Wo ist dein Herz?
„Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt. 6,20–21)
Himmlische Schätze sind keine irdischen oder materiellen Dinge. Jedes Gebot ist ein himmlischer Schatz.
Diese himmlischen Schätze können unser Eigentum werden, wenn wir in den Prüfungen des Lebens an ihnen festhalten. Sie sind ein reicher Schatz unseres Gottes, ein Fels, auf den wir unser Leben bauen können. Sie sind kostbar wie die wertvollsten Diamanten oder Perlen. Durch die Gebote haben wir eine „Jakobsleiter“ erhalten, die bis zum Himmel reicht, wohin Jesus selbst einging, weil er gemäß diesen Geboten gelebt hatte. Aksel J. Smith schreibt darüber in seinem Lied Nr. 321 im Liederbuch Wege des Herrn.
Viele von uns leben in einem Gemeindeumfeld, wo diese Schätze reichlich vorhanden sind. Wir können uns an einem geistlich reich gedeckten Tisch bedienen. An der Stelle, wo das Gebot den Begierden des Fleisches und dem Eigenwillen Einhalt gebietet, verstanden es unsere Vorläufer, in ein Leben gemäß den Forderungen des Gebots zu investieren, wo die böse Lust und der fleischliche Eigenwille zu Tode gebracht werden. Diese Gelegenheiten nutzten sie und sammelten sich treulich Schätze im Himmel. Sie sind in den Besitz eines Lebens gekommen, zu einer großen Ansammlung himmlischer Schätze; dadurch, dass sie nach Gottes Geboten und vor seinem Angesicht lebten.
Wie steht es um uns? Sammeln auch wir Schätze? Nutzen wir die täglichen Gelegenheiten auf dieselbe Weise? Erleben wir Sieg nach Sieg, indem wir uns jeden Tag verleugnen, unser Kreuz auf uns nehmen und den Willen Gottes ausführen?
Wer vor Menschen lebt, um von ihnen Anerkennung zu erhalten, sammelt keine Schätze im Himmel. Durch das verborgene Leben mit Christus in Gott sammeln wir himmlische Schätze, während irdisch gesinnte Menschen sich Schätze auf der Erde anhäufen. Ein guter Ruf, Anerkennung, Ruhm und Ehre sind das, was normalerweise am meisten zählt. Viele entwickeln eine enorme Energie, um Dinge fertigzubringen, durch die sie Anerkennung bekommen. Doch wenn sie all das für Menschen tun, haben sie ihren Lohn bereits erhalten. Die Anerkennung ist ihr Schatz; er ist irdisch und vergeht zusammen mit den Menschen, die ihn gegeben haben (Pred. 4,4).
In Kolosser 3,2 werden wir ermahnt, unseren Sinn auf das Himmlische zu richten und nicht auf das Irdische. Gottes Zeugnis ist dort oben, das Zeugnis der Menschen erhalten wir hier auf der Erde. „Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir‘s vergelten.“ (Mt. 6,17–18)
Warum sind so viele gläubige Menschen so stark an das Irdische gebunden und geraten über alles Mögliche in Unruhe, Sorge und Beleidigtsein? Weil es für sie bisher noch nicht wichtig geworden ist, vor den Menschen verborgen zu leben und ausschließlich mit ihrem himmlischen Vater zu tun zu haben. Im Wissen um unseres Vaters große Fürsorge und um sein Interesse am verborgenen Leben ist die Treue gegenüber seinen Geboten von größter Bedeutung für uns – und zwar bis hin zu den verborgensten Gedanken und Ratschläge des Herzens. Durch diesen Gehorsam, den niemand sieht, entstehen ewige Schätze im Himmel; und wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz.