Auserwählt zur Gleichgestaltung in das Ebenbild des Sohnes
„Denn die er zuvor ersehen hat (norw.: die er im Voraus kannte), die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Röm. 8, 29.
Die er im Voraus kannte. Kannte Gott nicht alle Menschen im Voraus? Doch, gewiss. Er kannte Judas Ischariot lange, bevor dieser in die Welt geboren wurde. Siehe Ps. 109. Er kannte auch den Antichristen und sprach durch seine Propheten von ihm. Er kannte auch seinen eigenen geliebten Sohn Jesus Christus im Voraus und sprach von ihm früh und spät.
Was bedeutet es also, dass er die, die er im Voraus kannte, auch vorherbestimmt hat, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden?
Gott kannte im Voraus, bevor der Welt Grund gelegt wurde, unsere Gesinnung, ob wir Lust haben würden, Gottes Gesetz zu befolgen, ob wir Gott mehr als unsere Lüste lieben würden, ja, mehr als alles, ob wir willig sein würden, um seinetwillen von der Erde und von den Menschen gelöst zu werden, so wie der Sohn selbst.
Diese sind es, die Gott im Voraus kannte. Er kannte ihre prächtige Gesinnung, ihre Liebe zur Wahrheit und zur Gerechtigkeit. Genau dieses Menschenmaterial erwählte er zur Gleichgestaltung mit dem Ebenbild des Sohnes.
Gott will nicht den Tod eines Sünders, sondern dass alle sich bekehren und leben. Wir wissen, dass nicht die Gesunden der Heilung bedürfen, sondern die Kranken. Wenn einem Menschen dann seine Sünden vergeben werden und er in diesem Sinne nicht mehr krank ist, dann gibt man sich zufrieden. Aber das ist nicht, dem Ebenbild des Sohnes gleichgestaltet zu werden.
Der Heilige Geist Gottes soll uns in alle Wahrheit leiten, damit wir uns selbst reinigen, alte Schulden bezahlen, wiedergutmachen, was wir Böses getan haben, soweit es in unserer Macht steht und soweit der Geist Gottes dies in uns bezeugt. In den letzten Tagen werden viele sich selbst reinigen und sich selbst läutern.
Ebenso hat Gott vorhergesehen, welche Menschen den noch verbleibenden Teil ihrer Lebenszeit nach dem Willen Gottes leben würde, sodass sie in diesem Willen die Möglichkeit bekämen, dem Ebenbild des Sohnes gleichgestaltet zu werden. Er sah, wer den Kelch des Leidens trinken würde, um mit ihm verherrlicht zu werden. Und er sah, wer die Leiden und das Kreuz Christi hasste.
V. 30. „Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen.“ Gott berief Saulus von Tarsus mitten darin, dass dieser die Christen verfolgte und gab Zeugnis von ihm, dass er ein auserwähltes Werkzeug sei. Er kannte ihn im Voraus und berief ihn.
„Die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“
So sicher war Gott in seiner Sicht bevor der Welt Grund gelegt war, dass er seine Auserwählten kannte, sie berief, sie gerecht machte und sie herrlich machte. Er sah, dass sie die Prüfung bestehen würden, er sah, dass sie durch die Kraft und Leitung des Geistes Gottes überwinden würden.
Nun werden einige sagen: Ja, aber Demas, er verließ Paulus und gewann die Welt lieb. Doch, Gott sah Demas und erwählte ihn nicht dazu, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden.
V. 31. „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“
