danke für deinen lieben Brief. Wir liegen nun hier und haben Manöver (Torpedoangriffe und Signale austauschen mit den Stationen); besonders in der Nacht vor 24 Uhr. Tagsüber Übungen wie gewöhnlich.
Gott hat mit allem seine Absicht, so auch mit diesem. Wir können im Leben aus allem lernen. Diese Fahrt ist mir durch Gottes Gnade zu großem Gewinn geworden. Es ist ein hartnäckiger Kampf gewesen, aber Gott hat den Sieg gegeben. Mitunter wünsche ich mir, alleine zu sein, aber überall wimmelt es von Leuten. Doch Gott gibt Gnade, dass ich mich ab und zu mitten in der Menge allein fühlen kann. Es geht mehr und mehr in Erfüllung, was Paulus sagt, dass er schwach war in Christus und allein durch die Kraft Gottes leben musste. Von dieser Schwachheit habe ich durch Gottes Gnade etwas zu schmecken bekommen, sodass ich mich in der Hitze des Kampfes allein auf Gottes Kraft verlassen musste. Aber was für ein Leiden im Fleisch! Das Fleisch bebt, doch am Kreuz werden wir siegen. Kraft nach außen hin ist lobenswert, wenn aber diese Kraft zum eigenen Zerbruch angewandt wird, indem man alles ihm überlässt, der gerecht richtet, dann ist dies von weit nutzbringenderem Wert. Am Kreuz wird der Sieg über Satan errungen. Das Blut Christi ist der Sieg und die Kraft. Aber dem Blut geht Kampf voraus. Das Blut ist der zertretene Kopf Satans, der Triumph und die Grundlage des Sieges. Das Kreuz ist der Kampfplatz. Das Blut ist das Ziel des Geistes. Das Blut kämpft nicht. Das, was man „das Zeitliche“ nennt, soll in den Tod gegeben werden und in das Blut übergehen, damit es im Blut ewige Natur erhalten kann.
Das „Zeitliche“, das am Herzen klebt, soll im Herzen zunichtegemacht werden, damit man es im Herzen zurückbekommen kann. Denn man bekommt nicht mehr zurück als das, was man verloren hat.
Vielleicht kommen wir nächste Woche westwärts. Kommenden Samstag und Sonntag werden wir in Horten sein.
Der kleine Aksel Johan ist gesund und munter. Mit nur 6 Monaten kann er alleine stehen, wenn er sich an einem Schemel festhält. Christian, Johanne und Rakel geht es auch gut. Das deutsche Buch von Madame G. habe ich ausgelesen und lese ab und zu nochmals Bruchstücke daraus.
Grüße Vater und Mutter und Berglioth.
Sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder
JohanAdr.: Horten
