Ist mein Ohr bereit zu hören?
In Jesaja 50,4 steht: „Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet.“
Gott wirkt bewusst an seinen Jüngern und öffnet ihnen die Ohren, damit sie hören können. Für mich ist es dabei sehr wichtig, mich selbst zu fragen, ob mein Ohr offen ist, um zu hören, was er sagt – was der Heilige Geist in meinen Lebenssituationen spricht. Gott will zu mir sprechen über das, was in mir wohnt, über den Stolz des Menschen, über eigene Stärke und viele ähnliche Dinge. Wir Menschen sind sehr stur und unsere Ohren sind verstopft von unseren Meinungen, unseren Sinnen und der Selbstgerechtigkeit. In 1. Petrus 2,23 steht, dass er sich nicht widersetzte und sich auch nicht zurückzog, sondern sich dem unterwarf, der gerecht richtet. Unser Meister und Herr war so, und es ist wichtig, dass ich mich frage: Wie steht es um mich? Bin ich ein Jünger? Will ich das lernen, was er mich lehren will?
Wenn etwas geschieht oder gesagt wird – ist mein Ohr offen? Höre ich, was er mir in den einzelnen Situationen sagen will? Situationen vielleicht, in denen ich etwas als ungerecht oder unwahr empfinde. Da merke ich, dass das Fleisch gegen den Geist kämpft und der Geist gegen das Fleisch; sie sind Gegensätze. Es gilt daher bewusst zu wählen, auf welcher Seite ich stehe und wem ich jeden Morgen das Ohr leihe. Es ist sehr wichtig, bewusst an meinem Heil zu arbeiten, mit Furcht und Zittern, im Bewusstsein, dass der Herr nahe ist. Lasse ich mich vom Fleisch leiten, dann führen mich die irdischen Dinge, die Welt mit ihren Lüsten, durch den Tag. Wähle ich hingegen, mich als Jünger vom Geist Gottes leiten zu lassen, spüre ich, wie sich Widerstand regt und wie sich das Fleisch entziehen will. Ein Jünger jedoch möchte nah bei seinem Meister sein, er hasst alles, was vom Fleisch kommt, und nimmt sein Kreuz täglich auf sich.
Wir sind dazu berufen, Jesu Brüder zu sein, seine Braut, die ihm nachfolgt. Sie entscheidet sich bewusst für denselben Kampf und Weg. Sie stellt sich nicht gegen den Geist und weicht nicht vor den Leiden zurück, sondern bleibt bewusst in dem, was der Geist anregt, und bekämpft ihre menschlich-fleischliche Natur.
Gelobt sei Gott für die Berufung und Auserwählung als seine Jünger. Als Jünger haben wir Teil am Vater und am Sohn, und Gottes Wort offenbart sich in unserem Leben. Gelobt sei Gott, denn auf diesem Weg können wir die Tugenden Christi gewinnen, und wir werden jeden Tag verwandelt und in allem ihm gleich.