Verborgene Schätze

Wofür brenne ich im Eifer meines Herzens?

Oktober 2025

Wofür brenne ich im Eifer meines Herzens?

Die Pharisäer und Schriftgelehrten beobachteten genau, was Jesus tat. Sie empörten sich und protestierten, als er am Sabbat seine Jünger Ähren essen ließ und Kranke heilte. Sie waren leidenschaftlich dem Gesetz des Mose und den jüdischen Traditionen verpflichtet. Trotzdem reagierte niemand darauf, dass Tiere und Waren im Tempel verkauft wurden oder dass Geldwechsler dort saßen. Es muss daher schockierend gewesen sein, dass Jesus – als er diejenigen fand, die im Tempel Ochsen, Schafe und Tauben verkauften und die Geldwechsler dort sitzen sah – sich eine Peitsche aus Seilen machte und anfing, sie aus dem Tempel zu jagen.

„Und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus! Seine Jünger aber dachten daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.“ (Joh. 2,16–17)

Viele Menschen sind extrem eifrig, aber meistens gilt ihr Eifer nicht dem Haus Gottes oder seinem Willen, sondern ihrem eigenen Ich: Mir, Mich und Mein. Die Kinder Israels in der Wüste waren so eifrig empört, dass sie anfingen, gegen den Herrn zu murren, als ihnen die wenigen Güter fehlten, die sie in Ägypten gehabt hatten. Diese Empörung brachte sie dazu, sich einen Götzen zu machen, Josua und Kaleb fast zu steinigen und Mose als Anführer abzulehnen. Dieser Eifer verzehrte schließlich sie selbst, sodass sie in der Wüste starben. Sie erhielten keinen Zutritt ins gelobte Land.

Saul strebte so eifrig nach eigenem Ruhm, dass er – obwohl er Gott nicht gehorcht hatte – Samuel bat, ihm um des Volkes willen Ehre zu erweisen. Am Ende wurde ihm sein Königreich weggenommen.

Mit Jesus war es ganz anders. Er war eifrig bestrebt, Gottes Willen zu tun. Diesen rigorosen Eifer, den er zeigte, als er den Tempel reinigte, praktizierte er sein ganzes Leben lang. „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.“ (Hebr. 10,5–7) Jesu Eifer, Gottes Willen zu tun, verzehrte seinen ganzen Eigenwillen, was ihn schließlich ans Kreuz führte, wo der alte Mensch festgenagelt und der Schuldbrief zerrissen wurde. Dadurch wurde uns der Weg eröffnet, damit auch unser ganzer Eifer dem Willen Gottes gehört. Jetzt kann derselbe Eifer uns dem Fleisch nach verzehren, sodass wir alle Ehrsucht, Geldgier und alles, was nicht in den Tempel unseres Herzens gehört, austreiben. In unserem Herzen und Sinn soll es rein und frei sein. Dort soll Gott angebetet werden und sein Wille. Gott wird als „Eiferer“ bezeichnet, also lasst uns so beten, wie Elias Aslaksen uns ermahnte: Lieber Eiferer, mach mich göttlich eifrig!