Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1942-03 - Der Wille Gottes muss getan werden

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Der Wille Gottes muss getan werden

Es heißt im „Vater Unser“: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Hier wird es eng für den Menschen, der gerne in allem auf Erden seinen eigenen Willen durchführen will.

So stehen also diese beiden Willen widereinander. Der eine ist göttlich, der andere ist menschlich, seelisch und teuflisch. Sieh, wie Kleinkinder schreien, um ihren Willen durchzusetzen. Doch sagt Gottes Wort, dass wir die verbleibende Lebenszeit nach dem Willen Gottes und nicht nach unseren eigenen Begierden leben sollen, und dass der Wille Gottes unsere Heiligung ist.

Gott prüfte Abraham und sprach zu ihm:

„Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“

Als Gott so zu Abraham sprach, redete er im Herzen zu ihm, weil Gott ein Geist ist und kein Mensch. Wie leicht hätte Abraham das Ganze im Unglauben in den Wind schlagen können. Aber Abraham glaubte Gott, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden.

„Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte.“

Es war ein Kampf ohnegleichen in Abrahams Herz. Du kannst glauben, er dachte an Isaak, den wohlgeratenen, unschuldigen Knaben, den er so inniglich liebte, und er dachte an Sara, was sie wohl sagen würde. Aber gleichzeitig stand Gottes Wille als etwas unerschütterlich Festes vor ihm, der musste getan werden, koste es, was es wolle.

So ging dieses kleine Gefolge dahin, und „am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.

Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen.“

Dies war der Weg des Kreuzes. Der letzte Teil dieses Weges führte zum Tod, und hier konnten die Knechte nicht dabei sein. Abraham und Isaak mussten diesen Weg alleine gehen. Dies weist auf Jesus Christus hin, der zu seinen Jüngern sagte: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr mir jetzt nicht folgen. Er musste die Kelter alleine treten. Dasselbe mussten Abraham und Isaak tun, die ein Vorbild sind auf den Vater und den Sohn.

„Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand, und sie gingen beide miteinander.“

Genauso machte Gott es auch mit seinem Sohn, als er das Kreuz auf seine Schultern legte und selbst das Messer und das Feuer behielt. Dies war der Abschluss auf dem Weg des Kreuzes. Nun sollte der Glaube seine Prüfung bestehen. Der Wille Gottes und der Wille des Menschen hatten um die Macht gekämpft.

Nun begann es für Isaak zu dämmern, als er sagte: „Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer?“ Isaak sah kein Lamm und dachte in seinem Herzen: Ob ich wohl selbst das Opferlamm bin? „Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander.“

„Und als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort einen Altar und schichtete das Holz darauf; und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.“

Nun verstanden Abraham und auch Isaak, dass die Sache ernst war. Sie waren beide zum Opferaltar gekommen, und Isaaks Ahnungen wurden Wirklichkeit. Abrahams Benehmen auf dem ganzen Weg hatte Isaak Schritt für Schritt auf den Gedanken gebracht, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand. Nun waren sie dahin gekommen, dass Abraham und auch Isaak über diese Handlung einig waren; denn Isaak wusste, dass Abraham seinen Sohn liebte und nichts tun würde, ohne dass Gott es von ihm verlangt hätte. So war es auch mit dem Vater und dem Sohn, Jesus Christus. Als er sein Angesicht wandte, nach Jerusalem zu gehen, verließen ihn alle.

„Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich!

Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!“

Abraham hatte hiermit seine Glaubensprüfung bestanden, und er bekam seinen Sohn Isaak zurück, so, als ob er aus den Toten auferweckt worden wäre.

Aber nun kommen der Lohn und der Segen vom Herrn für Gehorsam und Treue.

„Und der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu, und er sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen, und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!“ 1. Mos. 22.

Alle haben wir einen Isaak durch Glaubensgehorsam zu opfern. Die Ursache, dass man kinderlos ist (keine geistlichen Kinder zeugt), liegt darin, dass man nicht das geopfert hat, worauf Gott im Leben gezeigt hat.

Von Jesus heißt es in Jes. 53, 12: „Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.“

Seine Seele dem Tod preiszugeben, bedeutet, Isaak zu opfern, und dann erhält man Starke zum Raub.