Gott schmückt die Sanftmütigen mit Heil
„Herr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Ja, ich ließ meine Seele still und ruhig werden; wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir. Israel, hoffe auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit!“ (Ps. 131)
Sanftmut zu lernen heißt, ruhig zu bleiben, wenn uns Bürden auferlegt werden oder wir Trübsale erleben. Wir vertrauen einfach darauf, dass unser Erlöser uns genau in die Situation bringt, die wir brauchen, um an der Heiligung teilzuhaben, die Gott für uns geplant hat. So können eine Menge Sünden und Unruhe vermieden werden, die oft leere und gedankenlose Worte bewirken – zum Schaden für uns selbst wie auch für andere. „Wenn des Herrschers Zorn wider dich ergeht, so verlass deine Stätte nicht; denn Gelassenheit wendet großes Unheil ab.“ (Pred. 10,4) Das Gegenteil können wir in Jesaja 57,20 lesen. „Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen.“
Sanftmütige Menschen sind nicht schwach, sondern sie haben einen starken und siegreichen Geist in sich. Ein solcher Geist ist Gott kostbar. Solche Menschen erleben, dass in diesem Vertrauen und in dieser Ruhe große Stärke liegt (Jes. 30,15). „Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine linde Zunge zerbricht Knochen.“ (Spr. 25,15)
„Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!“ (Phil. 4,5) Wenn wir uns dessen bewusst sind, bleiben wir ruhig und hören zu, was Gott uns in den verschiedenen Situationen des Alltags zu sagen hat. In diesem Zustand war Jesus; und er empfing von Gott befreiende Worte für die Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war. Der Frau wurde geholfen, und die Schriftgelehrten wurden in ihre Schranken verwiesen (Joh. 8,7–11).
Es ist ein unglaublicher Segen, dass die Unruhe unserer Seele durch einen ruhigen und sanften Geist ersetzt werden kann. Welche Erlösung, wenn die Seele frei wird von aller Unruhe und Sorge. Nur wenn wir auf Gott vertrauen und wirklich an seine vollkommene Führung in allem glauben, kann die Seele mit all ihren Sorgen von uns ablassen. Manchmal passieren Dinge im Leben, die wir einfach nicht verstehen. Dann sollten wir dem Beispiel Davids folgen und uns nicht über das wundern, was uns zu groß und seltsam erscheint. Mit anderen Worten: Wir sollen uns unter die gewaltige Hand Gottes demütigen. Es ist wirklich ein Segen für uns selbst und für die Menschen um uns herum, wenn wir das lernen.
Es ist bezeichnend, dass Jesus Sanftmut und Demut hervorhob, als er verkündete, was wir von ihm lernen sollten. Dann werden wir Ruhe für unsere Seelen finden (Mt. 11,29). Wir wissen, dass dies grundlegende und notwendige Tugenden sind, wenn wir von Jesus lernen wollen. Von diesem Punkt aus wird ein Jünger zu all der Fülle geführt, zu der Gott den Einzelnen bringen kann.
„Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk; er schmückt die Sanftmütigen mit Heil.“ (Ps. 149,4 ELB)