Ein so großes Heil

Der Seelen Seligkeit

Ein so großes Heil

Der Seelen Seligkeit

„... und so erlangt ihr das Ziel eures Glaubens, das Heil eurer Seelen. Nach diesem Heil suchten und forschten die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die auf euch kommen sollte, und haben geforscht, worauf oder auf was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, so euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, - was auch die Engel gelüstet zu schauen.“ 1. Petr. 1, 9-12.

Wir lesen: „... der erste Mensch, Adam, ward zu einer lebendigen Seele; der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist vom Himmel“, 1. Kor. 15, 45-47.

Wir können fragen: Was ist das Heil der Seelen? Es ist das Heil, an dem wir durch Jesus teilbekommen, der zum Geist wurde, der da lebendig macht. Dann werden auch wir himmlisch statt irdisch, wie der erste Adam war. Wir lesen weiter: „Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.“ Vers 48-49.

Hier sehen wir den Unterschied zwischen denen, die an dem Heil der Seelen teilbekommen - an der Gnade, die durch Jesus kam und die sie im alten Bund nicht hatten - und denen, die nur an der Sündenvergebung teilbekommen. Die ersten werden also himmlisch, gleichwie Jesus himmlisch ist. Sie bekommen an einem Leib Teil, der seinem Herrlichkeitsleib gleich ist. Phil. 3, 20-21.

Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, und wir lesen: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein.“ Offb. 21, 1-4.

Wir sehen, dass der Unterschied gleich groß ist wie zwischen denen, die herniederkamen von dem neuen Himmel und denen, die auf der neuen Erde waren. Adam kannte nicht den Unterschied zwischen Gutem und Bösem, er war aber kein Sünder. Das wurde er erst nachher durch Ungehorsam, und durch Ungehorsam wurde das Paradies zerstört. Die Cherubim mit dem flammenden Schwert haben den Weg zum Baum des Lebens bewacht.

Nachdem Petrus von unserer Berufung geschrieben hatte, die Tugenden Christi zu verkündigen, gibt er diese Ermahnung: „Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden.“ 1. Petr. 2, 9-12.

Die fleischlichen Lüste kamen durch den Fall, und der Erstgeborene wurde ein Mörder. Darum haben alle Menschen eine Seele, die die fleischlichen Lüste verabscheut. Wer nach diesen lebt, befindet sich auf einer tierischen Ebene und wird von den Instinkten des Leibes getrieben. Er weiß, dass es Sünde ist. Niemand kann sich ein Christ nennen und nach den fleischlichen Lüsten leben. Paulus zählt eine ganze Reihe der Werke des Fleisches auf und sagt, dass sie offenbar sind, und wer solches tut, wird das Reich Gottes nicht ererben. Gal. 5, 19-21. Selbst Heiden wissen, dass es Sünde ist, und dass kein Christ so etwas tun darf.

Wenn ein Mensch sich zu Gott bekehrt und Sündenvergebung bekommt, wird er von dieser tierischen Ebene auf eine menschliche Ebene gehoben. Dann kann man wieder ein gutes Leben führen, wir können sagen: ein Paradiesleben. Die Juden wurden durch das Gesetz auf diese Ebene gehoben. Waren sie dem Gesetz gehorsam, kamen sie von der tierischen Ebene weg, auf der die Heiden lebten, und durch ihre Opfer bekamen sie Sündenvergebung. Es gab aber kein geistliches Wachstum. Das wurde erst durch die Gnade in Jesus Christus möglich.

Die Hebräer haben einen sehr guten Anfang gemacht, aber sie setzten nicht auf dem neuen und lebendigen Weg fort, den Jesus für uns eingeweiht hatte. Sie waren träge geworden, von Gehorsam zu hören, und der Apostel schreibt: „Denn die ihr solltet längst Meister sein, bedürft wiederum, dass man euch den ersten Anfang der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise ... Feste Speise aber gehört den Vollkommenen, sie haben durch steten Gebrauch geübte Sinne und können Gutes und Böses unterscheiden.“ Hebr. 5, 11-14.

Die Sinne liegen in der Seele, und sie müssen durch Gebrauch geübt werden. Unsere Sinne werden in der Richtung geübt, in der wir Interesse haben. Weil alle von Anfang an irdisch sind, werden die Sinne im Irdischen geübt. Das ist keine Sünde, sondern es ist das Natürliche für einen Menschen. Erst wenn die fleischlichen Lüste hervorkommen, sowie Ehrsucht, Habsucht usw., wird es Sünde. Niemand kommt durch seine Sinne zu dem Paradies, an das er denkt. Wir können aber zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren werden durch die Auferstehung von den Toten. Dann fangen wir an, uns für das Himmlische zu interessieren. Wir müssen dann den Weg gehen, den Jesus ging, welcher zu einem lebendig machenden Geist wurde. „Denn auch Christus ist einmal für eure Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.“ 1. Petr. 3, 18. Das hat selbstverständlich Leiden im Fleisch gekostet, und wir müssen uns mit demselben Gedanken wappnen, dass auch wir Fleisch leiden müssen, um mit der Sünde fertig zu werden, wenn wir im Geist lebendig gemacht werden wollen. K. 4, 1 und 13.

Das erste, an das man denkt, wenn ein Kind geboren wird, ist, ob alle fünf Sinne in Ordnung sind und sich richtig entwickeln. Wenn das in Ordnung ist, ist der Schmerz nicht so groß, wenn auch der Leib sonst einen Fehler haben sollte. Darum war der Apostel so betrübt, wenn ihre Sinne nicht entwickelt waren, den Unterschied zwischen Gutem und Bösem zu erkennen. Diese Entwicklung konnten sie nicht im Paradies bekommen. „Darum, heilige Brüder, die ihr einer himmlischen Berufung teilhaftig seid, gebt acht auf den Apostel und Hohepriester, den wir bekennen, Jesus!“ „Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.“ Jes. 53, 12.

Wenn man seine Sinne im Irdischen geübt hat, wird man eine Persönlichkeit, und manche werden weltberühmt. Will man ein Jünger Jesu werden, muss man alles aufgeben, um durch die enge Pforte zu kommen und von Jesus zu lernen. Dann muss die Seele entleert werden; man muss seine menschliche Vernunft aufgeben und sich auf den Herrn verlassen. Spr. 3, 5-6.

Dann entsteht ein Leben im Glauben. So werden unsere Sinne geübt, und wir werden geistliche Persönlichkeiten. Durch den Gehorsam des Glaubens kommt geistliches Wachstum. An diesem Heil konnten sie unter dem Gesetz nicht teilbekommen, denn die Verheißungen galten nur irdischer Herrlichkeit. Sie waren selbstverständlich an den Verheißungen interessiert. Durch Gehorsam erreichten sie, reich und tüchtig zu werden. 5. Mose 28. Wir haben dagegen himmlische Verheißungen und eine himmlische Berufung. Durch die Erkenntnis von Christus haben wir diese teuersten Verheißungen bekommen, damit wir dadurch der göttlichen Natur teilhaftig werden. 2. Petr. 1, 3-11.

Jesus sagt: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?“ Matth. 16, 26.

Lukas gibt es so wieder: „Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nehme Schaden an sich selbst?“ K. 9, 25.

Ja, welchen Nutzen hat es, wenn man seine Sinne in dem Irdischen übt - in dem Vergänglichen - dass man darin eine große Persönlichkeit wird, wenn man das alles verlassen muss? Dann hat man seine Seele - seine Persönlichkeit - verloren, wenn auch der Geist gerettet werden sollte am Tage des Herrn. 1. Kor. 5, 5.

Unser Interesse ist von Anfang an irdisch, und die Sinne werden im Irdischen geübt. Jesus erklärt uns den Weg zum Heil für unsere Seele - unsere Persönlichkeit: „Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird’s erhalten zum ewigen Leben.“ Joh. 12, 25; 1. Kor. 15, 50.

Es steht geschrieben, dass das Wort Gottes Seele und Geist scheidet und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. K. 4, 12-13. Als Menschen vertrauen wir auf das, was die Seele fühlt, sieht und hört, also auf unseren Verstand. Dadurch kommen viele Gedanken in unseren Herzen auf, die menschlich sind. Wir können uns nicht auf sie verlassen, wir haben aber Gottes Wort zu unserer Erleuchtung. Das soll Seele und Geist scheiden, damit ich von meiner menschlichen Vernunft gelöst werde und mich auf Gottes Wort verlasse, dass meine menschlichen Gedanken richtet. Liebe ich dieses Urteil und nehme ich das Licht an, das mir das Wort gibt, wachse ich zu einer geistlichen Person heran, die geübte Sinne hat, Böses und Gutes zu unterscheiden. Dies steht in Verbindung mit Ihm geschrieben, der Augen wie Feuerflammen hat und alle Dinge kennt. Auf diese Weise lebe ich das verborgene Leben mit Christus in Gott. Dann ist es nicht schwer, vor den Augen der Heiden zu bestehen. Bin ich von dem Zeugnis der Menschen abhängig, lebe ich nicht vor dem Angesicht Gottes.

Dort wo es geschrieben steht, dass Jesus seine Seele in den Tod entleerte, lesen wir, dass er den Übeltätern gleichgerechnet wurde und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten. – Das war ein göttliches und kein menschliches Leben. Auch wir haben diese himmlische Berufung, und Jesus lehrt uns: „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, die euch verfolgen.“

In solchen Verhältnissen kommen viele Gedanken in der Seele auf, und die Menschen um uns herum schwatzen und raten uns so menschlich und vernünftig. Gottes Wort dagegen unterrichtet uns von dem schmalen Weg, der zum Leben führt. Bei solchen Gelegenheiten müssen wir unsere irdischen Sinne ausleeren und Gottes Wort unsere Sinne füllen lassen, damit sie geübt werden, das Böse mit dem Guten zu überwinden, die Tugenden Christi anzuziehen, damit wir einander vergeben können und eins werden wie der Vater und der Sohn. Jesus war ja der erste, der diesen Weg ging, und wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Hier sollen wir einen geistlichen Sinn bekommen, zuerst zu lieben, damit auch die anderen dazu kommen, lieben zu können. Zu diesem Heil kommen wir nicht, ohne alles aufzugeben.

„Darum welche da leiden müssen nach Gottes Willen, die sollen ihm als dem treuen Schöpfer ihre Seelen befehlen, indem sie das Gute tun.“ 1. Petr. 4, 19.

Wenn man leiden muss, fangen die menschlichen Sinne an zu arbeiten. Die Seele wird unruhig. Meine Seele dem treuen Schöpfer zu übergeben, indem ich das Gute tue, heißt, dass ich alles, was ich verstehe und denke, Gott zur Erledigung übergeben muss. Meine Berufung und meine Verantwortung ist, das Gute zu tun. Durch Glaubensgehorsam erlebe ich, die Weisheit Gottes zu sehen, wie er die Sache erledigt. Dann werden meine Sinne entwickelt, ich bekomme geistliches Wachstum. Dasselbe lesen wir in Röm. 12, 19-21.

„Reinigt eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe und liebet einander inbrünstig von Herzen.“ 1. Petr. 1, 22.“

Ungefärbte Bruderliebe ist nicht mit Egoismus gemischt. Das Leiden stellt es auf die Probe. Wenn Gottes Wort die Gedanken und Sinne des Herzens richtet, gilt es, die Wahrheit zu lieben. Dann bekommt man Licht über das Menschliche. Es gilt, sich im Gehorsam der Wahrheit zu reinigen, damit die Liebe göttlich werden kann und nicht von menschlicher Überlegung befleckt ist.

„Denn es ist Zeit, dass anfange das Gericht an dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst an uns, was will’s für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen?“ 1. Petr. 14, 17-18.

Ja, es ist wirklich wahr: es ist schwer, diejenigen, die Gott suchen, dahin zu führen, dass sie geistliches Wachstum bekommen. Es ist nicht möglich, zu diesem Heil der Seele zu kommen, wenn man nicht Gott von ganzem Herzen liebt. Wir lesen, wie Paulus sich über solche Menschen freut: „Wir aber müssen Gott danken allezeit eurethalben, vom Herrn geliebte Brüder, dass euch Gott erwählt hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung durch den Geist und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, auf dass ihr gewinnet die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“ 2. Thess. 2, 13-15.

Wir bekommen nicht die Herrlichkeit Jesu Christi als ein Geschenk; wir sehen, dass wir durch den Glauben an die Wahrheit an der Heiligung des Geistes teilbekommen, und ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen. K. 12, 14.

Der reiche Jüngling, der Jesus begegnete, war durch das Halten des Gesetzes sehr reich geworden. Er hat aber empfunden, dass sein „Paradiesleben“ unzureichend war, und so fragte er Jesus, was er tun sollte. Jesus antwortet: „Willst du vollkommen sein, dann verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen, dann wirst du einen Schatz im Himmel bekommen. - Komme dann und folge mir.“ - Er hatte nicht erleuchtete Augen seines Herzens und konnte nicht die Hoffnung sehen, zu der er berufen war, und wie reich an Herrlichkeit sein Erbe ist unter den Heiligen. Eph. 1, 18. Darum ging er betrübt davon. Hätte er geglaubt, und wäre er gehorsam gewesen, wäre er zu dieser Herrlichkeit gekommen.

Viele Gläubige sind in der gleichen Situation. Sie leben nicht nach den Begierden des Fleisches, die gegen ihre menschliche Seele streiten, und sie sehen den Segen Gottes als eine irdische Herrlichkeit an. Wenn sie von dem Segen Gottes reden, der über ihnen ist, reden sie nur davon, wie Gott ihnen im Irdischen geholfen hat. Sie beurteilen die Sache so, wie die Freunde Hiobs. Wenn sie aber so viel Irdisches haben, um das sie sich kümmern müssen, werden ihre Gedanken auch notgedrungener Weise damit beschäftigt. Paulus lehrt uns in 1. Kor. 7, 29-31, wie wir das Irdische gebrauchen sollen. Ja, das ganze Kapitel ist eine Unterweisung darin, wie er sagt: „... und ihr stetig und unverhindert dem Herrn dienen könnt.“ V. 35.

Das Heil der Seele besteht also darin, dass unsere Sinne von den irdischen Interessen befreit und mit himmlischer Herrlichkeit erfüllt werden. Dann wird man eine Persönlichkeit zusammen mit Jesus in der Auferstehung.