Widerstehet dem Teufel!
Alles deutet darauf hin, dass, wenn wir dem Teufel nicht fest im Glauben widerstehen, sodass er von uns flieht, sondern dem, was er sagt, Gehör schenken, dann die bösen Geister den Menschen in Verzweiflung bringen und schließlich die Herrschaft über unseren Sinn und auch unser Reden übernehmen werden.
Mt. 8, 28. In der Gegend der Gadarener begegnete Jesus zwei Besessenen, die kamen aus den Grabhöhlen und waren sehr gefährlich, sodass niemand diese Straße gehen konnte. Und die bösen Geister baten ihn und sprachen: Willst du uns austreiben, so lass uns in die Herde Säue fahren. Und er sprach: Fahrt aus!
Jesus hatte hier nur mit den bösen Geistern zu tun. Die Personen, die von diesen Geistern besessen waren, hatten nichts zu sagen. Sie waren überwunden und mussten sich regieren lassen.
Mk. 1, 23. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie: Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist riss ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm.
Dieser Mann hatte sich bei der einen oder anderen Gelegenheit von dem bösen Geist überwinden lassen, weshalb der Mann selbst nicht mehr ansprechbar war. Es war nur der böse Geist, der das Wort führte.
Apg. 19, 13. Es versuchten aber etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern, über denen, die böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus zu nennen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündigt! Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters Skevas, die dies taten. Aber der böse Geist antwortete und sprach: Jesus kenne ich, und von Paulus weiß ich. Wer aber seid ihr? Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie los, und er überwältigte sie und zeigte ihnen dermaßen seine Kraft, dass sie entblößt und verwundet aus jenem Haus flohen.
Wir sehen hier, dass der Mann, in dem der Geist war, auf sie lossprang. Der böse Geist war erzürnt und benützte den Mann als sein willenloses Werkzeug, um an Skevas Söhnen Rache zu üben.
Nun sieht man heutzutage sehr selten wirklich Besessene, in denen die bösen Geister reden und herrschen und wo der Mensch außer Funktion gesetzt ist. Aber das kommt wohl daher, dass man in unseren Tagen solche Leute verrückt nennt – nicht bei Verstand – darum werden sie natürlich in der einen oder anderen Anstalt für Geisteskranke in Verwahrung genommen.
Die Menschen, die von unreinen Geistern besessen sind, haben sich in der einen oder anderen Prüfung, aus der sie keinen Ausweg gefunden haben, in eine bestimmte Richtung blind gestarrt. Anstatt das Ganze dann Gott zu überlassen, haben sie die Herrschaft über die Situation und das Gleichgewicht in sich selbst verloren. Es ist ein „Kontrollverlust“ in ihrem Bewusstsein entstanden und man ist wie ein Schiff ohne Ruder geworden, völlig unter dem Kommando des Geistes, der es geschafft hat, den Betreffenden aus der Fassung zu bringen.
Es ist vorgekommen, dass Personen, die wirklich aufrichtig sind, in unendlicher Gedankenlosigkeit die Selbstkontrolle in der Annahme weggeworfen haben, dass sie dann für Gottes Geist und dessen Wirkungen zugänglicher würden. Doch ganz entgegengesetzt allen Erwartungen haben böse Geister diese günstige Gelegenheit genutzt, um einzudringen und haben sogar vermocht, solche Menschen zu den fürchterlichsten Untaten zu verleiten.
Gottes Geist wendet sich immer an unser Bewusstsein – unseren Verstand. Er drängt sich nie Menschen auf, die in einem unbewussten Zustand sind. Ganz im Gegenteil sucht Gottes Geist uns immer zu überzeugen, sodass wir mit vollem Bewusstsein das Schlechtere loslassen und das Bessere ergreifen können, was ja gesund und nüchtern ist.
Weil wir nun allen möglichen Gefahren ausgesetzt sind, solange wir in diesem armseligen irdenen Gefäß zuhause sind, so lasst uns auf der Hut sein, damit wir in den Trübsalen, die uns als Menschen treffen können, nicht verzweifeln; sondern vielmehr alles ihm überlassen, der gerecht richtet.
So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Jak. 4, 7.
