass er fragen wollte, ob ich diese Stelle haben wolle. Ich müsste ab dem 1. Januar für vorläufig zwei Jahre Beurlaubung beantragen. Die ersten drei Monate würde ich das übliche Gehalt + 75 Kr. im Monat bekommen, später das halbe Gehalt + 75 Kr. Das würden nach den ersten drei Monaten 8 bis 9 Kr. im Monat mehr als vorher sein. Der Mehrverdienst in den zwei Jahren betrüge ca. 380 Kr. Ich könnte Zivilkleidung tragen, da der Dienst ganz privat wäre. Der General hätte sein Büro im Marinekorps und wäre sehr oft von Horten weg, sodass ich sehr viel alleine arbeiten und die Post zur Unterschrift schicken würde usw. Dieses Angebot schien mir sehr gut und ich nahm es sofort an. Pauline war sehr zufrieden damit.
Gottes Führung ist wunderbar. General Seiersted ist in Kristiansand gewesen. Du kennst ihn bestimmt. Ob ich für den General oder für den Admiral schreibe, ist ja egal. Und wenn einem ein so schöner Platz angeboten wird, warum ihn dann nicht annehmen? Ich brauche dann zwei Jahre lang nicht hinaus auf See.
Br. Aslaksen kann ich nicht genug rühmen. Er ist einer der wenigen. Gott muss eine besondere Absicht mit ihm haben. Es ist verwunderlich, die Weisheit zu hören, die er von Gott bekommen hat. Es geht ein erwecklicher Geist von ihm aus und ich glaube, unter uns hier ist jetzt mehr Bewegung als gewöhnlich.
Sei am Samstagabend hier willkommen, wenn Gott es so führt. Wünschenswert wäre, dass Aslaksen auch bei uns wäre. Karl geht es gut. Ich bat Aslaksen, einen Abstecher nach Mjøndalen zu machen. Er hatte zwar große Lust dazu, aber die Zeit war knapp. Seine Adresse ist Ullevoldsveien 55, Kristiania.
Die Bibelstunden – zweimal in der Woche – hat Gott reichlich gesegnet. Gib kurz Bescheid, ob du kommst. Es ist immer gesegnet, miteinander zu sprechen und zu arbeiten. Grüße Ingerid. Danke für das Telegramm. Mit dem Hinweis darin wurde gearbeitet. Wir saßen bis Mitternacht zusammen und hatten es herrlich.
Sei gegrüßt mit Spr. 22, 4. Pauline lässt grüßen.
Dein Johan