Verborgene Schätze

Die Kelter

Juni/Juli 2025

Die Kelter

Die Bibel benutzt viele Bilder, um den großen Kampf und Sieg Jesu Christi zu beschreiben. Der Prophet Jesaja gebrauchte das Bild einer Kelter, also einer Weinpresse. Nachdem die Trauben geerntet worden waren, wurden sie in eine Kelter geschüttet, wo sie gepresst wurden, um den Saft aus den Früchten zu gewinnen. Jesaja schreibt in Kapitel 63,3: „Ich trat die Kelter allein, und niemand unter den Völkern war mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Da ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt, und ich habe mein ganzes Gewand besudelt.“ Dies war ein überaus heftiger Kampf! Jeder Tag war für Jesus ein Tag der Rache an allen Feinden in seinem Fleisch, das als Nachkomme Davids geerbt hatte. In dieser Kelter wurde ein Feind nach dem anderen vernichtet, bis das ganze Werk vollbracht war.

Jetzt befinden wir uns in unserem Kelterprozess. Wir können nicht wie Jesus sagen: „Und niemand unter den Völkern war mit mir“, denn wir erfahren sehr viel Unterstützung in der Bruderschaft durch die Verkündigung, durch gute Vorbilder und all den Ansporn zum Guten. Und doch sind auch wir, wie Jesus, gefordert, unsere Kelter allein zu treten – denn niemand kann an unserer Stelle in diese persönliche Kelter steigen und für uns den Kampf kämpfen. Es ist wichtig, dass uns das klar ist. Dann stellen wir keine Ansprüche mehr an andere. Jeder hat seinen ganz persönlichen Kampf zu führen. Dies muss uns auch in unserem Dienst für andere klar sein, auch für unsere Nächsten und Liebsten. Zwar können und sollen wir die anderen in ihrem Kampf unterstützen, aber wir können den Kampf nicht an ihrer Stelle führen.

Ein weites Land voller herrlicher Schätze liegt bereit, um in Besitz genommen zu werden. Damit dies Wirklichkeit wird, gilt es, viele der „Kinder Anaks“ in der Kelter zu überwinden. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht Jahr für Jahr auf der Stelle treten und immer wieder am selben Punkt festhängen. Erringe einen vollständigen Sieg und erobere neues Land! Es ist nötig, dass wir uns in der Kelter bewegen und den Kampf auch in Bereichen aufnehmen, die vielleicht bisher brach gelegen haben. Indem wir dort kämpfen und überwinden, werden auch in diesen Lebensbereichen gute Früchte sichtbar.

Denn das Ergebnis des Kampfes in der Kelter ist ja der gute Kelch, den wir segnen (1. Kor. 10,16), und er bringt auch Segen mit sich. Das ist das Ergebnis dessen, dass wir in unseren Lebensverhältnissen treu geblieben sind und ein verborgenes Leben mit Gott geführt haben. Wenn wir im gleichen Kampf wie Jesus stehen, mit der gleichen Herzenseinstellung wie er, entsteht etwas ganz Neues.

Gepriesen sei er, der seine Kelter treu trat, obwohl er keinen Menschen an seiner Seite hatte. Dort bereitete er uns einen Weg, sodass wir nun die Hoffnung haben zu überwinden, gleich wie er überwunden hat.