Christus als Haupt
Wir singen in einem Lied von Johan O. Smith: „Christus ist mein Haupt geworden, ohne ihn schlug alles fehl.“ Diese Worte drücken etwas ganz Grundlegendes im Leben eines Christen aus: die Notwendigkeit einer regen Verbindung mit Christus als unserem Haupt. Ohne diese Verbindung wird unser Leben schnell instabil. Wir können von Gedanken, Gefühlen und den Situationen, in die wir geraten, hin und her geworfen werden. Dann steuern uns die Umstände, und wir verlieren die Richtung und die Ruhe in unserem Leben. Sind wir aber fest verankert in Christus als unserem Haupt, stehen wir fest und unerschütterlich, was auch immer uns begegnet. Wir sind fest wie der Berg Zion durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit!
Durch diese Verbindung mit Jesus können wir es lernen, seine Impulse in unserem Inneren wahrzunehmen, sein sanftes Ziehen, seine Führung und seinen Frieden. Dabei finden wir auch unser Eigenleben und können es verlieren. So können wir dienen und geben und unser Leben für unsere Freunde lassen ().
Als Menschen mit Fleisch und Blut haben wir oft das starke Bedürfnis, mit anderen über alles zu reden – über anstehende Entscheidungen, über unsere Herausforderungen und Sorgen. Wir suchen Rat und Bestätigung. Sind wir in Gottes Wort verwurzelt, dann leben wir ganz anders. Wir lassen das Wort richten, wir lassen es Seele und Geist voneinander scheiden, sodass das, was von Gott ist, in uns feststeht.
Ist eine Pflanze gut mit Nährstoffen versorgt, gedeiht sie eine Zeit lang auch draußen in einem Topf. Doch manchmal kann man beobachten, dass der Topf nicht ausreicht. Die Wurzeln haben zu wenig Erde und können nicht tiefer wachsen und stärker werden. Dann muss die Pflanze am besten direkt in den Garten gepflanzt werden. So haben die Wurzeln genug Platz, um sich auszubreiten und die Pflanze mit Nährstoffen zu versorgen. Gleich nach dem Umpflanzen sehen wir ihr diese positive Veränderung nicht an. Sie kann noch saftlos, schlaff und welk aussehen. Aber je länger die Wurzeln sich in der frischen Erde befinden und mit ihr fest verbunden sind, desto mehr werden die Folgen auch an der ganzen Pflanze sichtbar. Schauen wir etwas genauer hin, können wir bald kleine frische Triebe entdecken. Dieses Wachstum geschieht nicht über Nacht. Die Pflanze braucht Zeit, um Wurzeln zu schlagen.
So ist es auch mit uns. Es kann von außen vielleicht armselig aussehen, aber in unserem Inneren können große Dinge geschehen. Auch wenn die Veränderung nicht immer sofort sichtbar ist, arbeitet Gott im Verborgenen. Und durch Gottes umfassende Behandlung können wir immer tiefere Wurzeln in ihm schlagen. In ihm finden wir die Nahrung und die Kraft, die wir zum Wachsen brauchen.
Wenn Christus unser Haupt geworden ist, kommen wir mit allen unseren Anliegen zu ihm. Mit unseren Nöten, unseren Mängeln und Fragen, mit unserer Schwachheit. Und von ihm empfangen wir Trost, Kraft und Wegleitung. In steht: „Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“
Und weiter in : „Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht.“ Ist Christus wirklich unser Haupt geworden, wird auch unser Sinn nach seinem Sinn geformt. Wir werden in Liebe, Demut und Einheit mit anderen Gläubigen verbunden. Es sind nicht mehr unsere eigenen Gedanken und Meinungen, die uns bestimmen, sondern sein Leben in uns.
Das erreichen wir nicht in eigener Kraft, es wächst aber in uns heran, wenn wir in ihm bleiben. Deshalb geht es in erster Linie nicht um das, was wir im Sichtbaren tun, sondern um unsere Verbindung zum Haupt.