Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 2. Mai 1910

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 2. 5. 1910
Lieber Br. Aksel,
Gottes Gnade & Friede.

Die Einschiffung auf der „Norge“ wurde wegen der Überführung Bjørnsons verschoben, aber jetzt haben wir Befehl, morgen um 18 Uhr an Bord zu kommen.

Br. Aslaksen war gestern hier. Gott gab mir Gnade, freier als je zuvor mit ihm darüber zu reden, alle Bande zu lösen und zu zerreißen. Er lachte vor Freude und nahm die Worte in seinem Herzen an. So frei und direkt wie jetzt konnte ich früher nicht mit ihm reden. Es sieht so aus, dass richtig Potential in diesem Mann steckt. Br. Ellefsen war gestern auch hier; er geht beständig und gleichmäßig „forwärts“ (Deutsch im Original).

Gott wird mir an Bord beistehen und mir Gnade geben, wenn es gilt zu überzeugen und zu kämpfen. Es sind Gottes Kräfte, auf die wir uns verlassen. Es ist seine Weisheit, die Schwierigkeiten löst und Zorn dämpft. Ja, das ist ein herrliches Leben, ein gesundes Leben, ein Leben voller Frieden, voller Sieg, voller Verständnis, voller Kraft, voller Beweglichkeit und voll von allem, was für ein Leben wünschenswert ist. Vielleicht heißt es auch deshalb „Leben“.

Ich schicke heute Vaters Liederbuch und zwei von Henrik Engstrøms Büchern mit. Ich habe „Juveler bl. mill. byens indb.“ (Juwelen unter Millionen Einwohnern der Stadt), eine ganze Reihe Traktate, den Weg des Kreuzes und „Naturens lov i aandens verden“ (Das Naturgesetz in der Welt des Geistes) und Vaters Liederbuch an Bord der „Fram“ geschickt. [Roald Amundsen brach mit der „Fram“ zu einer Polarexpedition auf.]

Hiermit einen herzlichen Gruß von uns allen hier.

Dein Johan

Adr.: P/S „Norge“, Horten.

Grüße die Haushälterin und Frl. Krogh sowie Palme, wenn du schreibst.