Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1937-06 - Der Hebräerbrief, Kap. 2

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Der Hebräerbrief

2. Kapitel

V. 1. „Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.“

Ein Fahrzeug treibt ab, wenn starker Wind und Sturm aufkommen und der Anker keinen festen Halt hat.

Gottes Wort ist wie ein Anker für die Seele, der sicher und fest ist, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang, wohinein Jesus als Vorläufer für uns gegangen ist. Hebr. 6, 19-20.

Es ist möglich, wegzutreiben von dem, was wir gehört haben, aber das ist immer schicksalsschwer.

Adam war der erste, der von dem wegtrieb, was er gehört hatte, und die Folge wurde fürchterlich, die ganze Erde kam unter den Fluch.

Saul trieb weg vom Wort des Herrn. Er bekam den Befehl, Amalek mit allem, was es hatte, zu schlagen. Er sollte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel töten. 1. Sam. 15, 3. Aber Saul verschonte den König der Amalekiter und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war; was aber nichts taugte und gering war, daran vollstreckte er den Bann.

Amalek hatte Israel den Weg versperrt, als es von Ägypten auszog, darum sollte Saul ihn strafen, doch Saul trieb weg vom Wort des Herrn.

Für einen Verkündiger des Wortes gilt es in allerhöchstem Maß, treu gegenüber dem Wort des Herrn zu sein, damit er nicht wie Saul tut, der das, was nichts taugte und gering war, schlug, aber das verschonte, was Ansehen hatte und gut aussah.

Samuel hatte Worte des Herrn wegen Saul bekommen und diese lauteten: „Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seist.“

Was Gott redet, ist ewiges Gesetz und ewige Erlösung. Von seinem Wort wegzutreiben, bedeutet, in die Arme Satans zu treiben. Es kommen Gericht und Verdammnis, denn Gott fordert Gehorsam.

V. 2-4. „Denn wenn das Wort fest war, das durch die Engel gesagt ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entrinnen, wenn wir eine so große Seligkeit nicht achten, die zuerst gepredigt wurde durch den Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben? Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch Austeilen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“

Der Herr und zwei Engel offenbarten sich für Abraham und sagten: „Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben.“ „Und der Herr nahm sich Saras an, wie er gesagt hatte, und tat an ihr, wie er geredet hatte. Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham in seinem Alter einen Sohn um die Zeit, von der Gott zu ihm geredet hatte.“ 1. Mos. 21, 1-2. Obwohl Sara hochbetagt war, tat Gott dieses Wunder. Das, was er durch den Herrn und die Engel geredet hatte, stand fest. Ebenso stand fest, was Gott von Sodom und Gomorra redete. Gott ließ Schwefel und Feuer regnen – vom Herrn vom Himmel herab – auf Sodom und Gomorra. 1. Mos. 19, 24.

So werden auch alle Worte Jesu Bestand haben und wir werden nicht entfliehen können, wenn wir diese große Seligkeit verachten.

V. 5-6. „Denn nicht den Engeln hat er untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden. Es bezeugt aber einer an einer Stelle und spricht: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest?“

David sagt in Ps. 8: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“

Alles wird dem Menschensohn untergeordnet. Und wenn wir mit ihm leiden, dann werden wir auch mit ihm verherrlicht werden. Denn wir sind ja Glieder an seinem Leib – nicht nur an seinem irdischen Leib in Leiden, sondern auch an seinem Herrlichkeitsleib, wenn wir treu sind und aushalten. Kol. 1, 22-23.

Die zukünftige Welt wird nicht den Engeln untergeordnet. „Und abermals, wenn er den Erstgeborenen einführt in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“ Hebr. 1, 6.

V. 7-9. „Du hast ihn eine kleine Zeit niedriger sein lassen als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt; alles hast du unter seine Füße getan. Als er ihm alles unter die Füße getan hat, hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan ist.

Den aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes gekrönt mit Herrlichkeit und Ehre, auf dass er durch Gottes Gnade für alle den Tod schmeckte.“

Jesus wurde ja hoch erhöht über alle, weil er für alle den Tod erlitt. Jesus starb keinen gewöhnlichen Tod. Es war der Tod des Egoismus, der Tod des Eigenwillens, der Tod über das Leben in dieser Welt. Es war der Tod der Sünde, der Tod der Macht Satans. Und was hat er zuwege gebracht: Er hat in Fleisch und Blut den Willen Gottes ausgeführt, Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht; Sieg über die Sünde, den Tod und alle Macht Satans, Auferstehungskraft und Erhöhung über alle Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Kol. 1, 15-20. Phil. 2, 9-11. Eph. 1, 19-23. Und Gott hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles.

V. 10. „Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der viele Kinder zur Herrlichkeit geführt hat, dass er den Anfänger ihrer Rettung durch Leiden vollendete.“

Gott sah, dass es mit weniger unmöglich gewesen wäre. Wenn viele Kinder zur Herrlichkeit geführt werden sollten, dann musste auch der erste von vielen Brüdern, der Herzog unserer Seligkeit, denselben Weg geführt werden. Alle Dinge sind ja durch ihn und zu ihm geschaffen, daher musste er auch am tiefsten von allen in die Leiden hineingehen, um dadurch als Herr der Herrlichkeit gekrönt zu werden. Er übertrifft ja alle Erkenntnis. Es ziemte sich für Gott, es auf diese Weise zu tun, weil Jesus sich um unsertwillen selbst seiner himmlischen Herrlichkeit entäußert hatte.