Verborgene Schätze

„Suchet Demut!“

Januar 2026

„Suchet Demut!“

„Suchet den Herrn, all ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet! Suchet Gerechtigkeit, suchet Demut! Vielleicht könnt ihr euch bergen am Tage des Zorns des Herrn!“ (Zef. 2,3) Ist es nicht bemerkenswert, dass der Herr gerade die Demütigen dazu ermahnt, weiterhin nach Demut zu streben, und diejenigen, die sein gerechtes Urteil hochhalten, dazu auffordert, weiterhin Gerechtigkeit zu suchen? Als Mensch bin ich sehr schnell zufrieden mit einem gewissen Maß an Gerechtigkeit oder Demut. Genau in diese Falle will mein Widersacher mich locken: dass ich mich mit den kleinen Fortschritten, die ich bereits gemacht habe, zufriedengebe und dadurch das Sehnen verliere, weiterhin aktiv nach noch mehr Demut zu streben. Ich lebe ein gutes Leben, segne vielleicht die Menschen um mich herum, und vielleicht wird meine Güte bemerkt. Dann fange ich an, mein Maß an Gerechtigkeit, das ich bereits erreicht habe, sehr positiv einzuschätzen. Anfangs ist das nicht sofort offensichtlich – nein, es beginnt meist mit kleinen, versteckten hochmütigen Gedanken. „Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen.“ (5. Mose 8,17) Was als Gedanke darüber beginnt, wie gut ich es gemacht habe, wird sehr schnell zu einem Vergleich damit, wie schlecht die anderen dastehen. Wenn ich solche Gedanken zulasse und wachsen lasse, werde ich am Tag des Zorns des Herrn nicht verborgen bleiben.

Gott hat versprochen, dass er den Demütigen Gnade schenken wird, und dass er die, die sein Reich und seine Gerechtigkeit zuerst suchen, reichlich segnen wird. Wenn dieser Segen über unser Leben kommt, bleibt die Ermahnung weiterhin: „Suchet Gerechtigkeit, suchet Demut!“ Wenn ich dies unablässig umsetze, komme ich in eine herrliche Entwicklung hinein, in der Gott nicht anders kann, als mich zu segnen – in dem Maße, wie ich weiterhin demütig bleibe. Wie herrlich wird es, wenn die „Demütigen auf Erden“, die aktiv danach streben, sich selbst in allen Lebensumständen zu erniedrigen, als Glieder zusammenkommen und sich zum Leib Christi hier auf Erden zusammenfügen zu lassen. Was für eine Gemeinschaft das wird!

Mögen wir niemals mit dem Maß an Demut und Gerechtigkeit zufrieden sein, das wir erreicht haben, sondern gemeinsam mit David sagen: „Und ich will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in meinen Augen.“ (2. Sam. 6,22)