Nahe hinzugekommen
Wir lesen, dass die zwölf Kundschafter mit großen Trauben zurückkehrten. Sie lobten alle das Land und zeigten die Frucht, aber der Feind dort war mächtig. Dort wohnten Riesen, und die Kundschafter waren wie Heuschrecken. Darum hatten sie keinen Glauben an Sieg, dass sie das Land einnehmen könnten. Die beiden, Josua und Kaleb, waren mit allem einverstanden, nur nicht damit, dass sie nicht in der Lage wären, den Feind zu besiegen. Jetzt war das ganze Volk nahe hinzugekommen, sie hatten aber nicht den Glauben, hineinzugehen.
Hier sehen wir, wie leicht es ist, auf Unglauben zu hören. Das ganze Volk hörte auf die zehn. Warum? Sie glaubten nicht an Gottes Gnade und Kraft; und dass sie nicht siegen könnten, hörte sich doch so demütig an. „Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. Wenn der Herr an uns Wohlgefallen hat, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen! Aber das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn über der Stiftshütte allen Kindern Israel.“
Wir sehen, dass sie nahe hinzugekommen waren, sie hatten aber nicht den Glauben, hineinzugehen und den Feind zu besiegen, denn sie glaubten nicht an den Herrn, sondern nur an ihre eigene Kraft. Hätte Gott eine Pest über das Land geschickt, so dass sie alle gestorben wären, dann hätten sie wohl Glauben gehabt, hineinzugehen. Dann hätten sie Gott gepriesen und gesagt: „Er hat alles getan, wir brauchen nichts zu tun.“ So will es die religiöse Masse haben. Wäre es aber nicht viel größer gewesen, wenn sie von Gott Kraft bekommen hätten zu überwinden? „Wenn der Herr an uns Wohlgefallen hat, so wird er uns in dieses Land bringen, ... fallt nur nicht ab vom Herrn!“, sagten Josua und Kaleb.
Ja, das ist die Sache selbst: Hat der Herr an uns Wohlgefallen? Dann würden sie den Feind wie Brot verzehren. Es könnte sich ja als Selbstvertrauen und Übermut anhören; es war aber wirklicher Glaube an Gott, der sie berufen hatte, das Land einzunehmen. Wenn du dies hörst, dann hörst du den Unterschied! Bist du in der Lage, heutzutage den Unterschied zu hören zwischen denen, die Glauben haben, die Sünde in dem Leib zu überwinden, und denen, die nicht den Glauben dazu haben, sondern sagen: Er hat alles getan, wir sollen nichts tun?
„Welchen schwur er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht denen, die nicht glauben wollten?“ Warum wollten sie nicht glauben? Sie wollten nicht kämpfen, sie fürchteten sich vor den Leiden! Viele leiden unter der Sünde im Leib, die sich ständig auswirkt, und sie suchen die Geistestaufe und denken, dann würde alles bis auf den Grund entfernt. Sie denken, die Kraft würde die Leiden wegnehmen. Viele haben sich hier geirrt. Du kannst nicht mit der Sünde fertigwerden ohne im Fleisch zu leiden. 1. Petr. 4, 1. Du wirst aber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, dass du im Fleisch leiden und mit der Sünde fertig werden kannst, damit du ein Zeuge dessen sein kannst, was Jesus für uns möglich gemacht hat. Apg. 1, 9.
Wenn wir von Israel weiterlesen, sehen wir, dass Mose Gott bitten musste, ihnen zu vergeben, so wie er die ganze Zeit seit dem Auszug aus Ägypten getan hatte: „Und der Herr sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast. Aber so wahr ich lebe und alle Welt der Herrlichkeit des Herrn voll werden soll: alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich getan habe in Ägypten und in der Wüste, und mich nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, von denen soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe; auch keiner soll es sehen, der mich gelästert hat.“
Sie bekamen also Sündenvergebung, aber sie kamen nicht zum Sieg in dem Land und bekamen kein Teil an der Herrlichkeit dort. Sie mussten wieder in die Wüste gehen und dort umherwandern. Dort setzte das Murren fort, und der Herr sandte Schlangen in ihre Mitte, und viele starben. Sie bekannten ihre Sünde, und Mose betete für sie. Es wurde ihnen die eherne Schlange gegeben, auf die sie sehen sollten und am Leben bleiben. Ein merkwürdiges Wunder, an das sie glauben mussten. Nur diejenigen, die glaubten, blieben am Leben. Sie wurden aber nicht davor verschont, gebissen zu werden. „Und gleichwie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte, so wird auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“
Dies ist das erste, das uns verkündigt wird, ohne welches niemand von uns errettet würde: „... dass euch verkündigt wird Vergebung der Sünden durch diesen.“ Hier machen die meisten Halt und kommen nie zu dem, was weiter geschrieben steht: „... und von dem allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht konntet freigesprochen werden, ist der gerechtfertigt, der an ihn glaubt.“ Apg. 13, 38-39. Jesus als die eherne Schlange zu verkündigen, ist für die Vielen das Allergrößte. Sie kennen nicht Jesus als Hohepriester.
Später lesen wir von Israel, dass sie, lange nachdem sie in das Land hineingekommen waren, der ehernen Schlange räucherten. Dann waren sie aber abgefallen, und Hiskia, der eifrig war für Gott, zerschlug sie. „Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb das Bild der Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert, und man nannte sie Nehuschtan.“ 2. Kön. 18, 4.
Durch alle Jahre hindurch ist sehr viel Götzendienst getrieben worden mit Jesus als der ehernen Schlange. Millionen glauben, dass sie Gott verehren, wenn sie vor einem Kruzifix niederknien. Sie richten solche an Wegkreuzungen und auf ihren Grundstücken auf und knien nieder und küssen sie. Denke an alle diejenigen, die so etwas als Schmuck um den Hals tragen. Dies ist ja eine schreckliche Verführung. Weil sie das große Geheimnis nicht kennen: den neuen und lebendigen Weg durch das Fleisch und Jesus als Hohepriester, kommt kein geistliches Wachstum, sondern nur eine Wüstenwanderung mit Sünde und Zank, Murren und Klagen. Die „himmlische Berufung“ ist etwas ganz anderes.
