Frei geworden von der Sünde
„Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.“ Röm. 6, 7.
Wer gestorben ist, sündigt nicht. Er ist von der Sünde frei geworden. Er ist vor dem Gesetz unsträflich, weil er kein Gesetzesübertreter ist. Weder lügt noch stiehlt er. In Bezug auf alle Gebote des Gesetzes ist er unangreifbar.
„Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“ Röm. 6, 8.
Wir müssen glauben, dass wir mit Christus gestorben sind. Dadurch hat die Sünde keine Macht über uns. Denn Jesus starb seinen Tod um der Sünde willen. Glaube jetzt, dass du mit ihm gestorben bist, dann wirst du auch leben mit ihm, der um unserer Rechtfertigung willen auferweckt ist. Sein Leben lebt Christus für Gott. Genau dieses Leben ist unser Leben – Christus, unser Leben.
Hier entsteht das Einzige, das in Zeit und Ewigkeit gilt, nämlich eine neue Kreatur; eine Kreatur, vom letzten Adam lebendig gemacht, der zu einem Geist wurde, der lebendig macht. Dieser Geist, der lebendig macht, ist mit keinem anderen Leib als unserem irdischen Leib angetan. Darum müssen wir unseren irdischen Leib Gott als ein wohlgefälliges Opfer hingeben. Das ist unser geistlicher Gottesdienst. In diesem irdischen Leib werden die Opfer ausersehen. Jesus sagt: Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet: Siehe, ich komme, dass ich tue, Gott, deinen Willen.
Im Alten Bund wurden die Tiere geschlachtet. Das ist das Schlachtopfer. Wenn nun das geschlachtete Tier gegessen werden sollte, dann wurde es zum Speisopfer. Auch für uns ist unser Osterlamm, Christus, geschlachtet. Diese Seite der Sache ist von Gottes Seite her klar und abgeschlossen. Doch wir müssen das Unsere noch tun und sein Fleisch essen und sein Blut trinken, wovon Jesus selbst sagt, dass dies die wahre Speise und der wahre Trank ist. Was bedeutet das für uns? Es bedeutet: Wenn wir der Sünde bis aufs Blut widerstehen, dann wandeln wir im Licht, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. Das Fleisch, das wahre Speise ist, ist das Fleisch des geschlachteten Lammes, von dem die Sünde durch ein Leben nach dem Willen Gottes ausgetrieben ist; denn Jesus Christus wurde geoffenbart im Fleisch, um den Willen Gottes zu tun. Dann wird es für uns wahr, wie es bei Jesus wahr war: Meine Speise ist die, dass ich den Willen meines Vaters tue. Doch hierin liegt die Gemeinschaft der Leiden mit Christus, und es wird wahr, was geschrieben steht: „Die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst an uns, was wird es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird dann der Gottlose und Sünder bleiben?“ 1. Petr. 4, 17-18.
Dies ist ein Wandeln auf dem neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, sein Fleisch. Das ist der Weg des Lichts, der Weg des Gerichts. Auf diesem Weg ist es selbst für den Gerechten schwierig, von der Macht der innewohnenden Sünde erlöst zu werden, und wie sollten dann der Sünder und der Gottlose, die noch nicht auf dem Weg begonnen haben, auf die Idee kommen, auf diesem schmalen Weg ans Ziel zu gelangen?
Dies ist hier auf Erden der Weg des Todes, um zur Gerechtigkeit auf dem Grund der Auferstehung zu gelangen; denn Christus ist zu unserer Rechtfertigung auferstanden. Sind wir nun mit ihm der Sünde gestorben, so werden wir auch mit ihm in der Auferstehung leben. Hier wird das wahr, was geschrieben steht: „Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar werde.“ Hier kommen die Maße des Tempels zum Vorschein – des Tempels der neuen Kreatur – die der Engel mit dem goldenen Rohr messen sollte. Dies ist das Höhenmaß für unser Wachstum in Christus. Doch sollte nicht nur die Höhe gemessen werden, sondern auch die Tiefe, wie weit wir nach unten gingen. Daher heißt es: Der Engel sollte mit seinem Rohr den Altar und die dort anbeten, messen. Offb. 11, 1.
Diese vielen Seelen, die auf diese Weise leben, gehören zur Brautschar, zur Stadt, die vom Himmel herabkam. Daher heißt es, dass der Engel mit seinem goldenen Rohr die Stadt messen sollte. „Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.“ Offb. 21, 15-16.
Es ist diese Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist, auf die Abraham wartete, als er als Gast und Fremdling im Zelt im verheißenen Land wohnte. Auf diese Stadt wartet die ganze Schöpfung, während sie mit Schmerzen seufzt und sich nach der Erlösung der Kinder Gottes sehnt, damit sie auch selbst zu der herrlichen Freiheit Gottes kommen kann.
