Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 14. November 1909

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten 14. 11. 1909
Lieber Bruder Aksel,
Gnade und Friede.

Danke für deinen lieben Brief und deinen Entwurf, der richtig viele gute Gedanken enthielt. Ich habe noch keine Zeit gehabt, damit zu arbeiten; aber Gott wird auch hier jeden Schritt leiten. Es hat mich gefreut, dass du den Artikel auch Vater und Alfine Torjussen geschickt hattest. Br. Berg las am Mittwoch dein Traktat aus dem Deutschen in der Versammlung vor und erklärte die Liebe, die mit dem Wachstum zum Bräutigam hin kam. Madame Knudsen wollte alles tun, um in diese Wahrheiten hineinzukommen, die sie noch nicht ganz verstand. Ich war in dieser Versammlung nicht anwesend, aber Br. Berg erzählte es. Man kann nicht sagen, dass man von Christus ergriffen ist, ehe man diese Liebe geschmeckt hat, sagte er neulich, und nun wollte er hierüber an seine Eltern schreiben.

Br. Ellefsen hat 2 Jahre Beurlaubung (à la suite) bekommen, um nach Amerika zu reisen und als Zeichner zu arbeiten. Der letzte aus dem Deutschen übersetzte Artikel im „Missionæren“ passte genau auf mich, sagte er, ich habe mich so genau wiedererkannt. Ellefsen ist ein wahrheitsliebender Bruder, möge Gott ihm helfen und ihm in Amerika nahe sein. Über seine Reise habe ich noch nichts gehört.

Für den Fall, dass Gott dich so leiten sollte, eine kleine Zeitschrift herauszugeben, wolle er für deren Verbreitung dort drüben arbeiten, sagte er. Wir waren nämlich heute Vormittag zusammen bei Pauline Roa, wo wir darüber sprachen, dass du alle Voraussetzungen für die Herausgabe einer kleinen Zeitschrift („Kleine Lichter“ oder wie du es nennen willst) hättest. Gott hat es so geführt, dass du ziemlich viel herumgekommen bist, wodurch du eine nicht geringe Bekanntheit erworben hast. Deshalb bin ich überzeugt, dass du genau der richtige Mann für ein solches Vorhaben bist. Ja, die Begründung liegt nicht einzig und allein in der Bekanntheit, sondern das eine wirkt hier mit dem anderen zusammen. Nun sitzt du dort oben und hast gute Gelegenheit und Lust hast du ja im Überfluss. Durch die Herausgabe einer solchen kleinen Zeitschrift, 1 – ein – Mal monatlich für 1 – eine – Krone jährlich, glaube ich, könnte man bescheiden und gut arbeiten und es würde sich lohnen. Der kleine Verdienst, der mit der Zeitschrift verbunden wäre, müsste dir helfen, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Hier in Horten würden wir, so gut wir können, dazu beitragen, die Zeitschrift zu verbreiten. Ich bin überzeugt, dass eine solche sowohl hier als auch in anderen Ländern für viele Gläubige eine Hilfe zur rechten Zeit sein würde. Deine frühere Arbeit würde nur Basis für dieses Vorhaben sein. Ich werde dich dann durch die Gnade, die Gott gibt, mit Inhalt unterstützen. Aber das Ganze müsste in Gott durch Christus Jesus geschehen. Die Existenz der Zeitschrift dürfte nicht in den Händen der Abonnenten liegen, sondern in Gottes Händen, sodass man frei von allen den ganzen Ratschluss Gottes verkündigen könnte, so weit er ihn uns in seiner Liebe gezeigt hat. Denn nur zu einer solchen Zeitschrift wird Gott sich bekennen können. Man könnte darin Gelegenheit bekommen, von den Dächern das zu verkündigen, was Gott im Kämmerlein offenbart. Sie könnte vielleicht ein Jahr probeweise herausgegeben werden. Dies nur zur Überlegung! Sie hat jedenfalls gute Voraussetzungen sich zu verbreiten und selbst wenn die Leute sie nicht mögen, werden sie sie dennoch abonnieren, weil sie Realitäten beinhaltet. Es gibt bestimmt keine solche Zeitschrift in ganz Skandinavien. Dänemark würde wohl eine gewisse Anzahl Exemplare nehmen. Im Dezember könnte man ja mit einer Probeausgabe anfangen und das ganze Jahr 1910 könnte das Probejahr sein. Mir scheint, dass sich alle Dinge so schön dafür zurechtgelegt haben.

Ich habe viel an Eph. 3, 10 gedacht, konnte es aber nicht ganz ergründen, jedoch meine ich, einige Umrisse zu erkennen. Diese deuten darauf hin, dass Gott uns zu größeren und größeren Werken benutzt, in dem Maß, wie wir reif sind, die Werke mit dem vor Augen zu tun, dass er geehrt wird. Sodass wir wie Daniel Gott ehren, ob wir erhöht im Rat des Königs sind oder uns in der Löwengrube befinden. Denn in den Augen der Menschen ist im Rat des Königs zu sitzen zwar groß und unter Löwen zu sein niedrig, aber Gottes mannigfaltige Weisheit wird doch offenbart, wenn es unsere Ehre ist, seinen Willen zu tun und seine Ehre zu suchen.

Hiermit einen herzlichen Gruß

Dein Bruder

Johan

Pauline lässt grüßen.