Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1941-12 - Das Erbe

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Das Erbe

Christus ist der Erbe. In ihm wohnen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis leibhaftig. Er hat gesiegt und erbt alle Dinge, denn alle Dinge sind durch ihn und zu ihm geschaffen. Wer etwas erben soll, braucht Weisheit und Verstand, um das, was er erbt, recht zu verwalten, und genau das hat Christus.

Doch nun heißt es von uns, dass wir Gottes Kinder sind, und dann sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, sofern wir mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Röm. 8, 17.

„Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat.“ Hebr. 9, 17.

Jesus Christus war der eingeborene Sohn Gottes. Um nun uns das Erbe übertragen zu können, musste er den Tod erleiden. Und durch die Auferstehung von den Toten bekam er vom Vater den Heiligen Geist, den er ausgoss über die Kinder, die von droben und aus unvergänglichem Samen geboren sind. Dieser Geist ist das Unterpfand unseres Erbes, zu unserer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit. Eph. 1, 14. Von diesem Geist sagte Jesus: Er wird euch in alle Wahrheit leiten.

Was bedeutet es nun, in alle Wahrheit geleitet zu werden? Es bedeutet ganz einfach, Kenntnis über das Erbe und dessen Inhalt mitgeteilt zu bekommen. Das Erbe erstreckt sich nicht nur auf die himmlischen Dinge, sondern auch auf die irdischen; denn wer sein Leben verliert, wird es finden. Wir können es auch daran erkennen, dass die Braut, die die Stadt, das himmlische Jerusalem, ist, vom Himmel herab kam, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Offb. 21, 2. Und die Völker werden im Licht der Stadt wandeln. Diese Völker befinden sich auf der neuen Erde. Die Völker sind irdisch, doch die Braut ist himmlisch. Hier vereint Gott das Irdische mit dem Himmlischen, und es wird wahr, was geschrieben steht: „Wer überwindet, der wird es alles ererben.“ V. 7. Denn die Könige auf der Erde werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Im Hinblick auf das Erbe schreibt Paulus an die Korinther: „Darum rühme sich niemand eines Menschen; denn alles ist euer: Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.“ 1. Kor. 3, 21-23.

Nun kann man fragen: Gehören die Reichtümer des Meeres zum Erbe und wird auch die Erde und ihre Fülle Bestandteil des Erbes werden? Ja, das sehen wir aus dem Wort: Die Erde und ihre Fülle gehört dem Herrn. Sie gehört dem Erben und damit seinen Miterben. Genauso heißt es: „Der Reichtum des Meeres wird dir zugewandt, die Schätze der Heidenvölker werden zu dir kommen. Eine Menge Kamele wird dich bedecken, Dromedare von Midian und Epha; sie alle werden von Saba kommen, Gold und Weihrauch bringen und mit Freuden das Lob des Herrn verkündigen.“ Jes. 60, 5-7.

Was gehört außerdem zum Erbe? Alle Eigenschaften Christi: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Milde, Güte, Treue usw., welche ja Früchte des Geistes sind. Gal. 5, 22.

Um alle Dinge erben zu können, musste Jesus Christus ganz hinuntergehen, bis zu den untersten Örtern der Erde, um von Grund auf Erlösung und Befreiung erlangen zu können. Er musste auch, nachdem er den Tod im Fleisch erlitten hatte, im Geist hingehen und den Geistern predigen, die seit den Tagen Noahs im Gefängnis waren. 1. Petr. 3, 18-20. Denn auch diese Geister sollten in das Erbe aufgenommen werden. Er war der Stärkere und drang in das Haus des Starken ein und entwaffnete ihn. Und nicht nur das, sondern er zertrat den Kopf der Schlange und nahm den Tod und die Schlüssel des Totenreiches in seine Verwahrung.

Daran erkennen wir, dass der Erbe, Jesus Christus, eine mächtige Person ist. Und da wir als seine Braut ein Fleisch mit ihm geworden sind, verstehen wir durch das irdische Verhältnis zwischen Braut und Bräutigam, dass unsere Teilhabe am Erbe mit ihm überaus groß sein muss. Doch fürchten und lieben wir Gott eigentlich nicht um des Erbes willen, sondern aus reiner Liebe zum Sohn Jesus Christus. Mögen wir uns daher in einfältiger Treue dazu hingeben, ihm gehorsam zu sein, der uns dem Ebenbild des Sohnes gleichgestalten wird. Röm. 8, 29.