„Schauet aber, wie groß er ist ...“
„Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.“
Eine größere und wertvollere Person konnte Gott nicht senden. Und das wiederum heißt, dass Gott keine größere Botschaft für die Menschen hatte als die, mit der Jesus kam. Alles, was die Engel durch die Propheten im Alten Testament geredet hatten, war überaus wertvoll, und doch kann es nicht verglichen werden mit der Botschaft, mit der Gott seinen Sohn beauftragt hatte. Alles, was vorher geschehen und geschrieben war, war ein Vorbild und eine Ermahnung an uns, auf die die letzten Zeiten gekommen sind. 1. Kor. 10, 11. Als –„letzte Zeiten“ wird der Zeitraum zwischen Jesus und der Vollendung gerechnet.
Wenn wir in Kapitel 11 lesen, sehen wir, wie die Alten durch Glauben erlangten, was für Menschen unmöglich war. Sie sind für uns Vorbilder in Treue, ohne jedoch das Vollkommene erlangt zu haben, von dem die Propheten geredet hatten und das durch den Sohn kommen sollte. Aber sie sahen die Verheißung von ferne und bekannten, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden wären. Sie mussten auch für ihren Glauben leiden, ohne zu erlangen, was verheißen war, - „darum dass Gott etwas Besseres für uns zuvor ersehen hatte, dass sie nicht ohne uns vollendet würden.“ Über diese Vollendung - das Heil, mit dem Jesus kam - hatten die Propheten geredet, obschon sie wussten, dass sie nicht sich selbst dienten, sondern uns. 1. Petr. 1, 10-12. Trotzdem konnten sie leiden, was es auch war. Sie nahmen die angebotene Freilassung nicht an. Dadurch haben sie an einer besseren Auferstehung Teil bekommen und sie sind die Freunde des Bräutigams geworden. Joh. 3, 29. Das Heil, mit dem Jesus gekommen ist, bewirkt, dass wir Jesus als Bräutigam gewinnen, und die Braut ist ja für den Bräutigam viel größer und wertvoller als seine Freunde. Phil. 3, 7-10.
„Darum auch wir, dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher um der vor ihm liegenden Freude willen erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten auf den Stuhl Gottes.“ Kap. 12, 1-2.
Wenn wir also eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, die in Treue und Leiden lebten für eine geringere Berufung als die unsere, wieviel mehr sollten da nicht wir treu sein in unseren Leiden, um dieser viel höheren Berufung teilhaftig zu werden. Es steht geschrieben, dass sie um uns sind. Ja, dass wir zu ihnen gekommen sind, ja, zu noch viel mehr: „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet als Abels Blut.“ Kap. 12, 22-24.
Es handelt sich hier nicht um etwas, das sich in einem Zustand der Untätigkeit oder des Schlafs befindet. Nein, es handelt sich um eine lebendige Geisteswelt. die lebendig daran interessiert ist, dass das Erlösungswerk Gottes, an dem wir Teil bekommen sollen, vollendet wird. Mit anderen Worten, sie haben lebendiges Interesse an uns, die wir diese himmlische Berufung bekommen haben. Jesus selbst „erscheint vor dem Angesicht Gottes für uns“ 9, 24 und „lebt immerdar und bittet für sie“ 7, 25. Jesus wird auch „Bürge“ für einen viel besseren Bund genannt. Deshalb gelingt es für alle, die glauben und bereit sind, für diese himmlische Berufung zu leiden. Es gibt keine Entschuldigung, das Ziel nicht zu erreichen.
