Respekt vor der Gemeinde
„Wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.“ 1. Tim. 3, 15.
Sie ist durch das teure Blut Christi erkauft. Niemand, der in der Gemeinde dient, kann recht dienen, wenn er nicht selbst ein Opfer ist, so wie Christus es war. Daher heißt es, dass wir unsere Leiber als ein Gott wohlgefälliges Opfer darbringen sollen, was unser geistlicher Gottesdienst ist. Röm. 12, 1. Kein Diener Christi hat ein Recht darauf, Gefallen an sich selbst zu haben. Er hat kein Recht, sich mit anderen zu vergleichen oder sich mit ihnen zu messen, denn solches ist Mangel an Verstand. Christus ist das Haupt der Gemeinde, und zu diesem Haupt soll die Gemeinde hinwachsen. Daher ist es absolut notwendig, dass derjenige, der in der Gemeinde redet, vom Heiligen Geist geleitet ist. Wenn wir uns dann dessen bewusst sind, dass der Geist gegen das Fleisch streitet, wird es natürlich, dass der neue und lebendige Weg zum Vorschein kommt, der Weg, der durch den Vorhang, sein Fleisch, gebahnt ist. Aller Zuchtmeisterdienst wird hier ausgeschlossen, da er weder zu Geist noch zu Wasser noch zu Blut führt – dem Zeugnis Jesu Christi. Alle Witzeleien und alle leichtfertige Rede müssen von den Versammlungen und Konferenzen verbannt sein. Die älteren Brüder, die an ihren Heimatorten gewohnt sind, der Gemeinde zu dienen, müssen darauf eingestellt sein, auch bei den Konferenzen zu dienen. Die Brüder, von denen nicht gesagt werden kann, dass sie Diener in der Gemeinde sind, sollen Furcht und Respekt vor der Gemeinde haben, sodass sie nicht die kostbare Zeit mit Geschwätz, das nicht zum Ziel führt, belegen. Je mehr die Gemeinde zum Vollkommenen heranwächst, desto notwendiger ist es, dies einzuhalten. Es sind nur wenige Konferenztage, und man muss die Zeit auf die allerbeste Weise nutzen. Nun ist es so, dass die älteren dienenden Brüder oft schweigen. So darf es nicht sein. Sie müssen darauf eingestellt sein zu dienen. Wenn zu Zeugnissen aufgefordert wird, dann ist Gelegenheit für alle, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, das zu sagen, was sie auf dem Herzen haben.
Die mannigfaltige Weisheit Gottes soll jetzt allen Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde kundwerden. Eph. 3, 10.
Nun ist Christus die Weisheit Gottes, und wer Ohren hat, der höre, was der Geist der Gemeinde sagt. Nur durch solche hörenden Ohren kann alles in der Gemeinde zur Erbauung geschehen, und wer hört, soll immer reden dürfen. Doch wer nicht hört, soll auch nicht reden. Was würde ich euch nützen, sagt Paulus, wenn ich nicht mit einer Lehre oder einer Offenbarung zu euch käme? Wenn nun alles in der Gemeinde nach den Gesetzen des Geistes funktioniert, dann wird die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel offenbart. Denn Engel und Kräfte und Mächte im Himmel waren nie den Gesetzen der Sünde ausgesetzt so wie wir Menschen. Auch sind sie nie dem Gesetz der Sünde und des Todes unterworfen gewesen oder der Gewalt Satans. Sie sehen die Gemeinde nicht von innen, sondern von außen. Wie die Gemeinde durch die Gnade und die Kraft Gottes und durch das Blut Christi zu ihm hinwachsen kann, der das Haupt der Gemeinde ist, der auch der Herr über diese Fürstentümer und Mächte ist – das wird für sie ein gewaltiges Zeugnis von der mannigfaltigen Weisheit und Güte Gottes.
Nun sollen nicht nur die guten Mächte durch die Gemeinde die Weisheit Gottes kennenlernen, sondern auch die bösen Mächte. „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Eph. 6, 12.
Zu den Versammlungen der Gemeinde kommen Brüder, die im Leib Christi verschieden weit gekommen sind. Viele von ihnen sind Kleinkinder in Christus, fleischlich und ungeprüft. Sie haben keinen Sinn dafür, das Edle vom Unedlen zu scheiden – die Natur vom Geist. Satan ist auch in der Gemeinde des lebendigen Gottes zugegen, und er versucht, in der Gestalt eines Engels des Lichts dort einzudringen, wo sich die Natur und das Fleisch geltend machen. Auf diesen Gebieten soll das Geisterheer der Bosheit unter dem Himmel die mannigfaltige Weisheit Gottes zu spüren bekommen, indem die älteren Brüder wachen und alles widerlegen, was man von Natur aus weiß und alles, was man auf fleischliche Weise hervorbringen kann. Jud. 10. Die Gemeinde wird dadurch wie ein lebendiger Stein, unangreifbar und unwiderlegbar für alle Mächte des Geisterheers der Bosheit. Doch wenn es so werden soll, müssen auch die Jüngeren – die weniger geistlichen Brüder – wach sein, und das respektieren, was die Älteren zu ihnen sagen. „Wenn aber jemand meint, etwas zu wissen, der hat noch nichts so erkannt, wie man erkennen soll.“
Da nun all dies von Gott so vorgesehen ist, wie behutsam müssen wir dann wandeln in der Gemeinde des lebendigen Gottes, die ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit ist. Sei nicht vorschnell, vor dem Angesicht Gottes Worte vorzubringen; denke daran, dass er im Himmel ist und wir auf der Erde. Liebe die Bruderschaft und lass die Liebe regieren. Befleißige dich, die Gemeinschaft des Geistes zu wahren und hüte dich sehr davor, die Sünde im Fleisch herrschen zu lassen.
